Von Perlen, Rasenwuchs und Kokain-Konsum

Zeiten ändern sich. Im vergangenen Jahr war Olaf Scholz noch als Bürgermeister von Hamburg Ausrichter des G 20-Treffens an der Alster – überflüssig zu erwähnen, wie alles endete.
24.03.2018, 00:00
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Von Mona Adams

Zeiten ändern sich. Im vergangenen Jahr war Olaf Scholz noch als Bürgermeister von Hamburg Ausrichter des G 20-Treffens an der Alster – überflüssig zu erwähnen, wie alles endete. „König Olaf“ war nach den Gipfeltagen mehr als ein Zacken aus der Krone gefallen. Nun durfte Scholz das erste Mal in neuer Funktion als deutscher Finanzminister an einem G 20-Treffen teilnehmen. In Buenos Aires kämpft er gegen US-Schutzzölle und für höhere Steuern für internationale Internetkonzerne. Auf dem Hinflug ließ er sich entspannt im Pulli in der Regierungsmaschine mit Staatssekretär Thomas Steffen ablichten. So kann es laufen. Übrigens auch in Hamburg. Zur Eröffnung seines neuen Luxushotels „The Fontenay“ an der Alster spaßte Investor Klaus-Michael Kühne: „Noch vor einem Jahr hätte ich gesagt: Hamburg hat drei Perlen – die Elbphilharmonie, unser neues Hotel und den HSV. Jetzt hat es leider nur zwei Perlen.“ Wie gesagt. Zeiten ändern sich. Leider nicht immer zum Besseren.

Es war das Konzert des vergangenen Jahres. Eigens für die Rolling Stones wurde der gesamte Stadtpark im September in eine Rockarena verwandelt. Das hatte es zuletzt vor 30 Jahren gegeben. Für die Altrocker wurde ein Stadion gebaut, mitten in einen Park, eingezäunt in acht Kilometer Bauzaun, auf 23 000 Quadratmetern Bodenabdeckung, mit zwölf Tribünen und einem sogenannten Foodcourt, der so groß war wie ein eigenes Food-Festival. 82 000 Fans waren gekommen. Ein unvergesslicher Abend. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn nun, sechs Monate später, ist tatsächlich noch nichts vergessen. Zäune sperren weiter einen nicht geringen Teil der 15 Hektar großen Wiese ab. Der Veranstalter und die Stadt hatten sich darauf geeinigt, bereits im Herbst den Rasen zu erneuern. Doch aufgrund des Regens und des frühen ersten Frosts wuchs das neue Grün nicht mehr an. Schuld daran sind nicht die Fanmassen, die den Boden platt traten. Eine Baustraße aus Aluminiumplatten für den Auf- und Abbau der Tribünen störte den Wuchs. Dort wo die Fans feierten, ist der Rasen dagegen grün. Ihnen die Schuld zu geben, wäre also zu einfach.

Achtung Koksnasen. Hätten Sie es gedacht? In Hamburg ist der Kokain-Konsum pro Kopf höher als in Paris oder Berlin. Immerhin ist die Hansestadt nicht Deutschlands Koks-Hauptstadt, das ist Dortmund, gefolgt von Frankfurt und – na ja, eben Hamburg. Die Bronzemedaille. Am Wochenende ist, wie hätte es anders sein können, Hochkonjunktur im „Schnee“-Schniefen. Zugenommen hat außerdem der Konsum von Amphetaminen und Ecstasy, rückläufig ist der von Heroin. Woher diese Daten stammen? Seit Jahren werden in 56 europäischen Städten Proben genommen und untersucht. Nicht etwa Blutproben. Nein. Die Proben stammen aus dem Abwasser. Richtig gelesen. Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat in der Kanalisation geschnüffelt. Die Rückstände illegaler Substanzen im Urin lassen sich nämlichen im Abwasser nachweisen. Ganz schön clever.

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