Videospiel-Test

ToeJam and Earl - Der Funk ist wieder in

Für Liebhaber des Genres ist es ein Klassiker: „ToeJam and Earl“. Mit „Back in the Groove“ lebt die Serie nach fast 30 Jahren wieder auf – und ist noch immer so abgedreht wie damals.
08.03.2019, 15:39
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Golitschek
ToeJam and Earl - Der Funk ist wieder in

ToeJam and Earl: Back in the Groove orientiert sich stark am Original, bringt aber auch neue Elemente ein.

HumaNature Studios

Um sich an „ToeJam and Earl“ zu erinnern, braucht es mehr als nur ein gutes Gedächtnis. Schon als das Spiel 1991 für den Sega Mega Drive erschien, war es nicht der Kassenschlager. Trotz Nachfolgetiteln wurde das Abenteuer keine erfolgreiche Reihe, es prägte sich auch in der Videospiel-Kultur nicht in exponierter Position ein.

Der Hommage-Titel „ToeJam and Earl: Back in the Groove”, der sich weitgehend am Original orientiert, aber trotzdem neue und eigene Elemente enthält, ließ sich nur durch eine Crowdfunding-Kampagne umsetzen. Dass Fast 9000 Fans bereit waren, das Projekt der „Humanature Studios“ mit mehr als 500 000 US-Dollar zu unterstützen, unterstreicht den Wert als Liebhaber-Titel.

Zwei Alien-Rapper vom Planeten Funktron, die auf die Erde stürzen: Das klingt so abgedreht, wie es im Spiel tatsächlich ist. Immerhin geht „ToeJam and Earl: Back in the Groove“ mit der Zeit und und hält nun auch zwei weibliche spielbare Charaktere bereit. Humorvoll nimmt es die Szene, an die das Spiel angelehnt ist, aufs Korn. 2019 wirkt das noch skurriler und mehr aus der Zeit gefallen als vor fast 30 Jahren. Zumal sich vieles nicht erschließt, etwa, warum die Erde in dieser virtuellen Welt aus verschiedenen Plattformen besteht, die nur durch Aufzüge miteinander verbunden sind. Ton (Dialoge gibt es, wenn überhaupt, in Form von Sprechblasen) und Grafik erinnern noch immer an die Sega-Zeiten.

Nicht sofort klar, wer Freund oder Feind ist

In den Leveln muss der Spieler wahlweise allein oder mit einem Partner Schiffsteile suchen und darf dabei nicht den Erdlingen zum Opfer fallen. Wer Freund und wer Feind ist, erschließt sich nicht immer auf Anhieb, und ohnehin ist das mit der Logik so eine Sache für sich. Das gilt auch für die Geschenke, deren Wirkung zunächst ebenso wenig bekannt ist wie deren tatsächlicher Nutzen – einige werfen einen im Spielfortschritt sogar zurück. Minispiele wie Würfeln, Jammen oder auf einer Musikwelle surfen und dabei Boni sammeln ergänzen das Spiel. Sind die Leben aufgebraucht oder alle Schiffsteile gefunden, endet das Spiel – oder geht auf Wunsch von Neuem los. Wem die festgelegte Welt zu eintönig geworden ist, der kann sich in einer zufallsgenerierten probieren. So ist auch beim weiteren Versuch ein abweichendes Spielerlebnis garantiert.

Stellt sich letzten Endes die Frage, was „ToeJam and Earl: Back in the Groove“ eigentlich spielenswert macht? Die Story ist kaum nennenswert, Grafik, Ton und Steuerung sind unzeitgemäß. Braucht es also ein solches Spiel wirklich? Nein; und genau das Unperfekte macht es so schön. Denn dieses Retro-Gedaddel macht einfach einen Heidenspaß. Die Begeisterung der Entwickler für das Original ist trotz – oder gerade wegen – der neuen Elemente fast in jedem Segment spürbar. Es dürfte auch nach fast 30 Jahren noch ein Geheimtipp unter den Spiele-Klassikern bleiben.

Weitere Informationen

Bewertung:

Story: 2/7

Grafik: 3/7

Ton: 4/7

Steuerung: 3/7

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