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Wie sich der Handel wandelt

Lieselotte Scheewe 21.11.2017 0 Kommentare

Richter Gabelstabler
Till Richter übernahm 2008 die Firma Richter Gabelstapler von seinem Vater und gründete vor ein paar Jahren direkt die nächste. (UDO MEISSNER)

Stuhr. Till Richter schreitet durch eine Reihe von Gabelstaplern. Rote, orange und türkise Exemplare stehen auf der einen Seite, eine Reihe schwarzer Hubstapler auf der anderen. Das ist sein Reich. Seit elf Jahren ist er Geschäftsführer der Firma Richter Gabelstapler im Gewerbegebiet Stuhrbaum. Aber schon von Kindesbeinen an war für ihn das Wort Gabelstapler ein Wichtiges. Sein Vater Hermann Richter gründete die Firma im Jahr 1968. Seitdem hat sich das Kerngeschäft vom analogen Verkauf auf die digitale Verkaufsfläche verschoben und von einem regionalen zu einem internationalen Handel gewandelt – mit anderen Herausforderungen und Anforderungsprofilen. Über diesen Wandel spricht der junge Unternehmer am Donnerstag, 23. November, beim 14. Stuhrer Wirtschaftsforum, das von Gemeinde Stuhr organisiert wird.

„Früher liefen hier in den Hallen viele Kunden herum, um sich die Stapler anzusehen. Heute geht das meiste übers Internet“, sagt Till Richter während er durch die Reihen der bulligen Gefährte läuft. Damit zeigt er einen der wichtigsten Wandlungspunkte seines Geschäfts auf: Der Handel verlagert sich ins Digitale. Wie auch schon sein Vater Hermann kauft und verkauft Till Richter gebrauchte Gabelstapler. Die wichtigste Herausforderung sei dabei, zu wissen, welche Kunden welche Geräte interessieren. „Einen Stapler, der jahrelang gelaufen ist, können wir gut nach Serbien verkaufen, weil dort die Arbeitsstunden in der Werkstatt günstig sind und unsere Kunden dort das Gerät wieder zum Laufen bringen“, sagt der 36-Jährige. In China seien eher Geräte gefragt, die sehr hoch stapeln können, weil der Platz dort in den Lagern so knapp ist, dass die Chinesen höher stapeln müssen.

Dass der Diplom-Kaufmann sechs Sprachen spricht, half ihm dabei, den internationalen Handel weiter auszubauen. Nach seinem Studium und einem Ausflug in die Welt des Kunsthandels, stärkte der damals 23-Jährige den weltweiten und digitalen Vertrieb im Ludwigsfelder Standort der Firma, den heute sein Bruder Jan Richter leitet. „Wir sind eine richtige Gabelstaplerfamilie“, sagt Till Richter. Mit 25 Jahren stieg er in das Stuhrer Unternehmen ein, übernahm zunächst die Geschäftsleitung, weil der damalige Geschäftsführer auf Weltreise ging. Nur ein Jahr später überschrieb Hermann Richter alle Unternehmensanteile auf seinen Sohn. „Fast“, fügt Till Richter hinzu. „Zwei Prozent hat er behalten, für seine Visitenkarte.“

Der Start für den Jungunternehmer war dabei nicht der leichteste. Er übernahm die Firma kurz vor der Finanz- und Wirtschaftskrise. „Der Umsatz brach um die Hälfte ein. Durch die Krise kamen wir aber mit einer schwarzen Null“, berichtet Richter. Es habe dem Betrieb geholfen, dass er breit aufgestellt war. „Eigentlich besteht die Firma aus vier bis fünf Teilen“, sagt er. Neben dem Handel mit Gebrauchtstaplern vermietet das Unternehmen Großgeräte für den regionalen Markt. Die Werkstatt repariert 60 bis 70 Prozent interne Fahrzeuge, aber auch 30 bis 40 Prozent externe Geräte. Dabei sind die Angestellten und Auszubildenden längst nicht mehr nur KFZ-Mechaniker. „Bei den neuen Geräten geht nichts mehr ohne digitale Auslesetechnik“, sagt Kai Weber, der als Mechatroniker in der Werkstatt arbeitet. Und Till Richter weiß: „Mit dieser Entwicklung müssen wir mitgehen.“

Der 36-Jährige führte zudem vor acht Jahren die Abteilung E-Commerce ein. „Dort verkaufen wir online Lagertechnik und Ersatzteile für Gabelstapler“, sagt er und zeigt auf einen Stapel Kartons in einer der Lagerhallen. Dieser Geschäftszweig entwickle sich erfreulich und ist auch eines der Steckenpferde des jungen Unternehmers. Die Weiterentwicklung des digitalen Auftritts, die Suchmaschinenoptimierung und weitere Aspekte des Online-Marketings möchte Richter in Zukunft noch weiter ausbauen. „Das Geschäft wird immer schneller und digitaler“, sagt er.

Von Handel kann Till Richter nicht genug bekommen. Vor fünf Jahren gründete er gemeinsam mit Sascha Dormichian die Firma RDA Recycling Machinery, die ebenfalls im Stuhrer Gewerbegebiet steht. Beide Firmen haben heute rund 50 Mitarbeiter. Als der junge Unternehmen die Firma seines Vaters übernahm, waren es an die 30. „Ich glaube, ich habe ein Auge für Marktlücken“, sagt er. Seine Inspiration und sein Wissen schöpft er aus Geschäftsreisen und Kontakten in die ganze Welt, wozu auch sein jährlicher Aufenthalt im Silicon Valley zählt.


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Leserkommentare
linde79 am 20.10.2019 17:58
Wie wäre es denn, wenn man auch mal die Qualität der Lehrer und Lehrerinnen hinterfragte? Wie wäre es in Anbetracht der Bildungsmisere, die ...
Michalek am 20.10.2019 17:37
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