300.000 Euro für Inneneinrichtung

Erneute Finanzspritze für neue Weyher Bibliothek

Knapp vier Millionen Euro an Fördergeld hat die Gemeinde Weyhe bereits eingestrichen für den Bau der Kulturscheune in Leeste. Nun kommen weitere 300.000 Euro für die Inneneinrichtung der Bibliothek hinzu.
17.09.2021, 17:38
Lesedauer: 2 Min
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Erneute Finanzspritze für neue Weyher Bibliothek
Von Maike Plaggenborg

Weyhe-Leeste. Nicht nur den Bescheid über weitere 300.000 Euro an Fördergeld für die Inneneinrichtung der im Bau befindlichen Bibliothek am Leester Henry-Wetjen-Platz, sondern auch reichlich Lob für das gesamte Kulturscheunen-Projekt hat die Gemeinde Weyhe am Freitag eingestrichen. Zur symbolischen Übergabe kam Besuch aus dem politischen Hannover.

"In Ihrem Kultur- und Bildungszentrum wird mit Konventionen gebrochen", sagte Staatssekretär Matthias Wunderling-Weilbier, der stellvertretend für Birgit Honé, Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung, nach Weyhe kam. Die "ins Zentrum eingebundene Bibliothek wird komplett neu gedacht", sagte er über das Objekt mit Namen Kulturscheune, das nach der Fertigstellung Mitte 2022 eine Bibliothek (1200 Quadratmeter) samt Café und die Volkshochschule (475 Quadratmeter) beheimaten soll, wie der für das Projekt zuständige Stadtplaner Christian Silberhorn erklärte.

In dem in die Bibliothek integrierten Café gebe es keinen Konsumzwang. Der ganze Standort solle ein "Ort der Begegnung" werden und für "soziale Integration im Quartier" sorgen. Noch dazu solle es ein Veranstaltungsort sein. Eine Bühne im Obergeschoss sei eingeplant für Autorenlesungen beispielsweise aber auch andere Programmpunkte, so Silberhorn. Nachbarschaften sollen sich dort treffen und Veranstaltungen selbst planen, ergänzt Susanna Clottey, Teamkoordinatorin unter anderem für den Kulturbereich. "Dafür ist dieses Gebäude ausgerichtet." "Hervorragend", wie Wunderling-Weilbier bei einem Rundgang durch die fortgeschrittene Baustelle darauf entgegnete und er stellte schon in seiner Ansprache vorab fest: "Mein Haus begrüßt solche vielschichtigen Konzepte in Zentren."

Gerade in Klein- und Mittelstädten würden solche Konzepte einen wesentlichen Beitrag zum Zusammenhalt liefern. Fachkräfte und Familien würden sich auf Großstädte ausrichten. Mit dem Programm Zukunftsräume solle die Widerstandskraft gerade in Mittelzentren gestärkt werden, erklärte der Staatssekretär das Ansinnen der Förderungen. "Das Geld des Landes ist hier gut angelegt." Mit 300.000 Euro hat die Gemeinde Weyhe die höchstmögliche Zuwendung bekommen. Die Gesamtkosten für die Inneneinrichtung samt Planungskosten und Technik wie Computern, Küche/Café und die vollautomatisierte Bücheraus- und rückgabe belaufen sich auf 800.000 Euro.

Für letztere konnte die Kommune zusätzlich Mittel aus dem Förderprogramm Wissenswandel des Deutschen Bibliotheksverbands ergattern. Etwa 50.000 Euro fließen in das System, bei dem die Bücher mit RFID-Chips ausgestattet und elektronisch aus- und eingelesen werden.

"Mehr kann man aus den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht machen", sagte schließlich auch Frank Heidrich, Dezernatsleiter im Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser über die Kombination der verschiedenen Fördermittel – zum einen für die "Hardware", also den Bau des Gebäudes sowie für die "Software", also den Zukunftsräume-Höchstbetrag für die Inneneinrichtung.

Die Gesamtkosten für den Bau der Kulturscheune belaufen sich auf knapp 6,5 Millionen Euro, die inklusive der neuen Summe und exklusive der Mittel des Bibliotheksverbands mit rund 5,2 Millionen Euro öffentlich bezuschusst werden.

Für den für Mitte des nächsten Jahres vorgesehenen Betrieb der Kulturscheune wünschte sich Weyhes Bürgermeister Frank Seidel (SPD) eine "lang anhaltende 3G-Regel" und meinte damit keineswegs die bestehenden Zugangsvoraussetzungen in der Corona-Pandemie für Geimpfte, Getestete und Genesene. Sondern er wünscht sich eine richtig gute Bibliothek mit vielen Besuchern, "die gierig nach neuen Medien sind" sowie gemeinsame Momente.

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