Kriminaldienst-Leiter Domenico Corbo "Die Aufgaben werden uns nicht ausgehen"

Für Domenico Corbo wird ein Traum wahr. Für seine 33 Jahre hat er bei der Polizei bereits eine beachtliche Laufbahn hingelegt. Nun leitet er den Zentralen Kriminaldienst in der Polizeiinspektion Diepholz.
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Von Annika Lütje

Für den Halbitaliener Domenico Corbo ist aus einem Kindheitstraum die Realität geworden – und noch vielmehr. Für seine 33 Jahre hat er bei der Polizei bereits eine beachtliche Laufbahn hingelegt. Nun ist er der neue Leiter des Zentralen Kriminaldienstes in der Polizeiinspektion Diepholz.

Bei vielen Jungen steht der Polizist ganz oben auf der Liste der Berufe, die sie einmal ausüben wollen, wenn sie groß sind. Auch bei Domenico Corbo war das nicht anders – nur ist bei ihm aus dem Kindheitstraum die Realität geworden ist. Und nicht nur das: Für seine inzwischen 33 Jahre ist er auf der Polizistenlaufbahn schon sehr weit gekommen. Am Montag ist dem Polizeirat vom Polizeipräsidenten der Polizeidirektion Oldenburg, Johann Kühme, offiziell sein neues Amt als Leiter des Zentralen Kriminaldienstes (ZKD) der Polizeiinspektion (PI) Diepholz übertragen worden.

„Als ich noch in Kiel über meiner Masterarbeit brütete, erreichte mich unverhofft ein Anruf des Innenministeriums, ob ich den ZKD in Diepholz leiten möchte“, erzählte Corbo. „Ich muss gestehen, dass ich erst einmal auf der Landkarte nachsehen musste, wo Diepholz liegt – aber dann habe ich begeistert zugesagt“, berichtete er.

Seit vier Wochen arbeitet Corbo nun schon in der PI Diepholz. „Wir haben uns bereits beschnuppert und gut zusammengearbeitet. Und da er extra mit seiner Lebensgefährtin nach Osnabrück gezogen ist, gehe ich davon aus, dass er auch länger bleibt“, sagte sichtlich erleichtert der Diepholzer PI-Leiter Bernd Kittelmann. Denn mit dem Antritt von Domenico Corbo ist für die PI Diepholz eine Zeit der Ungewissheit vorbei. Nachdem der ZKD-Leiter Thomas Kues Anfang des Jahres nach Oldenburg gewechselt war, wurde er von Robert Hörnschemeyer immer wieder kommissarisch vertreten.

Nun soll dank Domenico Corbo der Kollege Hörnschemeyer entlastet werden und Kontinuität in die PI Diepholz einziehen, so Bernd Kittelmann. Und eine mögliche Rest-Skepsis wusste Domenico Corbo auch sogleich zu beseitigen: „Ich kann noch so oft sagen, dass ich gerne hier bin. Es bleibt an mir, es zu beweisen, indem ich so lange wie möglich hier bleibe“, sagte er. Dass ihm dabei langweilig werden könnte, denkt er nicht: „Wohnungseinbrüche, Cyber Crime und Rocker-Kriminalität – die Aufgaben werden uns nicht ausgehen“, so Corbo. Er will sie gemeinsam mit rund 60 Mitarbeitern in sieben Fachkommissariaten, einer Analysestelle und der Fahndung angehen.

Der Halbitaliener sieht sich darauf gut vorbereitet. Seine Ausbildung im Polizeidienst begann er im Jahr 2002 in Oldenburg. Anschließend war er in der PI Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen im Einsatz- und Streifendienst tätig – unter anderem in der Tatort-Gruppe. In der PI Harburg sammelte er erste Erfahrungen in der Ermittlungsarbeit mit dem Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Haus- und Wohnungseinbrüchen.

Beim Polizeikommissariat Buxtehude hatte er die Funktion des Dienstschichtleiters im Streifendienst inne. Zudem war er in Lüneburg als Sachbearbeiter im Castor-Stab tätig. Dort kümmerte Corbo sich aber auch dem Projekt „Polizeibeamte als Zeugen vor Gericht“, bei dem Polizisten auf bevorstehende Gerichtsverhandlungen vorbereitet werden. Als letzte Station vor seinem Studium an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster arbeitete er sechs Jahre in der Verhandlungsgruppe, die bei Geiselnahmen, Erpressungen und mehr zum Einsatz kommt.

Für seine Arbeit in der PI Diepholz ist Corbo eines besonders wichtig: „Bei mir hat das Zwischenmenschliche einen hohen Stellenwert“, sagte er. „Auch im Ermittlungsdienst muss man den Bürgern gegenüber professionell auftreten – und vor allem muss man die Bürger ernst nehmen und ihnen zeigen, dass man für sie da ist“, fügte er hinzu.

Und dann bekam er vom Polizeipräsidenten auch noch einen guten Rat mit auf den Weg – wortwörtlich sozusagen: „Herr Corbo fährt sehr gern Motorrad – Geschwindigkeit, das ist sein Ding“, so Johann Kühme augenzwinkernd. „Im Landkreis Diepholz ist das aber ein großes Thema. Wenn Sie nicht gerade mit dem Zug zur Arbeit kommen, fahren Sie lieber zehn Prozentpunkte zu langsam als zu schnell. Hier wird sehr auf die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenzen geachtet“, ergänzte er schmunzelnd, um dann ernst fortzufahren: „Ich will ja nur, dass Sie vorsichtig sind und uns lange erhalten bleiben.“

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