Online-Petition läuft Positive Zeichen für SY-Kennzeichen

329 Befürworter hat Markus Reimann für seine Online-Petition schon, mit der er fordert, das alte Kennzeichen SY als Alternative zu DH wieder zuzulassen. Er will aber auch mit Bedenken aufräumen.
15.01.2018, 08:47
Lesedauer: 2 Min
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Von Lieselotte Scheewe

Landkreis Diepholz. Die Diskussion um das frühere SY-Kennzeichen als zweites Autokennzeichen neben DH im Landkreis Diepholz kocht wieder hoch. Anlass dazu gibt eine Petition des Sykers Markus Reimann, die bisher 329 Befürworter unterzeichnet haben. Durch eine Gesetzesänderung aus 2012 ist es möglich, alte Kennzeichen wieder zu führen. In vielen Städten und Gemeinden wurden die alten Kennzeichen auf Wunsch der Bürger wieder eingeführt. Bereits 2013 wünschten sich einige Nordkreisler das SY-Kennzeichen, das es seit der Kreisreform 1977 nicht mehr gab, zurück. Der Kreistag lehnte den Antrag aber ab (wir berichteten).

Lokalpatriot Markus Reimann hat sich schlicht und einfach gefragt, warum es an anderen Orten funktioniert, und gerade in Syke nicht. In der näheren Umgebung hat Bremervörde im Landkreis Rotenburg das BRV wiederbekommen, die Stadt Norden im Landkreis Aurich hat seit 2012 das NOR-Kennzeichen wieder. In Nordrhein-Westfalen haben viele Städte und Gemeinden die alten Kennzeichen wieder ermöglicht.

Erfolg teils erst im dritten Anlauf

„Die Diskussion war eigentlich nie weg“, sagt Reimann. Wenn er mit Leuten spreche, dann sei für sie das Thema längst noch nicht vergessen. Zudem gebe es auch andere Städte und Gemeinden, die ihr altes Kennzeichen erst im zweiten oder dritten Anlauf wiederbekommen haben. Aus dieser Motivation heraus gründete Reimann eine Facebook-Gruppe, die derzeit immerhin 238 Abonnenten hat.

Das Argument des Kreistags aus 2013, das SY-Kennzeichen würde den Landkreis Diepholz spalten und das Nord-Südkreis-Gefälle weiter stärken, kann der 34-Jährige nicht teilen. Aus seiner Sicht gibt es diesen Unterschied so oder so schon, und eine weitere Spaltung von Ortschaften durch ein Autokennzeichen habe es in anderen Landkreisen auch nicht gegeben. Für ihn ist „das Autokennzeichen der einfachste Weg, den Menschen ein Stück Heimatgefühl wieder zu geben“. Sein Ziel ist, dass das Thema durch seine Petition, im Internet zu finden unter www.change.org/p/cord-bockhop-autokennzeichen-sy-wir-wollen-es-wieder, noch einmal verstärkt in die politische Diskussion auf Kreisebene rückt.

Landrat stellt Neuigkeiten in Aussicht

Landrat Cord Bockhop wollte sich gegenüber über unserer Zeitung nicht zu dem Thema äußern. Auch auf mehrmalige Anfrage wollte er zu dem Thema nicht erneut Stellung nehmen und vertröstete auf einen Termin in den kommenden Tagen. Zu diesem Termin würde es mehr Informationen zu dem Kennzeichen geben, stellte die Kreisverwaltung in Aussicht.

Die Sorge, dass das Kennzeichen für die Zulassungsstellen mehr Arbeit bedeuten könnte, räumt der Blick auf andere Landkreise aus. Die Stadt Norden etwa führte direkt nach der Gesetzesänderung 2012 sein NOR-Kennzeichen wieder ein. „Vom Grundsatz her haben wir mit dem Kennzeichen eigentlich nur positive Erfahrungen gemacht“, sagt Heinz Schmidt, Abteilungsleiter des Straßenverkehrsamt in Norden. Es sei nahezu kein Mehraufwand, der logistische Aufwand nur in sehr geringem Maße mehr, die Nachfrage hingegen ziemlich groß. „Zum Stichtag meldeten etliche Tausende ihr Interesse an einem NOR-Kennzeichen an, mittlerweile sind es geschätzt um die 30 000, die das Kennzeichen haben“, berichtet Schmidt.

Markus Reimann ist zuversichtlich, dass seine Aktion Erfolg haben wird, und bald wieder Wagen mit SY-Kennzeichen durch den Landkreis und insbesondere natürlich seine geliebte Stadt Syke fahren. „Ich denke, es gibt noch eine Chance für das Kennzeichen“, sagt er.

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