Hundezentrum Schwarme Alles selbst aufgebaut

Ursprünglich kommt Sabine Wolf aus NRW. Doch 2005 verabschiedete sie sich aus dem benachbarten Bundesland und wurde im Landkreis Diepholz heimisch. Hier hat sie eine vielfältige Hundeinerichtung etabliert.
26.01.2021, 16:59
Lesedauer: 4 Min
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Von Yannik Sammert

Auf einem Grundstück am Kiebitzheideweg in Schwarme dreht sich alles um fellige Vierbeiner. Denn beim dortigen Hundezentrum wird eine ganze Menge angeboten. Zunächst einmal geht es bei der integrierten Hundeschule unter anderem um die Entwicklung von Welpen, die Ausbildung von Jagd- und Spürhunden sowie die Arbeit mit „Problemhunden“, wie Sabine Wolff, die Betreiberin des Zentrums, sagt. Bei der Schule können sich die Tiere zudem bei Sportarten auspowern und auch Treffen, bei denen sie miteinander spielen können, werden veranstaltet. Darüber hinaus führt Wolff auf dem Gelände in Schwarme einen Hundesalon und eine Hundepension. „Hier ist also für jeden Hundebesitzer etwas dabei“, fasst die 50-Jährige zusammen. Insgesamt gibt es beim Schwarmer Zentrum sechs Hundeplätze, eine Trainingshalle und einen Seminarraum. Denn auch Hundeprüfungen – also sowohl der praktische Teil als eben auch der theoretische – und Weiterbildungen von Hundetrainern sind möglich. Und Wolff achtet auf ihrem Gelände nicht nur auf Gegebenheiten rund um die Vierbeiner. Auch ein Kinderspielplatz, ein Kiosk und Glasunterstände sind im Laufe der Jahre dazugekommen.

Umzug war wesentlicher Schritt

„Ich habe das Zentrum mit viel Mühe selbst aufgebaut und es ist alles richtig schön geworden“, freut sich die Wahl-Niedersächsin. Eigentlich kommt die Selbstständige nämlich aus Nordrhein-Westfalen und besaß dort bereits zwei Hundeschulen. Doch 2005 verabschiedete sie sich aus NRW und wurde im Landkreis Diepholz heimisch. „Ich fand Niedersachsen toll, vor allem das Grüne und Ländlichere wie hier. Als ich dann hier mein Traumhaus für das Zentrum fand, stand meine Entscheidung fest“, erklärt die Unternehmerin. Mit dem Schritt ins benachbarte Bundesland ist die 50-Jährige rückblickend sehr zufrieden – nicht zuletzt beruflich. So habe in der neuen Heimat ein großer Bedarf an einer Hundeschule bestanden und inzwischen sei ihre Schule sehr bekannt. „Es kommen auch Leute aus dem Bremer Norden zur mir. Und ich habe sogar Kunden aus ganz Deutschland – zum Beispiel vom Bodensee“, schildert die Hundeexpertin. Danach ergänzt sie: „In meinem Beruf muss man auch Menschen und ihre Verschiedenheit mögen. Das tue ich.“ Überhaupt mache ihr der Beruf auch nach 30 Jahren noch Spaß. Mehr noch: „Das ist der perfekte Beruf für mich.“

Schließlich arbeitet sie mit den Tieren, für die sich die Schwarmerin schon als Kind begeisterte. Seit dem sechsten Lebensjahr war sie regelmäßig mit dem Hund der Nachbarn Gassi gegangen. „Am Ende war der mehr bei uns als bei den Nachbarn“, erinnert sich die Selbstständige. Mit zwölf Jahren bekam sie den ersten eigenen Hund. Heute lebt die Hundeliebhaberin hingegen mit gleich neun Vierbeinern zusammen. „Das ist mein niedrigster Hundebestand seit 20 Jahren“, sagt Wolff und lacht. „Meine Hunde müssen die Übungen mitmachen, aber das machen sie gern. Denn es sind ja gute Sachen“, ergänzt sie. Durch den Umgang mit den eigenen Tieren habe sie über die Jahre viel über die richtige Hundeerziehung lernen können. Anfang der 2000er-Jahre entdeckte Sabine Wolff Hundefrisbee für sich – eine Sportart bei der grundsätzlich ein Mensch das Frisbee fliegen lässt und der Vierbeiner es aus der Luft fängt. „Seit 2003 trete ich auf vielen Messen und Gala-Veranstaltungen auf“. Die Frau aus Schwarme ist sogar dreifache Europameisterin und dreifache Vize-Europameisterin. 2006 und 2007 wurde sie Zweite bei der Weltmeisterschaft.

Immer weiter gemacht

Trotz ihrer großen Bindung zu Hunden hatte sich ihr beruflicher Werdegang zunächst nicht abgezeichnet. „Nach dem Abitur wollte ich eigentlich Tänzerin werden“, blickt Wolff zurück. Dann kam es Anfang der 1990er-Jahre jedoch anders und sie wurde Hundetrainerin. „Anfangs glaubte ich jedoch nicht daran, irgendwann davon leben zu können“, gesteht die 50-Jährige. Denn als sie sich für ihren Weg entschied, sei die Hundeschule-Landschaft in Deutschland noch eine deutlich andere gewesen. Es habe nicht viele gegeben und mit dem bestehenden Hundeplätzen konnte Wolff wiederum nicht viel anfangen. In den USA sei die Entwicklung damals schon weiter gewesen. Also holte sie die Hundetrainerin Infos von der anderen Seite des Atlantiks und arbeitete sich in die Thematik ein. „Ich bin immer dran geblieben und habe weiter gemacht“, betont Wolff. Erst nach einer gewissen Zeit traute sie sich jedoch, für ihre Arbeit mit den Vierbeinern Geld zu nehmen. Bedeutet: In der ersten Zeit bot Wolff das Training laut eigener Aussage „kostenlos, aber nicht umsonst“ an. Denn es sei damals das Wichtigste gewesen, Praxiserfahrung sammeln zu können.

Apropos Praxiserfahrung: Dass genau diese bei vielen aktuellen Ausbildungsformen von Hundetrainern fehle, kritisiert die Hundeliebhaberin. “Es besteht die Möglichkeit, Seminare zu besuchen. Die kosten aber zwischen 5000 und 20.000 Euro und da ist so gut wie keine Praxis dabei.“ Bei Ausbildungen der IHK seien zwar 500 Praxisstunden inklusive, aber das klinge nach mehr, als es ist. Wolffs Wunsch ist deshalb die Etablierung eines richtigen Ausbildungsberufs über zwei Jahre. Und eine Ausbildungsstelle bietet sie nun selbst an. Die Leiterin des Hundezentrums sucht eine Person, die sie über zwei Jahre ausbilden lassen möchte und danach möglichst im Unternehmen bleibt. Alter und Geschlecht spielen für die Selbstständige keine Rolle. Einen Realschulabschluss setzt sie voraus. Große Erfahrung mit Hunden ist wiederum kein Muss. Zuneigung zu den Vierbeinern sollte jedoch vorhanden sein. Interessierte können sich unter der folgenden Telefonnummer bei Sabine Wolff melden: 0 42 58 / 98 40 08 0.

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