Fragen zum Thema Kurzarbeit

Welche Möglichkeiten die Kurzarbeit Unternehmen bietet

Was Unternehmen beachten müssen, die auf Kurzarbeit zurückgreifen wollen, udn was das für Arbeitnehmer bedeutet, erklärt die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven.
18.03.2020, 18:43
Lesedauer: 3 Min
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Welche Möglichkeiten die Kurzarbeit Unternehmen bietet
Von Esther Nöggerath
Welche Möglichkeiten die Kurzarbeit Unternehmen bietet

Viele Arbeitgeber sind wegen Corona gezwungen, über Kurzarbeit in ihren Betrieben nachzudenken und diese bei der Agentur für Arbeit anzumelden. (Symbolbild)

Bernd Wüstneck/DPA

Da die Einschränkungen durch das Corona-Virus auch immer mehr Unternehmen in Niedersachsen und Bremen treffen, gibt es derzeit viele Betriebe, die an Kurzarbeit interessiert sind, um wirtschaftliche Einbußen und Auftragsrückgänge aufzufangen. Deswegen hat die Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven, zu der auch Delmenhorst und der Landkreis Oldenburg gehören, einige Fragen und Antworten zum Thema Kurzarbeit zusammengefasst und veröffentlicht.

Was bedeutet Kurzarbeit?

Kurzarbeit bedeutet, dass für einen Teil der Beschäftigten oder alle Beschäftigten in einem Betrieb vorübergehend nicht mehr genug Arbeit da ist und sie ihre Arbeit vorübergehend verringern oder ganz einstellen müssen. Um eine Kündigung zu vermeiden, kann Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das Geld entspricht ungefähr dem Arbeitslosengeld – wird aber vom Betrieb gezahlt, der das von der Arbeitsagentur erstattet bekommt. Damit wird die schlechte Auftragslage überbrückt.

Wem hilft Kurzarbeitergeld?

Arbeitnehmer behalten ihre Jobs und Arbeitgeber werden von Lohnkosten entlastet. Unternehmen behalten auch in der Flaute ihr eingearbeitetes Personal.

Gibt es Bedingungen für Kurzarbeitergeld?

Es gibt ein paar Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen. Kurzarbeit können Unternehmen beantragen, die aufgrund unverschuldeter wirtschaftlicher Ursachen (wie Lieferengpässe bei benötigten Produktionsteilen oder anderer nicht beeinflussbarer unabwendbarer Ereignisse wie Hochwasser oder das Corona-Virus) kurzfristig in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, ihre Beschäftigten dadurch nicht mehr voll auslasten können und bei denen mindestens zehn Prozent der im Betrieb Beschäftigten mindestens zehn Prozent ihres Lohns einbüßen.

Was ändert sich durch das Eilgesetz der Bundesregierung?

Mit den neuen Vorschriften können noch mehr Betriebe Kurzarbeit nutzen. Bisher musste mindestens ein Drittel der im Betrieb Beschäftigten von einem Arbeits- und Lohnausfall betroffen sein. Künftig reichen zehn Prozent der Beschäftigten. Hinzu kommt, dass die Bundesagentur für Arbeit nun auch die Sozialversicherungsbeiträge voll erstattet. Denn auch in Kurzarbeit sind Beschäftigte weiter in den Sozialversicherungen gemeldet. Bisher mussten die Arbeitgeber diese Beiträge in voller Höhe selbst übernehmen. Neu ist ebenfalls, dass künftig auch Leiharbeitnehmer Kurzarbeitergeld erhalten können.

Voraussetzungen für Kurzarbeit sind „wirtschaftliche Ursachen“ und die sogenannten „unabwendbaren Ereignisse“. Was heißt das?

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass Unternehmen wirklich nur im Notfall Kurzarbeitergeld beanspruchen können und nicht etwa bei normalen Betriebsrisiken. Wirtschaftliche Ursachen meinen die Einflüsse, die nicht in der Verantwortung des Betriebes liegen. Beim Corona-Virus kann von wirtschaftlichen Ursachen gesprochen werden, wenn beispielsweise Teile ausbleiben, nicht ersetzt werden können und Bänder stillstehen. Dann gibt es noch die sogenannten „unabwendbaren Ereignisse“. Darunter fällt beispielsweise Hochwasser. Und dazu zählen auch Anordnungen der Gesundheitsämter.

Wie beantragt man Kurzarbeitergeld?

Unternehmen nehmen Kontakt mit der Agentur für Arbeit auf und schildern ihren Fall. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, folgt die schriftliche Anzeige bei der Agentur. Sowohl die Mitteilung von Kurzarbeit als auch die eigentliche Antragsstellung können online unter www.arbeitsagentur.de/kurzarbeit erfolgen, wenn der Arbeitgeber bei der BA registriert ist. Eine Beratung und weitere Infos für Arbeitgeber gibt es telefonisch unter der Hotline 08 00 / 4 55 55 20.

Welche Unterlagen muss ich für den Antrag einreichen?

Zur Prüfung der Voraussetzungen für Kurzarbeit muss der Betrieb der Arbeitsagentur mehrere Unterlagen vorlegen. Dazu gehören zum Beispiel auch die Vereinbarung über die Einführung von Kurzarbeit mit dem Betriebsrat oder den Arbeitnehmern. Arbeitgeber sollten auch die möglichen Änderungskündigungen einreichen.

Wie lange wird Kurzarbeitergeld gezahlt?

Die mögliche Bezugsdauer beträgt zwölf Monate, aber das ist vom Einzelfall abhängig.

Wie hoch ist Kurzarbeitergeld?

Es beträgt 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns. Wenn Arbeitnehmer mindestens 0,5 Kinder auf der Lohnsteuerkarte eingetragen haben, beträgt der Satz 67 Prozent.

Reicht das Geld der Bundesagentur für Arbeit für eine schwere Konjunkturkrise aus?

Die Bundesagentur für Arbeit ist auf eine mögliche schwere Krise vorbereitet. Sie kann bei Bedarf auf Konjunkturreserven von derzeit 26 Milliarden Euro zurückgreifen.

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