Datenkolumne

Der digitale Impfpass

Corona-Test, Genesener oder Geimpfter: Für viele Aktivitäten wird derzeit ein Nachweis benötigt. Das soll der digitale Impfpass vereinfachen, mit dem sich die Experten in unserer Datenkolumne beschäftigt haben.
29.06.2021, 18:08
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sven Venzke-Caprarese und Dennis-Kenji Kipker

In der aktuellen Pandemie haben gleich mehrere Apps eine zentrale Rolle gespielt. Von der Corona-Warn-App (CWA) über die Luca-App bis hin zum digitalen Impfpass bieten uns Apps auf dem Smartphone an unterschiedlicher Stelle ihre Unterstützung. In unserer Datenkolumne haben wir die beiden erstgenannten Apps in der Vergangenheit bereits ein wenig näher beleuchtet. Daher ist es jetzt an der Zeit, dass wir uns in dieser Ausgabe dem digitalen Impfpass widmen.

Um den digitalen Impfpass zu erhalten, gibt es in Zukunft mehrere Wege. Am einfachsten ist es derzeit, sich die entsprechende App für sein Smartphone aus den jeweiligen App-Stores herunterzuladen. Hierbei handelt es sich um die App namens „CovPass“, die vom Robert-Koch-Institut (RKI) kostenlos bereitgestellt wird. Alternativ wird auch die Corona-Warn-App (CWA) eine Impfpass-Funktion anbieten.

Nach der Installation weist das Robert-Koch-Institut die Nutzer bereits auf der ersten Seite der App darauf hin, dass die Daten nur lokal auf dem Smartphone gespeichert werden und man selbst entscheidet, wann man seine Daten vorzeigen möchte. In den nächsten Schritten können Nutzer dann den QR-Code ihres Impf-Zertifikats scannen und in die App übertragen. Das hierzu erforderliche Impf-Zertifikat mitsamt QR-Code erhalten Nutzer im Rahmen der Impfung in der Arztpraxis beziehungsweise im Impfzentrum. Es besteht zudem die Möglichkeit, das Impf-Zertifikat mitsamt QR-Code nach Vorlage einer Impfbescheinigung in Apotheken kostenlos erstellen zu lassen.

Welche Apotheken diesen Service bereits anbieten, kann auf einer Internetseite des Deutschen Apothekerverbands unter www.mein-apothekenmanager.de eingesehen werden. Erforderlich für die Erstellung des Impf-Zertifikats ist eine Impfbescheinigung. Dies ist in der Regel der gelbe „analoge“ Impfpass mit der eingetragenen Covid-Impfung sowie ein Identitätsnachweis in Form von Personalausweis oder Reisepass. Die Apotheke erstellt dann pro Impfung ein Impf-Zertifikat mit QR-Code, der über die App und die Kamera des Smartphones vom Nutzer eingescannt und in die CovPass-App übertragen werden kann. Viele Menschen werden daher zwei QR-Codes erhalten und einscannen müssen. Nach dem Einscannen befinden sich die Daten wie Name, Geburtsdatum und Impfinformationen innerhalb der App lokal auf dem Smartphone. Eine zentrale Datenspeicherung auf externen Servern erfolgt nicht. Allerdings sollten Nutzer die in der Apotheke ausgedruckten Impf-Zertifikate mitsamt QR-Codes nach dem Einscannen nicht einfach achtlos wegwerfen. Denn der QR-Code wird wieder benötigt, wenn die App zum Beispiel gelöscht wurde. Zudem sind auf dem Impf-Zertifikat Daten zu Name, Geburtsdatum und zur Impf-Information im Klartext abgedruckt sowie im QR-Code kodiert enthalten.

Sofern es dann in Zukunft einmal wichtig wird, den eigenen Impfstatus nachzuweisen, kann dies alternativ zur Vorlage der analogen Impf-Zertifikate auch digital durch die CovPass-App erfolgen. In diesem Rahmen nutzt die prüfende Stelle eine App namens „CovPass Check“, die als Gegenstück fungiert. Das Vorgehen hierbei ist eigentlich recht einfach: Nutzer der CovPass-App öffnen ihre App und es wird auf dem Bildschirm des eigenen Smartphones ein digitaler QR-Code angezeigt. Dieser kann dann von der prüfenden Person mit der Kamera eines anderen Smartphones über eine entsprechende App namens „CovPass Check“ angezeigt werden. Dabei ist wichtig zu wissen: Die Daten des digitalen Impfpasses, also Name, Geburtsdatum und Impfstatus werden auf dem anderen Smartphone nur angezeigt, aber nicht in der App gespeichert.

Unter Datenschutzgesichtspunkten erscheinen der digitale Impfpass und dessen Konzeption gut durchdacht. Zudem wird niemand zur Nutzung der digitalen Variante gezwungen, denn die Vorlage der analogen Impfzertifikate ist weiterhin möglich. Allerdings wäre dies in der Praxis vermutlich komplizierter, da die Prüfung länger dauern dürfte und man die Papier-Zertifikate bei sich führen müsste. Was derzeit noch unklar ist, ist die Frage, welche Stellen in Zukunft überhaupt nach einem Impfnachweis fragen dürfen. Hierzu wird es aber in naher Zukunft durch die jeweiligen Verordnungen und Gesetze hoffentlich eindeutige und einheitliche Regeln geben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+