THW Bassum Unvergessliche Erlebnisse

Seit mehr als 40 Jahren ist Hans-Günther Fischer beim THW aktiv. 2009 kam er nach Bassum und kümmert sich vor allem um die Jugend. Zahlreiche Highlights bleiben dem Vorsitzenden des Helfervereins im Kopf.
28.04.2021, 06:09
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Unvergessliche Erlebnisse
Von Tobias Denne

Im Büro hängen zahlreiche Bilder an der Wand - sei es vom Ausflug mit dem befreundeten Ortsverband Walsrode zum Freimarkt nach Bremen, für den extra ein Bus organisiert wurde, vom Girl's Day oder dem Besuch bei der Verdener Feuerwehr zu deren Jubiläum. Erinnerungen aus mehr als 40 Jahren, oder wie Hans-Günther Fischer, Vorsitzender des Helfervereins des Technischen Hilfswerk (THW) in Bassum sagt: „Das sind Highlights, die ich nicht vergessen werde.“

Auch an seinen ersten Einsatz kann er sich noch genau erinnern. Der Winter 1978/79 war das, und er, gerade beim THW und stolze 18 Jahre alt, musste den Schnee mit einer Schaufel von den Stichstraßen kriegen. „Ich habe drei Tage lang mein Bett nicht gesehen“, erzählt Fischer und schmunzelt. Manchmal habe er für 30 Minuten auf der Schaufel gelehnt ein Nickerchen gemacht, „irgendwann fällt die Schaufel um“, sagt er und lacht. Zum THW kam er Ende der 70er-Jahre, „weil ich nicht zur Bundeswehr wollte“, gibt er zu. Im Oktober 78 verpflichtete er sich für zehn Jahre und blieb gleich 29 in Delmenhorst, wo er auch gewohnt hat, ehe es 2009 nach Bassum ging. „Seitdem bin ich hier“, sagt Fischer nüchtern. Mittlerweile ist er der Vorsitzende der THW-Helfervereinigung, Zugführer im Ortsverein und seit 2011 gleichzeitig Jugendbetreuer. Entschuldigung, „Ortsjugendbeauftragter, heißt das“, betont Fischer.

Wenn er über die lange Zeit beim THW spricht, ist ihm die Begeisterung für die Organisation anzumerken. „Ich kann gerne Dinge ausdiskutieren, will aber am Ende auch ein Ergebnis haben, mit dem alle leben können. Das Gesamtpaket muss einfach stimmen“, ist der 60-Jährige überzeugt. Das tue es in Bassum. Was auch an Fischers Engagement liegt. Als er die Verantwortung für die Jugend übernommen hat, waren sieben, acht Kinder aktiv. Heute sind es knapp 30 in zwei Jugendgruppen - eine von sechs bis zehn Jahren, die andere von elf bis 17. „Man darf keine Angst haben, nach Spenden zu fragen. Mehr als nein können die nicht sagen, die reißen einem nicht den Kopf ab“, weiß der gebürtige Diepholzer. Über die Jahre wurde die Jugendabteilung nicht nur personell stärker, auch mehr Material kam hinzu. Zelte, Feldbetten, Gaskocher sind nur ein paar Beispiele, mit denen „wir acht Wochen ohne Strom in der Wildnis überleben können“, betont er - nicht ohne Stolz in der Stimme.

Er freut sich, dass die Jugend so gut aufgestellt ist im THW. „Wir müssen die Kinder so motivieren, dass sie sich schon mittwochs für samstags zum Dienst verabreden“, sagt der Vorsitzende. Überhaupt fällt kaum das Wort „ich“ in diesem Gespräch. Fischer spricht fast ausschließlich im „Wir“. „Wir haben es als Team geschafft“, freut er sich.

Genau so wie den achten Platz beim Bundeswettbewerb vor einigen Jahren. „Wir durften Niedersachsen vertreten, und wir kamen als kleine Stadt Bassum auf den achten Platz. Da war die Hölle los“, erinnert sich Fischer und spielt mit dem Schlüssel in der Hand. Früher sei Niedersachsen zwischen den Rängen 14 und 16 gelandet. „Wir haben hier trainiert wie die Bekloppten. Die Zeiten wurden immer besser“, erzählt Fischer voller Begeisterung. Ehe es zum Wettbewerb nach Neumünster ging, war die beste Zeit 2:10 Stunden gewesen - von mehr als vier heruntergearbeitet. Am Tag selbst war das Team nach zwei Stunden fertig. „Wir haben uns alle in den Armen gelegen, es sind auch ein paar Tränen geflossen. Ich habe immer mit den Tränen zu kämpfen“, gibt er zu und strahlt dabei. Ein Jahr später kamen zwei Drittel zur Grundausbildung und in den Trupp. „Ich bin stolz auf die Jugendlichen“, bekräftigt Fischer, der auch die Finanzen im Blick hat.

Denn der THW braucht - wie auch andere Vereine - Geld zum Überleben, für Geräte. Dafür gibt es die THW-Helfervereinigung, ein Förderverein sozusagen. „Ich habe Leute in die Vereinigung geholt“, sagt der 60-Jährige und nennt Axel Knoerig, Michael Gillner und Horst-Dieter Jobst. Auch zum Unternehmen Gemüse Meyer bestehen gute Kontakte. „Die sind ganz wichtig“, findet er. Über die Jahre hat sich Fischer ein Image aufgebaut, die Leute wissen, „dass das Geld bei uns sinnvoll investiert wird. Es gibt viel Vertrauen“, ist er dankbar. Manche sagen zu ihm, er sei der Chef des THW. „Das bin ich nicht. Ich bin Chef der Jugend“, entgegnet er. Und die Mitglieder, die schon lang erwachsen sind, kennt Fischer noch als Kinder. „Mir ist es egal, wie viele Einsätze wir fahren. Ich weiß, dass Leute da sind, die was können.“

Sein Ziel, wenn es gesundheitlich noch passt, ist es, die 50 Dienstjahre noch vollzumachen. 2029 wäre das. Irgendwann, das räumt er ein, möchte er die Betreuung der Jugend in jüngere Hände legen. Dem THW bleibt er aber noch erhalten. „Mir haben Leute in schweren Situationen geholfen, und ich habe 40 Jahre Arbeitskraft im Dienst der Allgemeinheit getan. Darauf bin ich stolz.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+