Neue öffentliche Toilette mit Krone

Der „Park Fiction“ zwischen dem St. Pauli Fischmarkt und der St.
07.04.2018, 00:00
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Von Mona Adams

Der „Park Fiction“ zwischen dem
St. Pauli Fischmarkt und der St. Pauli Hafenstraße im Stadtteil Altona-Altstadt ist ein beliebter Treffpunkt. Von künstlerisch gestalteten Inseln mit Palmen aus Plastik lassen sich die Elbe und der Hamburger Hafen samt seiner Kräne, Fähren und Containerschiffe beobachten. Nur wenige Meter entfernt liegt die Reeperbahn – und damit ein Problem. Es stinkt nach Urin. Das soll sich nun ändern. In Kürze wird ein Klo angeliefert, eines von der Luxussorte. Außen kann man Wasser abzapfen, die Akkus von Elektrofahrrädern mit Strom aufladen und auf die Reifen aller Räder Luft aufpumpen. Das reicht den St. Paulianern aber nicht. In Anlehnung an den Dachfirst des Dogenpalasts am Markusplatz in Venedig wird dem Standardmodul eine Krone aufgesetzt. Na klar, was auch sonst.

Wann kommt das schon mal vor? Da spricht ein Fußballer ganz offen über seine Gefühle – und dann das. Am Dienstagabend saß der Bundesligaspieler Dennis Aogo bei Markus Lanz in dessen Talk-Show. Es ging um ein ernstes Thema: Druck im Profi-Fußball. Sie plaudern, sprechen über Kollegen, Aogo gibt Einblicke. Dann die Frage von Lanz, ob denn auch er schon mal einen Psychologen in Anspruch genommen habe. „Ja, zu meiner HSV-Zeit“, sagt Aogo. Der Moderator kann es sich nicht verkneifen: „Das kann jeder hier nachvollziehen.“ Gelächter im Publikum, sie klatschen. „Ist aber nicht lustig, ne. Wir lachen, weil es im Kontext komisch ist“, versuchte Lanz, zur Ernsthaftigkeit zurückzukommen. Zu spät.

Nein, das gehörte da nicht hin. Und so recht wusste auch keiner, was das sein sollte. Am Mittwoch hing ein riesiger Papier-Lappen an Hamburgs neuem Wahrzeichen. Die Elbphilharmonie als Kunst-Leinwand? Auf den ersten Blick erinnerte das Werk an einen Pinsel, der durch einen Ring gezogen wurde. Aufstand? Deko? Werbung? Auch nach längerem Betrachten wurde die Sinnhaftigkeit des Objekts nicht wirklich klar. Viel Zeit blieb auch nicht. Denn schon am Nachmittag hängte es der Künstler höchstpersönlich wieder ab. Musste er auch, denn rechtens war es nicht an die Backsteinwand gekommen. Zwei Komplizen hatten das Objekt in das Konzerthaus geschmuggelt und es anschließend von der Plaza abgeseilt. Die 2,50 Meter breite und 8,70 Meter lange Papierschlange verhüllte dann einen geringen Bruchteil der Mauer, ließ aber die Fenster frei. Das unverkäufliche 2500-Euro-Kunstwerk des Hamburger Guerilla-Künstlers „Errkaa“ gehört zu seiner Schwarz-Weiß-Serie der existenzialistischen Hängungen im öffentlichen Raum, mit der er die „Sinngebungsmaschine Mensch zum Geschichtenlesen verführen möchte“. Zusammenhänge lassen sich laut Künstler zwischen den Arbeiten und den Architekturen ausmachen. Nicht selten standen die Architekturen, in die sie gehängt wurden, unmittelbar vor einer Umnutzung mit einhergehenden massiven baulichen Veränderungen. Bauliche Veränderungen? Weiß der Guerilla-Künstler mehr?

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