Verschärfter Lockdown Was ab Sonntag in Niedersachsen noch erlaubt ist

Bei den Lockdown-Regeln ab Sonntag ist Niedersachsen nur in wenigen Punkten lockerer als andere Länder - und in einem strenger.
08.01.2021, 15:03
Lesedauer: 2 Min
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Von Michael Evers

Obwohl die Corona-Zahlen in Niedersachsen auch nach einem Wiederanstieg noch immer unter dem Niveau etlicher anderer Bundesländer liegen, greift ab Sonntag der verschärfte Lockdown. Ein kleinerer Teil der Schüler kann dennoch in die Schule kommen und auch bei der privaten Kinderbetreuung gibt es eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen. Die Einschränkung des Bewegungsradius' in Hotspots überlässt das Land den Kommunen und macht sie nicht zur Pflicht.

Ab wann greifen die verschärften Corona-Beschränkungen?

Die neue Corona-Verordnung gilt ab Sonntag bis zum 31. Januar. Die neue Quarantäne-Verordnung für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten gilt bundeseinheitlich ab Montag.

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Was gilt genau für Schulen und Kindergärten?

An Grundschulen gibt es in der ersten Woche nach den Ferien Distanzunterricht, anschließend bis Halbjahresende Unterricht im Wechselmodell (Szenario B). An den weiterführenden Schulen wechseln die Klassen, in denen keine Abschlüsse anstehen, komplett ins Distanzlernen (Szenario C). Das gilt auch für die berufsbildendenden Schulen.

In den Abitur- und Abschlussklassen wird Unterricht in geteilten Klassen erteilt (Szenario B). Für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6, die nicht in der Präsenzlerngruppe sind, ist eine Notbetreuung geplant. In den Kindertagesstätten gibt es eine Notbetreuung mit bis zu 50 Prozent der Gruppengröße. In Anspruch nehmen können die Notbetreuung Eltern, die in relevanten Berufen arbeiten und die Betreuung sonst nicht sicherstellen können, außerdem gibt es eine Härtefallregelung.

Und was ist mit der Tagesmutter oder privaten Betreuungsgruppen, wenn Eltern sich etwa in der Notlage gegenseitig aushelfen?

Die private Betreuung von Kindern in Kleingruppen aus mehreren verschiedenen Familien bleibt erlaubt. Außerdem bleibt es Eltern gestattet, Kinder aus mehreren Familien zur Betreuung zu bringen oder dort abzuholen.

Etliche Kinder leben in Patchwork-Familien oder haben getrennte Eltern. Wie verhalten sich da die Kontaktbeschränkungen?

Die Kinder gehören zu den Haushalten beider Eltern, entsprechend müssen sie beim Besuch des jeweils anderen Elternhaushalts nicht als zusätzliche, externe Person berücksichtigt werden.

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In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz über 200 soll die Bewegungsfreiheit auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzt werden. Wie will das Land solche Maßnahmen umsetzen?

Anders als andere Bundesländer verpflichtet Niedersachsen die Landkreise nicht zu einem solchen Schritt, sondern stellt es den Kommunen frei. Diese könnten die Lage vor Ort am besten bewerten und einschätzen, ob so eine Maßnahme für einen ganzen Kreis zweckmäßig und notwendig ist, sagte eine Regierungssprecherin. Anders auch als andere Länder will Niedersachsen die Wohnadresse und nicht den Wohnort zum Ausgangspunkt des 15-Kilometer-Radius machen. Bewohner einer Großstadt würden sonst gegenüber denen einer kleinen Gemeinde bevorzugt.

Wie verhält es sich mit den verschärften Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten?

Niedersachsen ist hier strenger, als es die nach Bund-Länder-Beschluss vorgelegte Musterregelung vorsieht. Auch Menschen, die eine zweifache Impfung gegen eine Corona-Infektion nachweisen können und solche, die nachweislich bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben, werden nicht von der Quarantäne-Pflicht befreit.

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