Kommentar über Abitur-Klausuren Glücksspiel beim Abitur

Wenn derart viele Schüler das Gefühl haben, dass eine Klausur zu anspruchsvoll war, dann ist es richtig, dass die Behörden die Aufgaben genau überprüfen, meint Marc Hagedorn.
06.05.2019, 19:26
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Glücksspiel beim Abitur
Von Marc Hagedorn

Der Mensch im Jahr 2019 ist leicht erregbar, vor allem wenn er sich mit Vorliebe in den Sozialen Medien bewegt. Von daher könnte man die aktuelle Aufregung über die Klausuren im Mathe-Abitur leicht abtun als das tägliche Empörungsritual im Internet. Diese Haltung wird dem Thema aber genauso wenig gerecht wie die Häme, die nun ausgeschüttet wird: Hättet Ihr mal lieber fürs Abi gelernt, anstatt freitags auf Demos zu gehen.

Wenn derart viele Schüler das Gefühl haben, dass eine Klausur zu anspruchsvoll war, dann ist das mehr als bloße Egozentrik nach dem Motto: Das eigene Abitur ist immer das schwierigste. Deshalb ist es richtig, dass die Behörden die Aufgaben genau überprüfen.

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Aber die Schüler sollten sich davon auch nicht zu viel versprechen. Sie wünschen sich Gerechtigkeit, sprich einheitliche Anforderungen für jeden Abi-Jahrgang. Allerdings würde selbst ein bundesweites Zentralabitur immer auch Glücksspiel bleiben. Denn nicht nur die Aufgabenstellung entscheidet über Erfolg oder Misserfolg, sondern auch, wo man zur Schule geht, wie engagiert und gut die Lehrer sind und wie sehr das Elternhaus unterstützt. Diese Faktoren werden niemals für alle gleich sein.

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