Für die neue IGS stehen noch so einige kostspielige Arbeiten an – auch, damit die Inklusion gelingt

Schulen wachsen zusammen

Achim. Die Zeit läuft: Die integrierte Gesamtschule (IGS) für Achim soll im Sommer beginnen. Die Räume gibt es zwar schon, aber damit auch die Inklusion klappt, muss noch einiges umgebaut werden.
24.03.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Tina Hayessen
Schulen wachsen zusammen

Bald der Schulhof der Integrierten Gesamtschule: Die Haupt- und die Realschule Achim wachsen im Sommer zusammen. Bis dahin stehen noch einige Arbeiten an, vor allem für die Inklusion.

Achim. Die Zeit läuft: Die integrierte Gesamtschule (IGS) für Achim soll im Sommer beginnen. Die Räume gibt es zwar schon, aber damit auch die Inklusion klappt, muss noch einiges umgebaut werden. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von gut 3,5 Millionen Euro bis 2023 – für Umbau, Umzug und Ausstattung. Damit gilt es deutlich mehr zu schaffen als barrierefreie Räume. Denn Inklusion braucht neben Rampen noch so einiges – zum Beispiel Differenzierungsräume. Außerdem müssen die Haupt- und die Realschule zusammenwachsen.

So kostet es laut Verwaltungsvorlage allein 20 000 Euro, um die Schließanlage der Schulen zu vereinheitlichen und eine Datenleitung zwischen dem Haupt- und Realschulgebäude zu installieren. Am Montag, 27. März, wird hierüber der Schulausschuss (18 Uhr im Achimer Rathaus) diskutieren. In der entsprechenden Beschlussvorlage ist die Rede von Arbeiten „für den Zeitraum 2017 bis 2023“ – das wirkt nur auf den ersten Blick verwunderlich. Denn obwohl die Schule bereits diesen Sommer an den Start geht, wird inklusiv – was heißt, dass Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam in einer Klasse sind – nur die fünfte Klasse beschult. Die übrigen Klassen bleiben Haupt-, beziehungsweise Realschulklassen.

Die IGS wächst also quasi in die Schulen hinein. Das bremst die Zeitproblematik, aber es gibt viel zu tun. „Um im Gebäude der Realschule Achim auch die Klassen des Altbaus inklusiv nutzen zu können, sind umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich. Mit den Planungen dafür muss unbedingt in diesem Jahr begonnen werden, damit die Räume zum Schuljahr 2019/2020 für eine inklusive Nutzung zur Verfügung stehen“, betont die Verwaltung. Sie rechnet mit Baukosten in Höhe von 65 000 Euro in den nächsten beiden Jahren, danach ist dann der Millionenbetrag fällig, verteilt auf vier Jahre.

Am meisten zu tun gibt es offenbar in der Realschule. Während die Liesel-Anspacher-Schule vor knapp 15 Jahren mit so ziemlich allem ausgestattet wurde, was Inklusion erleichtert – alle Räume sind barrierefrei erreichbar, es gibt einen Fahrstuhl –, muss die Realschule tüchtig nachrüsten. Nicht nur mangelt es dem Gebäude an Barrierefreiheit, es fehlen der Schule auch Differenzierungsräume. Damit sind Räume gemeint, die Pädagogen nutzen können, um einzelne Kinder oder auch Gruppen zu trennen und mit ihnen allein zu arbeiten oder zu reden. So kann beispielsweise der Unterricht in einem Raum weitergehen und ein Sozialpädagoge beschäftigt sich mit einem Kind, das etwa wegen einer Lernschwäche Hilfe benötigt.

Nach Rücksprache mit der Erich-Kästner-Schule hat die Achimer Verwaltung erfahren, dass wohl etwa 15 Kinder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf zum neuen Schuljahr in die fünfte Klassenstufe eingeschult werden. Die neue IGS soll entsprechend in der bereits recht gut aufgestellten Liesel-Anspacher-Schule mit vier bis fünf Klassen des fünften Jahrgangs starten. Die Hauptschule verzichtet dafür auf die Nutzung der größeren Räume, denn für die IGS sind mindestens 60 Quadratmeter pro Klasse vorgeschrieben. Erst einmal erforderlich sind kleinere Umbauten, wie das Einsetzen von neuen Türen und einer Schallschutzwand. Falls eine fünfte Klasse eingerichtet werden muss, soll der Kunstraum dafür umgenutzt werden.

In Sachen Mensa ist die Lage laut Stadtverwaltung nicht akut. Die Räume der Hauptschule werden wohl für die nächsten drei Jahrgänge der Gesamtschule ausreichen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die IGS-Planungsgruppe sich für eine verpflichtende Teilnahme an der Mittagsverpflegung ausgesprochen hat. In der Beschlussvorlage heißt es: „Langfristig sollte erreicht werden, dass alle Kinder bis Klasse 8 an der gemeinsamen Mittagsverpflegung teilnehmen.“

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