Tipps der Polizei Sicherheit auf dem Weg zur Schule

Am 27. August beginnt das neue Schuljahr. Die Polizei Delmenhorst gibt Tipps, was Eltern beherzigen sollten, damit ihre Kinder sicher zur Schule kommen. So bleibt jetzt noch Zeit, den Schulweg zu üben.
12.08.2020, 17:58
Lesedauer: 3 Min
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Sicherheit auf dem Weg zur Schule
Von Andreas D. Becker

In zwei Wochen geht die Schule wieder los, am 27. August ist nach den Sommerferien der erste Schultag. Auch wenn es wegen der Corona-Pandemie ein Schuljahr voller Unsicherheiten wird, weil es immer mal wieder zu vereinzelten Quarantäne-Anordnungen für Klassenverbände oder gar vorübergehenden Schulschließungen kommen könnte. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat gesagt: „Wir planen das neue Schuljahr 2020/2021 auf der Basis von Normalität. Stand heute kommen wir mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen zu der klaren Einschätzung, dass das Schuljahr 2020/2021 im eingeschränkten Regelbetrieb startet.“

Aber gerade für Schulanfänger ist der Wechsel von der Kindertagesstätte in die Grundschule ein ganz besonders großer Schritt. Und der erste große Schritt wird bereits auf dem Weg zur Schule gemacht. „Um die Kinder dabei bestmöglich zu unterstützen, sollten sie von ihren Eltern gut auf den Schulbeginn vorbereitet werden“, sagt Polizeisprecherin Lorena Lemke. Denn Corona hin oder her: Der Schulweg birgt viele Gefahren. Um die Kinder zu schützen, werden die Beamten der Polizeiinspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch gezielte Kontrollen an Schulen und Kindergärten durchführen, um den Kindern einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Ganz praktische Verkehrserziehung für Autofahrer, die ihre Geschwindigkeit vor diesen Einrichtungen nicht anpassen.

Die Zeit bis zum Schulstart sollten Eltern aber nutzen, um das Thema Schulweg zu thematisieren. „Da die Sommerferien genügend Zeit bieten, um die Kleinen auf ihre Schulzeit vorzubereiten, empfiehlt die Polizeiinspektion folgende Aspekte zu beachten: Ob zu Fuß, mit dem Bus oder mit dem Auto – jeder Schulweg muss vorab ausgiebig geübt werden, damit die Kinder auch allein sicher zur Schule kommen“, betont Lorena Lemke.

Was Eltern als Erstes überlegen sollten: Die Wahl des Weges, denn der kürzeste Weg ist nicht immer auch der sicherste. Es sollte darauf geachtet werden, dass Ampeln, Zebrastreifen und Verkehrsinseln vorhanden sind, damit das Kind die Straße sicher überqueren kann. Ist dies nicht möglich, sollte den Kindern noch einmal genau erklärt werden, dass sie auf keinen Fall hinter Hindernissen wie zum Beispiel geparkten Fahrzeugen oder in Kurven auf die Fahrbahn gehen sollten, um diese zu überqueren. Das ist schlicht zu gefährlich.

Grundschulkinder, die mit dem Fahrrad zur Schule fahren, sollten von ihren Eltern oder anderen Erwachsenen begleitet werden, empfiehlt die Polizei. Warum? Die Erfahrung zeigt, dass sich gerade Abc-Schützen noch leicht ablenken lassen, ihr Fahrrad meistens noch nicht sicher beherrschen und sich nicht an alle Verkehrsregeln halten. Nach Abschluss einer erfolgreich absolvierten Fahrradausbildung in der Schule können die Kinder dann auch bedenkenlos allein am Straßenverkehr teilnehmen.

Ein weiteres Problem, das die Polizei mit Blick auf die Verkehrssicherheit an Schulen stark beschäftigt: Elterntaxis. Hier empfehlen die Beamten, dass Eltern Fahrgemeinschaften bilden und sich eventuell untereinander abwechseln, um die Kinder zur Schule zu begleiten. Dies verhindert den großen Ansturm am Morgen sowie gefährliche Situationen durch dicht gedrängte Elterntaxis. „Wenn in Ausnahmefällen auf das Auto zurückgegriffen werden muss, sollte das Parken unmittelbar vor dem Schulgelände vermieden werden, damit gefährliche Verkehrssituationen reduziert werden“, bittet die Polizeisprecherin Eltern um Mithilfe, um Gefahrenquellen zu minimieren.

Trotzdem gibt die Polizei noch einen Hinweis an alle Elterntaxi-Chauffeure: Denn auch im Auto kommt es auf die richtige Sicherung der Kinder an: „Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr, die kleiner als 150 Zentimeter sind, dürfen im Auto nur mitgenommen werden, wenn amtlich genehmigte und für das Kind geeignete Rückhalteeinrichtungen (Kindersitze) benutzt werden.“ Wichtig ist auch, dass Kindersitze zu Gewicht beziehungsweise zu Größe und Alter des Kindes passen, auf dem vorgesehenen Autositz montierbar und für das Auto zugelassen sind.

„Weiterhin ist die Sichtbarkeit von Kindern im Straßenverkehr besonders wichtig“, erinnert Lorena Lemke schon jetzt daran, dass es nicht mehr lange dauert, bis der Schulweg im Dunkeln absolviert werden muss. Durch helle reflektierende Kleidung und Schulranzen werden Kinder schneller wahrgenommen. Und noch eine Faustregel sollten Eltern im Kopf haben: „Da Kinder bei Stress unkonzentrierter sind, sollte genügend Zeit für den Schulweg eingeplant werden.“ Eine zusätzliche Gefahrenquelle stellt das Smartphone dar, das für zusätzliche Ablenkung sorgt und deswegen im Straßenverkehr auf keinen Fall benutzt werden sollte.

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