Bahnstreiks Fragwürdig

Streiks sind ein bewährtes letztes Mittel, um Arbeitgeber im Tarifstreit zum Einlenken zu bewegen. Sie dürfen aber nicht, wie jetzt von GDL-Chef Weselsky, instrumentalisiert werden, meint Hans-Ulrich Brandt.
10.08.2021, 17:07
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Fragwürdig
Von Hans-Ulrich Brandt

Nun also Streiks, von jetzt auf gleich. Im Güterverkehr geht es los, kurz danach auch im Personenverkehr. Eine Überraschung ist das nicht; nicht bei GDL-Chef Claus Weselsky. Ein kompromissloser Gewerkschaftsboss, also genau richtig für diesen Job?

Zweifel kommen auf. Ja, Streiks sind ein bewährtes Mittel bei Tarifkonflikten. Oft sind sie auch der Grund dafür, dass Arbeitgeber einlenken. Doch bei Weselsky sind Streiks nicht mehr das letzte Mittel. Er instrumentalisiert sie, letztlich geht es ihm um mehr Macht für seine GDL.  

Drei von vier Fernzügen sollen ausfallen. Und das zur Ferien- und Urlaubszeit. Gerade hat sich der Personenverkehr etwas normalisiert, jetzt neue Ungewissheiten für Bahnkunden. Das dürfte bei vielen Unverständnis für die Hoppla-Hopp-Streiks der GDL auslösen. Dabei wird Bahnfahren klimapolitisch immer wichtiger, die Nachfrage nach Inlandsflügen sinkt. Wichtig sind aber zuverlässige und schnelle Verbindungen auf den Hauptachsen. Genau die sind das Ziel der Streiks.

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