Kulturhauptstadt Kulturhauptstadt Pecs eröffnet

Pecs. Nach Essen mit dem Ruhrgebiet ist nun auch die ungarische Stadt Pecs Europäische Kulturhauptstadt. Mit einem einstündigen Historien-Spektakel hat die Vielvölker- und Bergbaustadt im Süden Ungarns am Sonntagabend das Hauptstadtjahr feierlich eröffnet.
11.01.2010, 10:00
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Pecs. Nach Essen mit dem Ruhrgebiet ist nun auch die ungarische Stadt Pecs Europäische Kulturhauptstadt. Mit einem einstündigen Historien-Spektakel hat die Vielvölker- und Bergbaustadt im Süden Ungarns am Sonntagabend das Hauptstadtjahr feierlich eröffnet.

Der ungarische Ministerpräsident Gordon Bajnai erklärte: «Ein Jahr lang ist Pecs das Schaufenster Ungarns.» Mehrere Tausende Menschen - allerdings weniger als erwartet - waren bei klammen, aber nicht extremen Wintertemperaturen auf den Hauptplatz der Stadt gekommen, um der Feier beizuwohnen.

Tänzer, Schauspieler, Statisten auf meterhohen Stelzen und 450 Schüler stellten die geschichtlichen Epochen der durch etliche Völker und Kulturen geprägten Stadt Pecs (deutsch Fünfkirchen) dar. Es war ein bunter Bilderbogen mit einem römischen Pferdewagen, osmanischen Derwischtänzen, Schattenspielen, Volkstänzen und einer stilisierten Bergarbeiterkapelle. Die osmanische Moschee mit dem Kreuz und dem Halbmond auf ihrer Kuppel - das Wahrzeichen von Pecs - diente als Projektionsfläche für Laserzauber und Diabilder.

Abgerundet wurde die Aufführung durch das von allen Beteiligten gesungene Lied «Warte, bis die Sonne aufgeht» (Varj mig felkel majd a nap) des ungarischen Popstars Ferenc Demjen. In der Tat stieg dabei ein leuchtender Ballon über der Szenerie auf, der wie eine Sonne im nächtlichen Winterhimmel wirken wollte. Ein Feuerwerk schloss die eigenwillige Performance ab. «Es war schön», meinte eine Pecserin. «Es war alles drin, was wichtig ist in unserer Geschichte.»

Das Kulturhauptstadtjahr soll mit seinen über 500 Programmen Touristen und Kulturinteressierte in die Region locken. Insgesamt will sich Pecs als offene, junge und vitale Stadt präsentieren. In ihr leben mehrere ethnische Minderheiten, darunter Deutsche, Roma und Kroaten. An der Universität der Stadt studieren viele Studenten aus Deutschland. 2010 trägt auch noch die türkische Metropole Istanbul den Titel Europäische Kulturhauptstadt. Am Bosporus wird das Hauptstadtjahr erst am 16. Januar offiziell eröffnet. (dpa)

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