60 Euro pro Bildschirm

Bremen führt Wettbürosteuer ein

Bremen bittet die Betreiber von Wettbüros zur Kasse - und zwar mit 60 Euro pro Bildschirm. Die neue Steuer gilt ab diesem Donnerstag.
31.05.2017, 16:09
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Bremen führt Wettbürosteuer ein
Von Jan Oppel
Bremen führt Wettbürosteuer ein

In Bremen und Bremerhaven gilt ab diesen Juni eine Wettbürosteuer.

imago sportfotodienst

Bremen bittet die Betreiber von Wettbüros zur Kasse - und zwar mit 60 Euro pro Bildschirm. Die neue Steuer gilt ab diesem Donnerstag.

Wettbüros gibt es in Bremen an jeder Ecke. Ab zwei Euro Einsatz ist man dabei, und Tipps können für so ziemlich jedes Szenario abgegeben werden: Wer gewinnt? Wer schießt die Tore? Wer bekommt den ersten Einwurf? Das Geschäft mit den Sportwetten ist für die Betreiber der Wettbüros einträglich.

Das hat die Politik auf den Plan gerufen. Seit diesem Donnerstag gilt in Bremen und Bremerhaven die Wettbürosteuer. Für jeden Bildschirm in ihren Wettstuben müssen die Betreiber ab sofort 60 Euro im Monat zahlen. Als Bildschirm gilt jede feste oder mobile elektrische Anzeige, die es ermöglicht, Wettveranstaltungen oder Wettergebnisse zu verfolgen.

Gerade Live-Wetten sind dazu geeignet, süchtig zu machen

Betreiber müssen die Wettbürosteuer selbst berechnen und bis zum zehnten Tag des Folgemonats überweisen. Gerade Live-Wetten sind nach Ansicht von Experten dazu geeignet, die Spieler süchtig zu machen. Mit der Sondersteuer will die rot-grüne Landesregierung die Ausbreitung von Wettbüros einschränken und den Betrieb unattraktiver machen.

Die Zusatzsteuer soll auch zusätzliches Geld in Bremens Kassen spülen. Im vergangenen Jahr wurden auf dem deutschen Sportwettenmarkt rund sechs Milliarden Euro umgesetzt. Die Steuereinnahmen aus Sportwetten in Deutschland sind nach Angaben des deutschen Sportwettenverbandes DSWV im vergangenen Jahr abermals gestiegen.

Anstieg von rund 28 Prozent

Die vom Bundesfinanzministerium vorgelegten Zahlen für 2016 zeigen einen Anstieg von rund 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: Während 2015 rund 240 Millionen Euro an Sportwettsteuer an den Fiskus abgeführt wurden, waren es 2016 rund 307 Millionen Euro. Die Wettbürosteuer wird seit einigen Jahren in immer mehr Gemeinden erhoben.

Sie existiert bereits in zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens, etwa in Dortmund, Düsseldorf, Duisburg und Essen. Dort orientiert sich die Steuer aber nicht an der Zahl der Bildschirme, sondern wird anhand der Größe des Wettbüros bestimmt. Bisher zahlen Wettbüros in Bremen weder Vergnügungs- noch Wettbürosteuer.

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