Sozialausschuss Bassum Neues Schiff für Arche Noah

In Nordwohlde wird die Kita erweitert. Im Sozialausschuss wurde nun darüber gesprochen, um wie viele Gruppen. War vor wenigen Wochen eine Gruppe vorgeschlagen, sieht es jetzt nach einer Erweiterung um zwei aus.
29.04.2021, 05:00
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Neues Schiff für Arche Noah
Von Tobias Denne

Bassum. Sie hätten, wenn sie allesamt Kopfbedeckungen getragen hätten, ihren Hut vor Norbert Lyko gezogen. Quer durch die Fraktionen bedankten sich die Mitglieder des Sozialausschusses beim Ersten Stadtrat für den neuen Vorschlag hinsichtlich der Erweiterung der Kita Arche Noah in Nordwohlde. „Die Argumente, die wir gebracht haben, wurden gehört und sich zu Herzen genommen“, freute sich etwa Patrick Gralla von der Elternschaft. „Zukunftsweisend“, nannte es Heimke Möhlenhof (CDU), Christiane Weitzel (Grüne) fand, es ist ein „Schritt in die richtige Richtung“.

Doch womit hat der Erste Stadtrat das überschwängliche Lob verdient? Kurzer Rückblick: In der Sitzung des Sozialausschusses im März war es schon mal um die Kita Arche Noah gegangen. Der Platz dort wird knapp und knapper, da durch das neue Baugebiet mehr Kinder in Nordwohlde aufwachsen werden (Schätzungen liegen bei acht Kindern). Lyko schlug im Namen der Verwaltung dazumal eine Erweiterung um eine Gruppe vor, die altersübergreifend eingerichtet wird. Kostenpunkt: 110.000 Euro pro Jahr. Für jeweils eine Ü- und eine U3-Gruppe wären es - Stand März - 210.000 Euro jährlich. Zu teuer. „Ein Reizthema“, wie Lyko in der jüngsten Sitzung am Dienstagabend nun sagte. Denn insbesondere bei den Eltern kam die Kritik auf, dass der Platz zu eng bemessen werde. Also ging es noch mal in die Beratungen mit dem evangelischen Kita-Verband und dem Investor. Am Ende gab es - wie bereits berichtet - eine Kehrtwende bei den Planungen.

Denn in den Gesprächen kam heraus: Sollte Bassum zwei Gruppen anbauen, aber nur eine erst einmal nutzen, fallen nicht - wie anfangs gedacht - 210.000 Euro an, sondern rund 160.000 Euro. „Mir gefällt die Flexibilität“, sagte Lyko. Es gebe nämlich die Möglichkeit, bei Bedarf eine Kleingruppe (bis zehn Kinder) oder eine Integrationsgruppe einzurichten. Zwar würden dann mehr als 160.000 Euro anfallen, aber weniger als 210.000 Euro. Win-win-Situation also? „Man muss sich genau überlegen, ob das finanzielle Risiko tragbar ist. Gerade bei einem defizitären Haushalt“, machte Lyko deutlich. Aus Sicht der Verwaltung sei das aber vertretbar.

Wie eingangs angedeutet, fielen die Planungen für das neue „Schiff“ für die Arche Noah auf fruchtbaren Boden. „Ich finde es gut, dass noch mal geprüft wurde, ob es nicht doch eine Lösung für die Eltern in Nordwohlde und den umliegenden Ortsteilen gibt“, sagte Möhlenhof. Selbst wenn anfangs nur eine Gruppe belegt werde, sei die Planung zukunftsgerichtet. Christiane Weitzel betonte indes, dass man sich bei solchen Überlegungen davon lösen sollte, Baugebiete und Kitas gleichzusetzen. Denn auch unabhängig von Baugebieten, „ist die Qualität in den Einrichtungen wichtig und wird wichtiger“. Auch Maria Babic (Die Linke) war überzeugt: „Die richtige Lösung wurde gefunden.“

Nachfragen kamen vonseiten der SPD, die kritisierte, dass sich die Arche Noah durch den Anbau fast verdopple und so den Charakter verliere. „Dann hätten wir eine ähnliche Situation wie im Kinder-Reich“, prognostizierte Jonathan Kolschen. Er plädierte dafür, sich mit der Awo zusammenzusetzen, die eine zweigruppige Kita bauen würde. „Die Kita muss so sein wie vorher, sonst wirkt sie zu aufgebläht“, fand er. Gleichzeitig fragte er an, ob die Möglichkeit von Mobilbauten geprüft worden war, da die sich mittlerweile kaum von richtigen Bauten unterscheiden würden. Lyko entgegnete, dass ein Gespräch mit der Awo nicht zielführend sei, da „es in Nordwohlde ein gut funktionierendes System gibt“. Eben mit dem evangelischen Kita-Verband. Zu den Mobilbauten berief sich der Erste Stadtrat auf frühere Entscheidungen, in denen diese von der Politik nicht gewollt waren.

Letztlich wurde der Vorschlag der Verwaltung bei zwei Enthaltungen von der SPD angenommen. Der nichtöffentliche Verwaltungsausschuss wird nun darüber entscheiden, ob er der Empfehlung des Ausschusses folgt. Und vielleicht tragen dann ja ein paar Mitglieder doch ihre Hüte.

Info

Zur Sache

Bau wird günstiger

Erster Stadtrat Norbert Lyko konnte im Zusammenhang mit der Kindertagesstätte Arche Noah in Nordwohlde eine weitere gute Nachricht bringen. Der Bau würde günstiger werden, berichtete er. Bislang war die Verwaltung davon ausgegangen, dass die Erweiterung rund 1,27 Millionen Euro kosten würde. Zwar würde der evangelische Kita-Verband die Kosten tragen, dennoch setzte man sich gemeinsam mit dem Planungsbüro Keese aus Wagenfeld zusammen und plante eine kompaktere Bauweise. „Diese erfüllt die Voraussetzungen für beide Gruppen“, betonte Lyko. Der Kita-Verband war „sehr einverstanden“, da er knapp 40.000 Euro dadurch spart und der Bau rund 1,229 Millionen Euro kosten würde.

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