Familie Cordes verkauft die Früchte seit einigen Jahren in Wulmstorf – und vertraut auf Ehrlichkeit der Kunden Selbstbedienung am Kürbis-Stand

Die Kürbissaison ist in vollem Gange: Noch bis zum 31. Oktober gibt es die bunten Feldfrüchte auf dem Hof von Astrid und Dirk Cordes in Kirchlinteln zu kaufen. In Wulmstorf haben sie einen Außenstand, dort bedienen sich die Kunden selbst.
12.09.2014, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Elisabeth Hintze

Die Kürbissaison ist in vollem Gange: Noch bis zum 31. Oktober gibt es die bunten Feldfrüchte auf dem Hof von Astrid und Dirk Cordes in Kirchlinteln zu kaufen. In Wulmstorf haben sie einen Außenstand, dort bedienen sich die Kunden selbst.

Jedes Jahr aufs Neue verwandelt sich der Hof der Familie Cordes in Hohenaverbergen in ein orange-rot-gelb-grünes Farbenmeer. Kürbisse in Hülle und Fülle, so weit das Auge reicht. 140 verschiedene Sorten baut das Ehepaar Astrid und Dirk Cordes dort auf einer zwei Hektar großen Fläche an. Verkauft wird die Feldfrucht im Hofladen, seit einigen Jahren betreibt das Ehepaar zusätzlich einen Selbstbedienungs-Stand in Wulmstorf. Das werde gut angenommen, erzählt Astrid Cordes, allerdings gebe es auch immer wieder unverbesserliche Vandalen, die dort ihr Unwesen trieben.

Die offizielle Kürbissaison hat bei Familie Cordes bereits am 20. August begonnen, seit einigen Tagen hat auch der Außenstand an der Wulmstorfer Straße geöffnet. Der Kürbisverkauf habe sich einfach so ergeben, erzählt Astrid Cordes. Seit 2004 haben sie und ihr Mann Dirk im heimischen Garten die Früchte angebaut. „Wir hatten jedes Jahr mehr und irgendwann so viele, dass sich der Verkauf verselbstständigt hat“, erzählt sie. Ursprünglich ein landwirtschaftlicher Betrieb, hieß es fortan „Kürbis und mehr“, jedes Jahr zwischen dem 20. August und dem 31. Oktober. Auf einem Strohballen an der Straße lagen die Kürbisse zu Beginn, Kunden konnten sozusagen im Vorbeifahren die Waren kaufen.

Selbstbedienung lautet auch die Geschäftsordnung in Wulmstorf. Die Kürbisse liegen fein säuberlich aufgereiht in einer Holzbude. Nicht ganz alle 140 Sorten gibt es dort zu erwerben, aber immerhin 80 verschiedene Zier- und Speisekürbisse. Schilder erklären die verschiedenen Exemplare, geben Hinweise zum Geschmack und Tipps, wie die Frucht in der Küche am besten zu verarbeiten ist. Da gibt es beispielsweise den Surprise, ein Kürbis für die schnelle Küche: Deckel ab, mit Fleisch, Fisch oder Gemüse gefüllt, fünf bis zehn Minuten in die Mikrowelle, fertig. Oder den Delicata, der sich auch mit Schale zum Anbraten eignet. Das Fruchtfleisch des Spaghettikürbis zerfällt nach dem Kochen in nudelähnliche Fasern, daher der Name.

Ernte nicht ganz so üppig

Die Ernte sei in dieser Saison allerdings nicht ganz so üppig ausgefallen, berichtet Cordes. „Es gab viele Insekten und Käfer, die haben die Kürbisse angestochen.“ Auch der heiße Sommer setzte den Früchten zu: „Dadurch hat die Pflanze die ganze Energie aufgenommen, die Früchte haben zu wenig abbekommen.“ Jetzt sei das Wetter schon wieder zu kalt für die Früchte. Dennoch: Die Nachfrage nach Kürbissen habe in den vergangenen Jahren zugenommen. Immer mehr halte die orange-farbene, rote oder gelbe Frucht Einzug in die deutschen Küchen. „Sobald die Saison beginnt, rennen uns die Leute den Hof ein“, erzählt Cordes. Das derzeitige Herbstwetter leiste einen wichtigen Beitrag dazu.

Die Kunden bezahlen in Wulmstorf per Kasse, die an der Holzwand hängt. Klar nachvollziehen, ob das Geld in der Kasse mit den mitgenommenen Waren übereinstimmt, das kann Astrid Cordes am Ende des Tages nicht. „Das ist eine Vertrauenssache“, sagt sie. Das funktioniere in der Regel gut. Mehr Probleme bereite der Vandalismus. In den vergangenen Jahres sei es immer wieder vorgekommen, dass Betrunkene oder andere Störenfriede des Nächtens den Stand geplündert und die Früchte im Dorf verteilt hätten. „Das macht dann schon traurig“, erzählt die Landwirtin. „Das zeigt, dass unsere Arbeit und die Ernte nicht gewürdigt wird.“ Dennoch hält sie an dem Konzept der Selbstbedienung fest: Schilder weisen seit Kurzem darauf hin, dass der Stand künftig videoüberwacht wird.

Der Hofladen von Astrid und Dirk Cordes in Hohenaverbergen, Heisterweg 2, hat immer sonnabends und sonntags in der Zeit zwischen 9 bis 12 Uhr sowie 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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