Kaiserschleuse Reparaturarbeiten an der Kaiserschleuse

Am Schleusentor der Kaiserschleuse in Bremerhaven finden Instandhaltungsarbeiten und technische Überarbeitungen statt, die im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Gesamtkonstruktion stehen.
26.03.2021, 15:44
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Reparaturarbeiten an der Kaiserschleuse
Von Peter Hanuschke

Instandhaltungsarbeiten finden an Schleusentoren regelmäßig alle paar Jahre statt. Routinearbeiten sind das deshalb noch lange nicht, sondern immer wieder eine Herausforderung: Dieses Mal geht es um das Binnenhaupt der Kaiserschleuse.

Zu diesem Zweck wird das 2200 Tonnen schwere Schleusentor an diesem Freitag von einem Schwimmkran zur Lloyd-Werft transportiert. Für das Aus- und Einbauen der schwimmenden Stahlwand ist Millimeterarbeit erforderlich: Nur 67 Millimeter Platz haben die Fachleute auf dem Schleusentor und die Besatzung des Schwimmkranes, um das Betonbauwerk nicht zu rammen.

Neben den Instandhaltungsarbeiten werden laut der Hafenmanagementgesellschaft Bremenports am Tor technische Überarbeitungen vorgenommen. Das 57 Meter lange, 23 Meter hohe und neun Meter breite Schleusentor wird nach der Überarbeitung im Mai wieder zur Kaiserschleuse zurückgebracht, wo es dann als Reservetor am Dalben liegt. Das jetzige Reservetor wird dann eingebaut.

Parallel zu diesen Arbeiten wurden auch die 80 Tonnen schweren Unterwagen mit Hilfe des Schwimmkrans ausgebaut. Sie werden jetzt auf der Fassmer Werft baulich auf die Veränderungen am Schleusentor angepasst. Diese Arbeiten werden voraussichtlich drei bis vier Wochen dauern. Für diese Zeit muss die Kaiserschleuse für den Schiffsverkehr gesperrt bleiben. Bis dahin werden die Seeschiffe über die 1932 erbaute Nordschleuse in den Überseehafen geleitet.

Die technischen Überarbeitungen stehen im Zusammenhang mit einer fehlerhaften Gesamtkonstruktion: Schon 2019 wurde die Kaiserschleuse deshalb umfassend saniert – und das, obwohl das Bauwerk erst Ende 2011 für mehr als 230 Millionen Euro fertiggestellt wurde. Die Probleme an der Schleuse waren bei Routineuntersuchungen aufgefallen: 2014 hatte ein Taucherteam von Bremenports Schäden an den Unterwasser-Schienen und an deren Verankerung am weserseitigen Schleusentor – dem Außenhaupt – festgestellt. Das Schadensbild sei nicht durch eine unsachgemäße Bedienung der Schleuse entstanden, so Bremenports damals. Der Grad derAbnutzung der Schiene hätte erst in 30 Jahren auftreten dürfen. Schon damals wurde die wichtige Passage zu den Häfen in Bremerhaven gesperrt. Erst im Dezember 2015 wurde die Schleuse wieder freigegeben.

Die Kosten für die Notreparatur und die nun endgültige Reparatur des Außenhauptes betragen zusammen etwa 24 Millionen Euro, wobei zwei Drittel der Kosten von der Arbeitsgemeinschaft aus Hochtief, Strabag und August Prien übernommen wird, während Bremen ein Drittel zahlen muss. Mit diesem finanziellen Kompromiss wollte Bremenports langwierige Auseinandersetzungen vor Gericht vermeiden.

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