Bienenpatenschaft in Varrel Ein Blütenparadies für Insekten

Über 120 Paten unterstützen die Bienenpatenschaft vom Hof Mahlstedt in Varrel. Bis zur abschließenden Aussaat im Mai können sich Interessierte noch melden, um ein Teil des Paradies für Insekten zu werden.
28.04.2020, 17:54
Lesedauer: 2 Min
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Von Niklas Johannson

Stuhr-Varrel. Ganze Bienenvölker, Schmetterlinge, Hummeln und andere Insekten werden demnächst wieder davon profitieren: Die Rede ist von der eineinhalb Hektar großen Blühwiese direkt vor dem Hof Mahlstedt an der Grünen Straße in Varrel. Im vergangenen Jahr startete der Varreler Landwirt André Mahlstedt das Projekt „Bienenpatenschaft“ und gestaltete eine Ackerfläche in eine Blühwiese um. Da das Projekt so gut angenommen wurde, findet es seine Fortsetzung. Nach der ersten Aussaat im Februar, stand nun die zweite an. Der dritte und letzte Aussaat-Termin soll im Mai folgen: „Dadurch werden wir über den ganzen Sommer hinweg blühende Pflanzen sehen“, betont Mahlstedt und ergänzt: „Im letzten Jahr haben wir alles auf einmal gemacht. Das war nicht so optimal, weil dadurch alles zur gleichen Zeit blühte.“

Neben der Hauptfläche sollen zwei weitere Blühwiesen entstehen. Eine Fläche liegt in Varrel kurz vor der Bäckerei Krützkamp und die andere ist eher ein kleiner Streifen ganz in der Nähe des Hofes. „So wollen wir auch das Ortsbild ein wenig verschönern und eben überall etwas für den Insektenschutz tun“, sagt der Landwirt. Insgesamt entsteht an diesen drei Standorten ein drei Hektar großes Blütenparadies für Insekten, aber auch für Bodenbrüter und Niederwild. „Es war Wahnsinn, wie viele Rehe, Hasen und Fasane von Herbst bis Frühjahr hier waren“, betont Mahlstedt. Im Sommer seien nun aber wieder die Bienen an der Reihe.

Die Idee entstand im Übrigen während einer Diskussion mit einem Besucher. Der fragte Mahlstedt, warum Landwirte denn überhaupt nichts für den Naturschutz machen. Daraufhin habe der Landwirt ihm erklärt, was er alles tue und sich seine Gedanken gemacht. „Wir mussten irgendetwas tun, um solche Leute einzufangen. So entstand die Blühwiese. Erst haben alle geschmunzelt, nun tun sie das nicht mehr.“ Dass die Wiese bald noch bunter und vielfältiger blühen soll, überzeugt die Paten. Denn die Zahl derer ist im Vergleich zu 2019, als es bereits über 120 Patenschaften gewesen sind, nochmals angestiegen. „Ich kann es nicht genau sagen, aber ich weiß, dass wir schon jetzt drüber liegen. Wir freuen uns vor allem, dass wir dieses Mal viele Unternehmen dabei haben“, verrät Mahlstedt, was daran liegen könnte, dass die Firmen neuerdings eine persönliche Führung über den Milchhof erleben können, sofern sie es denn wünschen. „Wir haben nichts zu verstecken und wollen die Landwirtschaft nach außen bringen“, so Mahlstedt.

Für die kleinste Fläche (50 Quadratmeter) Blühwiese zahlen Paten 25 Euro. „Wir haben von klein bis groß alles dabei, ein Unternehmen hat die Patenschaft von einer ein Hektar großen Fläche übernommen. Und trotzdem haben wir noch Platz für weitere Paten“, berichtet der Landwirt, der keinen Hehl daraus macht, dass er mit dieser Aktion auch ein wenig Geld erhält: „Mit Sicherheit verdiene ich damit auch eine Mark. Wir arbeiten ja nicht umsonst 365 Tage im Jahr und die Familie lebt auch nicht von Luft und Liebe.“ Vor allem in der aktuellen Corona-Krise zählt in der Landwirtschaft jeder Euro: „Die Erlösseite ist natürlich schlechter geworden. Und wenn noch die Milchpreise in den Keller gehen, könnte es knapp werden. Aber wir hoffen mal nicht, dass es existenzbedrohend werden wird“, erklärt Mahlstedt.

Beängstigend ist dagegen die Lage der Bienen, die vom Aussterben bedroht sind. „Wer aktiv mit unserer Unterstützung etwas für die Bienen und heimischen Insektenarten tun möchte, ist hier genau richtig. Mit einer Patenschaft für unsere Blumenwiese können Sie sehr einfach dafür sorgen, dass dem Artensterben entgegengewirkt wird“, heißt es auf der Internetseite des Milchhofes Mahlstedt.

Weitere Informationen zum Projekt erhalten Interessierte per E-Mail an andremahlstedt@web.de oder telefonisch unter der Rufnummer 01 74 / 1 84 13 17.

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