Schulen in Ganderkesee Unterricht in zwei Schichten

Am 4. Mai startet an den Ganderkeseer Schulen der Unterricht unter Corona-Bedingungen. Für die Schüler bedeutet das, dass sie im wöchentlichen Wechsel unterrichtet werden. Die Oberschule wechselt sogar täglich.
28.04.2020, 07:16
Lesedauer: 3 Min
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Unterricht in zwei Schichten
Von Jochen Brünner

Es ist schon kurios: Wenn die Kinder zur Schule müssen, dann können sie den Beginn der Ferien kaum abwarten. Wenn sie aber sieben Wochen erzwungenermaßen zu Hause sitzen, dann können viele von ihnen kaum erwarten, dass es wieder los geht. Am Montag haben zunächst an den beiden Oberschulen in Ganderkesee und Bookholzberg die Prüfungsvorbereitungen in Deutsch, Mathe und Englisch für die zehnten Jahrgänge begonnen, sowie für jene Neuntklässler, die die Schule nach diesem Schuljahr verlassen werden. Am Montag, 4. Mai, starten dann zunächst die vierten Klassen der Grundschulen, ab 11. Mai die zwölften Klassen des Gymnasiums.

„In den vergangenen Tagen und Wochen haben innerhalb des Ganderkeseer Schulverbunds zahlreiche Videokonferenzen stattgefunden. Insbesondere die beiden Oberschulen haben sich sehr intensiv ausgetauscht“, teilte Gemeindesprecher Hauke Gruhn mit. Denn wie die Vorgaben des Kultusministeriums umgesetzt werden, ist letztlich Sache jeder einzelnen Schule. Um den Corona-Auflagen gerecht werden zu können, zeichnet sich inzwischen immer konkreter ab, dass die Schulen ihre Schüler umschichtig zum Unterricht bitten werden.

So werden die Klassen zunächst in zwei Lerngruppen eingeteilt. An der Grundschule Dürerstraße etwa beginnt eine Lerngruppe am 4. Mai mit dem Unterricht montags bis freitags jeweils von 8 bis 13 Uhr. Wie Schulleiterin Insa Nessen in ihrem Brief an die Eltern schreibt, liegen die Schwerpunkte auf den Fächern Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Englisch sowie in der Krisenbewältigung und dem Umgang mit dem sogenannten Homeschooling. Für die darauf folgende Woche wird diese Lerngruppe dann mit Material für das Lernen zu Hause versorgt und die zweite Lerngruppe erhält Unterricht in der Schule. Auch das Verhalten und Spielen in den Pausen wollen die Lehrer gemeinsam mit den Kindern besprechen und Ideen und kreative Spielformen unter Beachtung der Abstandsregeln entwickeln.

An der Oberschule Ganderkesee sollen die jeweiligen Halbgruppen sogar täglich wechseln, wobei klassenübergreifender Unterricht, Sport und Arbeitsgemeinschaften bis auf Weiteres nicht stattfinden.

Seit vergangenen Mittwoch ist übrigens auch das Lernen zu Hause verpflichtend. Als Richtzeiten gelten für die Jahrgänge eins und zwei 90 Minuten täglich, für die Klassen drei und vier veranschlagt das Kultusminsterium zwei Stunden. Die Jahrgänge fünf bis acht schließlich sollen drei Stunden täglich im Homeschooling arbeiten, die Klassen neun und zehn vier Stunden. Eine Benotung der häuslichen Arbeitsergebnisse in der Mittelstufe finde zwar nach wie vor nicht statt, allerdings gebe es Rückmeldungen zur Qualität der Leistungen, betont Renate Richter, Schulleiterin des Gymnasiums Ganderkesee: „Und da, wenn der reale Unterricht wieder los geht, mit Tests und ähnlichem überprüft und dann auch bewertet werden kann, wie gut in der Zeit des Fernunterrichts gelernt wurde, ist es schon wichtig, Gedankenschmalz zu investieren und die jetzt verbindlichen Aufgaben zu bearbeiten“, empfiehlt sie. Richter weist außerdem darauf hin, dass auch eine Alltagsmaske zum schulischen Dresscode gehören werde. „Und da Kleidung ja immer mehr ist als nur Körperbedeckung, bin ich gespannt auf die Vielfalt der Stile und der modischen Trends, die wir zu sehen bekommen.“

Auch die Schulbusse verkehren seit Montag wieder nach dem regulären Fahrplan. Dabei gilt es natürlich, den nötigen Abstand von anderthalb Metern einzuhalten, und auch das Tragen einer Alltagsmaske ist Pflicht. „Zum Schutz des Fahrers bleibt die Fahrertür bis auf Weiteres geschlossen, der Zustieg erfolgt ausschließlich über die hinteren Türen“, teilt Kreissprecher Oliver Galeotti mit. Auch Fahrkarten können derzeit in den Bussen nicht erworben werden. Auf diesen Hinweis macht die Kreisverwaltung insbesondere mit Blick auf eventuelle Kündigungen von Schülertickets ab Klasse elf aufmerksam.

Die Notbetreuung an den Ganderkeseer Schulen werde übrigens so gut wie gar nicht in Anspruch genommen. An sämtlichen Schulen zusammengenommen seien es gerade einmal zwölf Schüler, berichtet Gruhn.

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