Sport und Corona

Maßnahmen sorgen für Stillstand im Bremer Amateursport

Die von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen im Kampf gegen Corona bringen den Spielbetrieb im Land Bremen zum Erliegen. Der Sportbetrieb wird ab Montag eingestellt.
29.10.2020, 05:00
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Maßnahmen sorgen für Stillstand im Bremer Amateursport
Von Frank Büter
Maßnahmen sorgen für Stillstand im Bremer Amateursport

Einmal noch: Am Sonnabend trifft Dennis Engelke mit Werder Bremen in der 2. Bundesliga auf die TG Nürtingen, ab Montag gelten dann neue behördliche Vorgaben.

Oliver Baumgart (hansepixx)

Nichts geht mehr: Die von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie bringen den organisierten Sport im Land Bremen erneut zum Erliegen. Vereine dürfen nicht mehr trainieren, die Zahl der Kontakte im Freien wird auf maximal zehn Personen aus zwei Haushalten beschränkt. Zudem wird der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sowie Schwimmbädern eingestellt, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen.

Nur Individualsport (Radfahren, Laufen) ist weiter erlaubt. Im Profisport soll es zudem bis Ende November nur noch Geisterspiele geben. Die verschärften Maßnahmen gelten ab kommenden Montag und dann vorerst bis Ende November. Ab Montag also gelten neue behördliche Vorgaben, die es den Sportverbänden nicht mehr erlauben, den Spielbetrieb fortzusetzen. An diesem Wochenende aber darf noch einmal gespielt werden.

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Und in den übergeordneten Leistungsklassen wie etwa der Fußball-Regionalliga oder den 2. und 3. Handball-Ligen wird das wohl auch der Fall sein. Anders als im Volleyball, wo der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) am Mittwoch umgehend sämtliche Partien, darunter auch das Auswärtsspiel der Drittliga-Frauen vom TV Eiche Horn in Köln, abgesetzt hat. „Gott sei Dank ist jetzt das Zeichen der Politik da“, sagt TVE-Trainer Marcus Lentz. „Jetzt können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und versuchen, die Pandemie runterzufahren.“

Noch einmal Gas geben heißt es derweil für die Regionalliga-Kicker des FC Oberneuland und von Werders U 23. FCO-Trainer Kristian Arambasic ist in seiner Gemütslage hin und her gerissen. Sportlich betrachtet hält er es für eine Katastrophe, dass die Serie mit der Partie am Sonntag beim HSC Hannover enden soll. „Andersherum ist es aber auch Wahnsinn, dass wir in der aktuellen Lage noch mit einem Bus durch die Lande fahren“, sagt der Coach. Arambasic glaubt zudem nicht daran, dass in diesem Jahr noch mal wieder gekickt werden wird, „ich denke, dass es für uns dann schon in die Winterpause geht“. Auch das sei schlimm, „weil wir dann im März wieder bei Null anfangen“.

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Kaum richtig angefangen haben derweil die Handballer des ATSV Habenhausen – und dürfen sich nach nur vier absolvierten Begegnungen nun bereits auf eine mehrwöchige Pause einstellen. „Ich gehe fest davon aus, dass wir am Sonnabend vorerst unser letztes Spiel bestreiten“, sagt Matthias Ruckh, der Trainer des Drittliga-Aufsteigers. Ob und wann es weitergeht? Ruckh tut sich mit einer Antwort schwer. „Klar würden wir gerne spielen“, sagt er. Aber das sei angesichts des Pandemie-Geschehens nicht darstellbar und nach außen hin ein völlig falsches Signal.

Auch Werders Zweitliga-Handballerinnen bereiten sich derzeit noch auf ihr anstehendes Heimspiel am Sonnabend vor. „Wir haben sinnvolle Hygienevorschriften, die wir gut umsetzen. Deshalb halte ich das für vertretbar“, sagt Werders Handball-Chef Martin Lange. Unabhängig von den eingangs beschriebenen Maßnahmen hat das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachsen (HVN) am Mittwochmorgen bereits auf die steigenden Infektionszahlen reagiert und wie am Abend zuvor der Bremer Fußball-Verband die Reißleine gezogen.

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Der gemeinsame Spielbetrieb mit Bremen von den Oberligen bis runter zu den Landesklassen (Jugend und Senioren) wurde mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. „Viele Vereine und auch Sportlerinnen und Sportler haben uns aufgefordert, Verantwortung zu zeigen und den Spielbetrieb auszusetzen. Diesem Wunsch tragen wir Rechnung“, sagte HVN-Präsident Stefan Hüdepohl. Dieser Beschluss gilt zunächst bis einschließlich 31. Dezember. Der Entscheidung vorausgegangen war eine Zusammenkunft der bereits vor Wochenfrist gebildeten „Task-Force“, der unter anderem der Bremer Jens Schoof (Spieltechnik) angehört.

Diese „Task-Force“ bleibt laut Mitteilung des Präsidenten bestehen und wird Vorschläge für die Form des Spielbetriebes ab Januar kommenden Jahres erarbeiten. Als Profiliga definiert sich die 2. Basketball-Bundesliga Pro A – sie kann den Spielbetrieb also fortsetzen, muss dabei im November allerdings auf Zuschauer verzichten. Für die Eisbären Bremerhaven bedeutet das zwei Geisterspiele, „wirtschaftlich ist das ein Desaster“, sagt Geschäftsführer Nils Ruttmann. Da Bremerhaven den Inzidenzwert von 50 inzwischen auch überschritten hat, ist es zudem unklar, ob beim Heimspiel am Sonnabend gegen Kirchheim Zuschauer zugelassen sind.

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