Sieben-Tage-Inzidenz im kritischen Bereich Delmenhorst im Corona-Krisenmodus

Mit vier neuen Fällen meldete Delmenhorst am Montag relativ wenige neue Corona-Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt aber immer noch weit über 100. Auch im Landkreis Oldenburg spitzt sich die Lage zu.
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Delmenhorst im Corona-Krisenmodus
Von Björn Struß

Schon am vergangenen Donnerstag erreichte die Corona-Krise in Delmenhorst die „Alarmstufe Rot“. Der Grenzwert von 50 war bei der Sieben-Tage-Inzidenz deutlich überschritten, die Stadt gilt seitdem als Risikogebiet. Die Hoffnung, dass sich an diesem Zustand schnell wieder etwas ändert und das in vielen Bundesländern geltende Beherbergungsverbot dann nicht mehr gilt, zerstreute sich am Wochenende mit neuen Rekordwerten. Am Montag vermeldete die Stadtverwaltung mit vier Neuinfektionen eine niedrige Zahl. Bei der auf 100 000 Einwohner berechneten Inzidenz hat Delmenhorst mit 122 den unrühmlichen Spitzenplatz in Deutschland an den Landkreis Cloppenburg abgegeben. Und auch im Landkreis Oldenburg ist die Lage zunehmend kritisch. Über das Wochenende gab es 21 neue registrierte Fälle, die Inzidenz liegt bei 48,9.

Am Donnerstag hatte Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) auf das Überschreiten des Grenzwertes reagiert, indem er alle Delmenhorster Schüler einen Tag eher in die Herbstferien schickte (wir berichteten). Für private Zusammenkünfte – ob im Freien oder auch nicht – ordnete er zudem eine Personenobergrenze von zehn an. Mit der entsprechenden Allgemeinverfügung geht die Stadtverwaltung damit weiter, als es das Land Niedersachsen vorgegeben hat. Die entsprechende Verordnung begrenzt Zusammenkünfte und Feiern in Gastronomiebetrieben und öffentlich zugänglichen Räumen auf 25.

Ausweitung der Maskenpflicht

Im Gespräch mit dem DELMENHORSTER KURIER hat Jahnz angekündigt, dass er bei den Corona-Regeln weitere Verschärfungen plant. „Wir planen, die Maskenpflicht auszuweiten. Wahrscheinlich wird dies für die Fußgängerzone gelten“, sagt er. Zudem werde die Stadt weiterhin alle Veranstaltungen absagen und die Einhaltung der Regeln noch genauer kontrollieren. „Ich selbst trage die Maske sehr gewissenhaft. Wenn ich sie etwa für ein Interview abnehme weise ich deutlich darauf hin, Abstand zu halten“, berichtet Jahnz. Für Maskenverweigerer habe er kein Verständnis. „Die Wirkung ist doch nun weltweit hinlänglich bekannt“, betont der SPD-Politiker. Wenn sich die Menschen in Delmenhorst an die Regeln halten sei er auch optimistisch, dass die Zahl der Neuinfektionen wieder sinkt.

Auch im Landkreis Oldenburg spitzt sich die Lage zu. Am Montag näherte sich die Sieben-Tage-Inzidenz mit 48,9 dem kritischen Grenzwert von 50 gefährlich nahe. Mit der Überschreitung der 35er-Marke hat der Kreis nun ab Dienstag, 13. Oktober, lokal neue Regeln in Kraft gesetzt. Im privaten Bereich sind unter Einhaltung des Abstandsgebots nur noch Zusammenkünfte von 25 Personen erlaubt. Eine Feier in Räumen abseits der eigenen Wohnung oder in gastronomischen Betrieben dürfen maximal 50 Personen besuchen. Damit folgen die Verantwortlichen der aktuellen Verordnung des Landes Niedersachsen.

„Diffus auftretende Einzelfälle“

Anders als in Delmenhorst lassen sich die Infektionen im Landkreis zum Teil zu einer konkreten Örtlichkeit zurückverfolgen. So stehen nach Angaben der Presseabteilung 36 Infizierte in einem Zusammenhang mit einem Corona-Ausbruch im Landkreis Cloppenburg. Weitere elf Infizierte seien ebenfalls in der Fleischverarbeitung tätig und wurden als Reiserückkehrer vor Arbeitsantritt positiv getestet. „Aber daneben gibt es jetzt häufiger diffus in der Bevölkerung auftretende Einzelfälle, die nur mit viel Aufwand kontrollierbar sind und in erheblichem Maße zur Infektionsdynamik beitragen“, heißt es in der Pressemitteilung des Kreises. Diese Infektionen inmitten der Gesellschaft müsse man mit Sorge betrachten.

Landrat Carsten Harings appelliert eindringlich an die Bürger: „Abstand halten, penibel auf Hygiene achten und eine geeignete Mund-Nasenbedeckung tragen. Damit ist schon sehr viel zu erreichen und ich finde nicht, dass es im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger zu viel verlangt ist. Wir wollen gemeinsam diese Krise meistern und weitere starke Einschränkungen vermeiden. Darum ist Achtsamkeit und auch nach Möglichkeit Verzicht auf zahlreiche soziale Kontakte das Gebot der Stunde.“

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