Volleyball TV Baden richtet den Blick nach vorne

Der TV Baden verkündet zwei Zugänge für das Zweitliga-Team und einen internen Abgang.
08.05.2020, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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TV Baden richtet den Blick nach vorne
Von Patrick Hilmes

Es wird sie geben, eine Zeit nach Corona, irgendwann wird alles vorbei sein und irgendwann wird dann auch der Sport wieder vollends stattfinden können. Dann sind auch die Volleyballer des TV Baden wieder gefragt. Und die beschäftigen sich genau mit dieser Zukunft. Der TVB bastelt an seinen Kadern für die Saison 2020/2021 und kann nun Neuigkeiten vermelden. Zwei neue Spieler stoßen zum Zweitliga-Team hinzu, einer verlässt die Truppe hingegen auf internem Weg.

Prominentester Zugang ist kein Unbekannter beim TV Baden, war er in der vergangenen Saison doch Gegner der Badener und kehrt nun nach Hause zurück: Die Rede ist von Benedikt Gerken, Sohnemann von Badens Hallensprecher Marko Gerken. Benedikt Gerken spielte zuletzt für den VCO Berlin, die Mannschaft des Volleyball-Bundesstützpunktes, dessen Kader ausschließlich aus Spielern des Jahrgangs 2000 besteht. Ziel des Projekts ist es, Bundesliga- und Nationalspieler zu generieren. Entsprechend werden die Talente gefördert. Der VCO tritt mit einem Sonderspielrecht an, spielte zunächst eine Saison in Liga drei, dann in Liga zwei und in der kommenden Spielzeit im deutschen Oberhaus. Nach den jeweiligen Saisons finden mit den Spielern Perspektivgespräche statt. Für Benedikt Gerken bedeutet dieses diesmal Endstation, ihm bleibt der Sprung in die 1. Bundesliga verwehrt. „Man hat sich für einen anderen Zuspieler entschieden“, berichtet ein gefasster Benedikt Gerken.

Bundesliga bleibt das Ziel

Gänzlich überraschend kam diese Entscheidung nämlich nicht. „Ich hatte damit gerechnet, da ich schon nicht mehr so oft bei der Nationalmannschaft dabei war. Da wurde auch ein anderer Zuspieler eingesetzt und ich dachte mir schon, dass sie ihn nach Berlin holen. Ich hatte noch ein bisschen gehofft als zweiter Zuspieler dabei zu sein. Aber nun gut, drei Jahre Berlin reichen auch“, erzählt Gerken. Nun führt ihn sein Weg zurück nach Baden, nach Hause, dort wo er auch sportlich groß wurde. Entsprechend freut sich auch Teammanager Peter-Michael Sagajewski über die Rückkehr Gerkens. „Es ist schön, dass er wieder kommt. Er ist so was wie mein Zögling“, ist ein gewisser Stolz in Sagajewskis Stimme zu vernehmen. In der Stimme Werner Kernebecks, der Coach der Badener, ist vor allem Vorfreude zu vernehmen. Denn Kernebeck weiß, welches Format Benedikt Gerken hat. „Er und die anderen jungen Spieler haben uns letzte Saison ganz schön geärgert. Ich bin absolut überzeugt von ihm.“

Vorfreude herrscht derzeit auch bei Gerken selbst, doch das könnte sich auch noch einmal ändern. „Im Moment freue ich mich auf zu Hause. Wenn die Zeit aber kommt und sich die Berliner Mannschaft ins Trainingslager begibt, dann werde ich die Jungs sicherlich vermissen. Alle sind dann am trainieren, aber ich bin nicht dabei – das wird sicherlich komisch werden“, erzählt Gerken. Es wird vor allem auch anders werden. „Volleyball wird sicherlich einen niedrigeren Stellenwert für mich einnehmen. In Baden wird dreimal die Woche trainiert, in Berlin trainiere ich zehnmal die Woche.“ Das suggeriert aber nicht, dass Gerkens Motivation nun eine niedrigere ist. „Ich will mit Baden im Mittelfeld oder noch weiter oben landen. Ich hoffe, es ist noch nicht Schluss mit meiner Entwicklung im Volleyball. Auch wenn es nicht über Berlin geklappt hat, vielleicht schaffe ich es ja dennoch in die Bundesliga“, gibt sich Gerken optimistisch, sein Ziel doch noch zu erreichen.

Bencsik hoch, Probst runter

Dies ist nun Balint Bencsik gelungen. Seit Längerem wurde der gebürtige Ungar bereits an den Badener Zweitliga-Kader herangeführt, in Zukunft wird der Außenangreifer zu ihm zählen. Bewährt hatte sich Bencsik vor allem im Spiel gegen den TuB Bocholt Ende Februar, als er Ole Sagajewski vertrat. Sagajewski hatte sich zu diesem Zeitpunkt in die Schweiz verabschiedet, wo er ein Studium beginnen wollte. Weitere Einsätze für Bencsik sollten folgen, doch Corona funkte dazwischen. Nach Corona wird er aber weitere Chancen erhalten, das versichert auch Werner Kernebeck: „Ich würde ihn, wie auch Benedikt, nicht mitnehmen, wenn ich nicht der Meinung wäre, sie könnten sich noch sehr gut weiterentwickeln.“ Bencsik steigt somit vom TVB II auf. Den umgekehrten Weg nimmt Lewin Probst. Er wird in der nächsten Saison die Außenangreiferposition in der Oberliga-Mannschaft einnehmen.

Mit weiteren Zugängen liebäugelt Kernebeck, doch er ist zugleich sehr froh, verkünden zu können, dass „die restliche Mannschaft so zusammenbleibt“. Die Weichen für die Zeit nach Corona scheinen beim TV Baden bereits gestellt zu sein. Der Blick wird auf jeden Fall schon nach vorne gerichtet.

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