Brokser Heiratsmarkt Ein Markt ohne große Zwischenfälle

Der Brokser Markt ist noch in vollem Gange, doch der Marktausschuss zum Eigenbetrieb des Festes traf sich am Montag, um ein erstes Fazit zu ziehen. Und das fiel weitgehend positiv aus.
29.08.2022, 17:32
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Ein Markt ohne große Zwischenfälle
Von Ivonne Wolfgramm

Bruchhausen-Vilsen. Im Gasthaus Mügge war am Montagnachmittag die Geräuschkulisse des Brokser Heiratsmarktes gut zu hören. Die Mitglieder des Marktausschusses störte das allerdings nur wenig. Ganz im Gegenteil: Die Stimmung des Gremiums war gut. Und noch besser wurde sie im Verlauf der Dreiviertelstunde, in der Marktmeister Ralf Rohlfing sowie Vertreter von Polizei, Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und der Schausteller eine Zwischenbilanz über den bisherigen Verlauf des Marktes darlegten.

Der Ausschussvorsitzende Hermann Hamann leitete die Sitzung mit einem Rückblick ein, auf den letzten Brokser Heiratsmarkt und die zwei Jahre, in denen das Volksfest aus bekannten Gründen nicht veranstaltet werden konnte. "Ich bin froh, dass der Markt dieses Jahr ohne Einschränkungen stattfindet. Es ist eine tolle Veranstaltung", sagte Hamann. Das sei nicht ganz selbst verständlich, schließlich blieben auch die Schausteller nicht von den steigenden Energiepreisen und dem Personalmangel verschont. Der Ausschussvorsitzende sagte aber auch, dass es noch viele Ideen für die künftigen Heiratsmärkte gebe. Und da es mit der Jubiläumsfeier zum 375. Brokser Heiratsmarkt vor zwei Jahren nicht geklappt hat, liegt die Hoffnung nun auf 2025: "Dann findet das 380-jährige Jubiläum statt."

Marktmeister ist zufrieden

Marktmeister Ralf Rohlfing berichtete den Anwesenden über die Anstrengungen der letzten Wochen, die sein Team und er durchlebt haben. "Die letzten zehn Tage waren hardcore", sagte der Marktmeister ganz unverblümt. "Einige Beschicker haben im letzten Moment abgesagt und dann mussten wir Ersatz finden, der teilweise auch nicht zusagen konnte." Insgesamt ist Rohlfing mit dem Verlauf des Brokser Heiratsmarktes aber voll zufrieden. Seine Beobachtung: Die Leute würden noch mehr feiern als sie es 2019 schon getan hätten. "Das Produkt, der Brokser Markt, hat sich am Ende gelohnt." Angefangen von den Partyzelten mit ihren Liveacts, über die Fahrgeschäfte und Beschicker, bis hin zum Gewerbezelt ("Ich bin froh, dass wir wieder eine Gewerbeschau präsentieren können.") Umständlichkeiten hätte es mit einem der Toilettenbetreiber gegeben, aber auch die hätte der engagierte Marktmeister laut eigener Aussage aus dem Weg räumen können. Hinsichtlich der Besucherzahlen konnte Rohlfing noch keine konkreten Zahlen nennen, nur eine Prognose: "Wir erwarten am Ende rund 400.000 Besucher."

Aus polizeilicher Sicht gab es auf dem Brokser Heiratsmarkt in diesem Jahr "keine Schwierigkeiten", lautete das Resümee von Einsatzleiter Mirco Trümmelmeyer, für den es – aus dienstlicher Perspektive – der erste Markt war. "Sonntagnacht war ich selbst auf dem Markt unterwegs und war echt begeistert", berichtete der Polizist. Die Besucher seien den Beamten sehr wohlgesonnen und auch die Zahl der begangenen Straftaten hielten sich im Rahmen. "Das kenne ich sonst anders." Auch DRK-Einsatzleiter Daniel Glatzel zog ein positives Zwischenfazit: "Es verlief bislang relativ ruhig." Zu 150 Hilfeleistungen seien die Ehrenamtlichen bis Montagnachmittag gerufen worden. Das sei ein mittlerer Schnitt, wie Glatzel berichtete. Schlägereien habe es weniger gegeben, von Pflasterkleben bis zu Herz-Kreislauf-Stillständen aber alle denkbaren Einsätze dabei gewesen. "Es hat aber gezeigt, dass es gut und wichtig ist, dass wir mit dieser 'Manpower' im Einsatz sind", sagte der Einsatzleiter. In Spitzenzeiten seien das über 30 Freiwillige pro Schicht. Positives sei zudem über den Einsatz der Fußstreife zu berichten, mit dem das DRK auf dem Markt präsent ist. "Es bringt mehr Ruhe rein, als wenn wir mit dem Fahrzeug und Martinshorn über den Platz fahren."

Breitgefächertes Publikum

Über verhältnismäßig wenig Einsatz kann auch Stephan Thöle von der Bruchhausen-Vilsener Feuerwehr berichten. Das angekündigte Gewitter und auch das Feuerwerk am Freitag gaben den Brandschützern keinen Grund, aktiv zu werden. "Wir werden zwar oft von den Besuchern gefragt, wo die Toiletten oder Behinderten-Toiletten sind", sagte Thöle. "Aber das ist in Ordnung. Ich hoffe, dass es weiter so ruhig läuft, dann bin ich wunschlos glücklich." Große Kritik hatte auch Lars Stummer als Vertreter der Schausteller nicht zur Ausschusssitzung mitgebracht. "Der Freitag fing schwerlich an", sagte er. "Sonnabend und Sonntag liefen sogar besser als 2019."

Zeit für ein Resümee nahm sich auch Vilsens Bürgermeister Lars Bierfischer. "Wir haben ein buntes und breitgefächertes Publikum", stellte er fest. Gespräche, die er mit Marktbesuchern geführt habe, hätten gezeigt, dass das Angebot passt. "Die Acts kommen gut an", sagte er über die musikalischen Gäste der Festzelte. Die 80.000 Euro, die die Gemeinde zusätzlich für den Brokser Markt in den Haushalt aufgenommen hat, hätten sich gelohnt.

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