Reparatur-Café Bassum Zufriedenstellende Zusammenarbeit

Seit einem Jahr kooperieren Reparatur-Café Bassum und Abfallwirtschaftsgesellschaft. Die beiden Partner haben beispielsweise an der europäischen Woche der Abfallvermeidung teilgenommen.
24.02.2022, 15:17
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Zufriedenstellende Zusammenarbeit
Von Micha Bustian

Bassum. Die Zeit rennt. Ist es jetzt wirklich schon ein Jahr her? Oder sogar länger? Dominik Albrecht war sich sicher. "Es ist heute genau auf den Tag ein Jahr her, dass wir die Kooperation zwischen dem Bassumer Reparatur-Café und der AWG gegründet haben", sagte der Pressesprecher der Abfallwirtschaftsgesellschaft am Dienstag. Zeit also, ein erstes Resümee zu ziehen. Das taten die Beteiligten im Sitzungssaal des Rathauses. Das Ergebnis in Kürze: Trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus zeigten sich alle Beteiligten zufrieden mit der Zusammenarbeit.

Das Reparatur-Café als solches ist schon ein wenig länger in Betrieb. Seit April 2020, da waren sich Rolf Pohler, Dirk Moewes, Peter Fassbinder, Wolfgang Metzner und Stefan Seltmann nach kurzer Diskussion einig. Die Idee dazu kam von Reinhild Olma. Die umtriebige Dame aus der Gruppe Agenda 21 schlug auch vor, das Reparatur-Café im Jugendhaus Fönix zu platzieren, damit gegebenenfalls ein paar Kinder und Jugendliche den Handwerkern über die Schulter schauen und selbst Lust am "Werkeln" entwickeln können. "Die Truppe ist super, es macht echt Spaß", zog Metzner ein Fazit.

Erste Aktion: Crowdfunding

Vor einem Jahr gesellte sich dann die AWG zu den versierten Bastlern. Irgendwie logisch. Immerhin geht es bei der Aktion ja um Nachhaltigkeit, um die Vermeidung von Elektroschrott. Denn alles, was die Expertenrunde allmonatlich am vierten Sonnabend rettet, wandert nicht in den Müll. Weg mit der Wegwerfgesellschaft könnte das Motto heißen. Ungezählte Toaster, Kaffeemaschinen, elektrische Zahnbürsten und Ähnliches konnten nach der fachmännischen Behandlung des Café-Teams wieder in Betrieb genommen werden. An manchem hängt man ja auch mit dem Herzen.

Die erste Aktion der AWG war ein Crowdfunding. Durch diese Schwarmfinanzierung kamen 400 Euro zusammen. Viele Kapitalgeber sorgten dafür, dass ordentliches Werkzeug gekauft werden konnte, das nun auch im Jugendhaus lagert. "Jugendhaus-Leiter Marcus Libbertz begrüßt das auch", weiß Reinhild Olma zu berichten.

Aktion Nummer zwei: Boxen für Kleingeräte. Dort können Bürger ihre alten Elektroartikel entsorgen. Denen werden entweder Einzelteile zur Reparatur entnommen, oder sie werden wieder fit gemacht und an bedürftige Menschen verschenkt. Blue-Tooth-Lautsprecher wandern in Bassum, Syke, Stuhr und Bruchhausen-Vilsen ebenso in diese Boxen wie Video-Rekorder. "Viel Menschen tun dort Sachen rein, weil sie denken, dass sie noch zu retten sind", sagt Dominik Albrecht. Das treffe auch auf viele Geräte zu, "aber viele können wir nicht weiter anbieten". Demnächst, das kündigt der AWG-Pressesprecher an, sollen die Boxen ausgetauscht werden, damit die Menschen sie einfacher befüllen können.

Letztlich beteiligten sich Reparatur-Café und AWG an der europäischen Woche der Abfallvermeidung – die bisher größte gemeinsame Aktion. Aus Stoffresten wurden am 28. November im Jugendhaus unter Betreuung von Marianne Kostorz, Inge Schorling, Lannis Tamtelen sowie Rafael und David Bachler Körbchen genäht. An anderen Ständen wurden im Zuge der Workshops "Technik" und "Leuchtwunder" Dinge wie Staubsauger, Kaffeemaschinen und Leuchtsterne in ihrer Funktion aufgefrischt. Und sogar ein funkgesteuertes Rennauto.

Dass nicht mehr zustande kam, habe an der Corona-Pandemie gelegen, findet Rolf Pohler. Und Maria Babic meint, dass der Zeitaufwand für ein Projekt wie die Teilnahme an der europäischen Woche der Abfallvermeidung immens sei. "Deswegen gab es nicht mehr Aktionen."

"Bedarf wird größer"

Stefan Seltmann indes schaute nach vorne. "Der Bedarf für solche Reparaturen wird größer." Er riet dazu, einen kleinen Laden zu eröffnen, "wo jeden Tag zwei, drei Leute arbeiten", gegebenenfalls gegen kleines Geld. Ein Container für Ersatzteile auf dem gleichen Grundstück wäre schön. Dirk Moewes forderte für das Personal des Reparatur-Cafés "Zugriff auf alles, bevor es in den Container kommt". Häufig würden Geräte weggeschmissen, "obwohl nur ein Teil kaputt ist". Das müsse verhindert werden. Peter Fassbinder fehlten schlicht Leute, die mit anpacken. "Müssen auch nicht alle in unserem Alter sein."

Wer mitmachen möchte, kann entweder direkt beim Reparatur-Café vorbeikommen oder unter der Telefonnummer 0 42 41 / 8 40 nach Reinhild Olma fragen. Die stellt dann den Kontakt her. Die Agenda-Beauftragte hat dann selbst noch einen Vorschlag: die Vernetzung aller Reparatur-Cafés im Landkreis über die Abstimmung der Termine hinaus.

Zur Sache

Reparatur-Café öffnet wieder

Das Jugendhaus Fönix, Am Petermoor 2a in Bassum, öffnet für das Reparatur-Café an jedem vierten Sonnabend im Monat seine Pforten. An jedem vierten Sonnabend wohlgemerkt, "nicht am letzten Sonnabend", erklärt Reinhild Olma von der Gruppe Agenda 21. Das sei nicht zwingend das Gleiche. Los geht es für dieses Jahr am 26. Februar. Dann bieten Marianne Korstorz, Maria Babic und Inge Schorling parallel zum Reparatur-Café (9.30 bis 12 Uhr) einen Workshop an. Dabei wird Interessierten beigebracht, wie man ein Kirschkernkissen näht.

Hier noch auf einen Blick die weiteren Termine des Bassumer Reparatur-Cafés: 26. März, 23. April, 28. Mai, 25. Juni, 27. August, 24. September, 22. Oktober und 26. November. Es gilt die oben genannte Uhrzeit. Die Termine sind mit den anderen Reparatur-Cafés im nördlichen Landkreis Diepholz abgestimmt. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite www.agenda21-bassum.de oder telefonisch unter 0 42 41 / 8 40.

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