Heimatfreunde Neuenkirchen Dorfgeschichte unterm Sonnenhut

Die Resonanz ist stets gut. Zur „Tour der Geschichte(n)“ sind jetzt 80 Interessierte der Einladung der Heimatfreunde Neuenkirchen gekommen. Die Reihe wird fortgesetzt.
03.07.2019, 18:25
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Thurm

Neuenkirchen. Neu ist die Veranstaltungsreihe nicht: Seit 2011 laden die Heimatfreunde Neuenkirchen zur „Tour der Geschichte(n)“ ein. Zweimal im Jahr werden die ältesten Straßen von Neuenkirchen erkundet, erzählen die Mitglieder der Heimatfreunde Döntjes von alten Hofstellen, von Menschen, die dort lebten und arbeiteten.

Die Resonanz ist stets gut. Viele alte Neuenkirchener kommen, doch häufig wollen auch Hinzugezogene mehr von ihrer neuen Heimat wissen. Der jüngste Historien-Spaziergang war unter dem Gesichtspunkt der Teilnehmerzahl der bislang erfolgreichste. Rund 80 Anmeldungen verzeichnete Hartmut Bohlmann, Chef der Neuenkirchener Heimatfreunde. Und fast alle, die sich angemeldet hatten, waren trotz der sengenden Hitze an diesem Tag und Temperaturen über der 30-Grad-Marke auch gekommen. Gut geschützt mit Stroh- und Sonnenhüten, Mützen oder Baseball-Caps wollten sie eintauchen in die Geschichte der Dorfstraße, einer der ältesten Straßen in Neuenkirchen, und mehr erfahren über die ehemaligen und jetzigen Bewohner der Häuser.

Hermann Feldmann führte die Gäste durch „seine“ Straße. Der 68-jährige ehemalige Landwirt wohnt selbst in der Dorfstraße, die Hofstelle der Familie existiert seit 1698. Auch Feldmann war überwältigt vom Zuspruch und dem geschichtlichen Interesse der Gäste. „Ich bin im Vorfeld der Tour noch einmal bei allen Anliegern gewesen, doch da hatten sich alle schon angemeldet, gerade auch die neu hinzugezogenen, jungen Familien“, berichtet er.

Auf humorige Art plauderte der 68-Jährige dann über die Geschichte der Dorfstraße. Erzählte vom alten Konsum-Schuppen, wo es schon mal Grog für die Landwirte gab und wo auch der Deckbulle der Gemeinde seine Heimat hatte. Von der alten Polizeistation, dem Kolonialwarenladen und der alten Fleischerei hörten die Teilnehmer und erfuhren ebenso über Menschen, für die Neuenkirchen seit Jahrhunderten Heimat ist. Eine dieser Familien ist die Familie Holler, deren Stammsitz seit 1642 in der Dorfstraße steht. Ein Nachfahre, Johann Holler, war einst Bürgermeister von Neuenkirchen und der Gemeinde.

So wanderte die Gruppe die alte Straße rauf und runter. Gut informiert, aber auch durstig und müde fanden die Gäste Rast und Schatten im parkähnlichen Garten der Familie Feldmann. Bei kalten Getränken und warmer Suppe zeigte Hartmut Bohlmann auf einer Großbildleinwand Bilder aus der „guten alten Zeit“. Hermann Feldmann steuerte weitere Anekdoten und Döntjes bei, etwa von Tante Betty aus den USA oder vom Postboten Meier.

Im nächsten Jahr werden die Heimatfreunde ihre „Tour der Geschichte(n)“ fortsetzen. Das steht schon jetzt fest. Alte Straßen mit viel interessanter Historie gibt es in Neuenkirchen noch genug. „Wir wollen die Geschichte unseres Dorfes nicht nur bewahren, sondern sie auch weitergeben. Vor allem an unsere Neubürger und jungen Familien“, sagt Erich Buck, selbst ein alter Neuenkirchener und Mitglied im Geschichtsteam der Heimatfreunde. Das Interesse ist da, das hat die jüngste Tour bewiesen.

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