Bremens neuen Läden

Pop-Up-Stores eröffnen in Peterswerder und der Innenstadt

Lust aufs Stöbern machen zwei Pop-up-Stores und ein Lädchen, die neu in Bremen sind. Eigene Mixgetränke-Variationen, Schönes aus Skandinavien und heimische Produkte werden angeboten.
12.11.2020, 05:00
Lesedauer: 5 Min
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Pop-Up-Stores eröffnen in Peterswerder und der Innenstadt
Von Sigrid Schuer
Pop-Up-Stores eröffnen in Peterswerder und der Innenstadt

Anastasia Duin von „Fritz Franz“ verkauft Wohnaccessoires im skandinavischen Stil.

Petra Stubbe

Schon allein das Gebäude ist ein echter Hingucker. Die historische Stadtwaage, erbaut im Stil der Weserrenaissance, in die so mancher gern mal ein Blick werfen möchte. Das ist nun ab Sonnabend, 14. November, möglich. Dann nämlich öffnet im ehemaligen Kulturhaus in der Langenstraße, lange Sitz der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, ein Pop-up-Store der Made-in-Bremen-Marke seine Pforten. Der Name ist Programm: Zu haben ist hier Schönes, Ausgefallenes, Verspieltes, alles in Bremen produziert. Christian Jacobs, der die Stadtwaage von der Sparkasse gekauft hat, war als Bremer Lokalpatriot auf Anhieb überzeugt von dem Konzept und lud Erfinderin Julia Schulze-Windhoff und ihr Team Stevie Schulze, Florian Wolff und Frederich Niederberghaus ein, ihren Pop-up-Store bis Silvester in dem historischen Gebäude aufzuschlagen.

„Die Stadtwaage und regionale Anbieter aus Bremen und umzu gehören seit Jahrhunderten zusammen. Wir freuen uns daher auf die Vorweihnachtszeit mit Made in Bremen in der Stadtwaage“, sagt Jacobs. Wie viele Geschäftsleute hat auch das Team von Made in Bremen eine coronabedingte Durststrecke hinter sich. Die ursprünglich für März geplante Messe gleichen Namens musste zehn Tage vor Beginn abgesagt werden. Flagge zeigen konnte das Team dann allerdings im September auf dem Lloydhof bei der stadtweit ausgerufenen Aktion Heimat shoppen.

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Das Besondere sind die von Made in Bremen kreierten Eigenmarken, die in handlichen Paketen zu haben sind und sich auch für den Versand an Bremen-Nostalgiker in Übersee eignen. Ob nun „Bremer Kaffeekränzchen“ oder Gesa Gottfrieds „Knipp & klar“. Das Knipp in der Dose wird von der Fleischerei Safft im Steintor produziert, dazu gibt es Apfelmus, „Omas Gurken“ von Schudeisky und „Korn to be wild“ von Güldenhaus. Oder aber: Hans Hansens „Seemannskram“. Das Paket enthält Dosen-Brot aus Bremen-Nord, ein Tattoo nebst Lexikon zu dieser Form der Körperkunst, ein graviertes Messer, eine Buddel Rum und eine Flasche zum Versenden einer Flaschenpost. Die Geschichte der Walfängerei in Vegesack gibt es gratis dazu, genauso wie das „Bremer Kaffeekränzchen“.

MIT Langenstraße Stadtwaage Neueröffnung Pop-up-Store Made in Bremen

Julia Windhoff und Florian Wolff bieten heimische Produkte von Kaffee über Knipp bis Seemannskram in der Stadtwaage an.

Foto: Roland Scheitz

Gestrickte Masken mit Kussmund-Motiv

In einer Ecke blinken die Goldschälchen von Keramikerin Frauke Alber, auf einem anderen, hölzernen Palettentisch sind gestrickte Masken mit Kussmund-Motiv von Cordula Bünger drapiert. Und auch der ehemalige Konzertsaal in der ersten Etage, der inzwischen entkernt ist, sieht mit den weißen, mobilen Stellwänden nun ganz anders aus.

Kurator Frederich Niederberghaus zeigt in dieser Pop-up-Verkaufs-Galerie die Werke von rund zwölf Bremer Künstlern, wie Skulpturen von Mirsad Herenda oder Fotografien von Phil Porter. Auch erschwingliches für den kleineren Geldbeutel gibt es zu erstehen, beispielsweise limitierte Drucke. Aber auch die eigens von Mario Ellert gestaltete Inneneinrichtung im Erdgeschoss ist quasi ein begehbares Kunstwerk.

Der Pop-up-Store von „Made in Bremen“ in der Langenstraße 13 hat bis Silvester montags bis sonnabends von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Die Weltmeisterschaft im Cocktail-Mixen, den Mixology Bar Award, für sich zu entscheiden, das ist schon was. Denn die ausgeklügelte Produktion von fantasievollen Cocktails ist schon mal eine Wissenschaft für sich. Das weiß wohl kaum einer besser als Mario Ippen, der seit Jahr und Tag die Lemon Lounge Am Wall führt und vor einigen Wochen, wie berichtet, den begehrten, internationalen Preis abräumte. Ippen ist bekannt für seine kreativen Ideen.

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Die waren und sind jetzt wieder während der Zeit des ersten und nun des zweiten Teil-Lockdowns besonders gefragt. Und so wurde die Idee der fix und fertig gemixten Bottle-Cocktails geboren, die im Frühjahr bei schönstem Wetter etwa draußen in den Wallanlagen konsumiert werden konnten.

Nun ist zwar die Viertel-Meile zwischen Oster- und Steintor vorerst bis Ende November geschlossen. Für das echte Cocktail-Feeling zu Hause hat Mario Ippen deshalb bis zum 21. November neben dem Café Nero, Vor dem Steintor 94-96, den Pop-up-Store „Beer meets Cocktails“ eröffnet. Die Namen seiner Kreationen sprechen schon mal Bände: Kon Tiki Tropical Itch, Mango Cooler, Tommy’s Margarita, Singapore Sling, French 5 oder Pusser’s Painkiller.

MIT Vor dem Steintor Neueröffnung Pop-up-Store Lemon Lounge / Union-Brauerei Mario Ippen

„Beer meets Cocktails“: Im Laden von Mario Ippen im Steintor gibt es eigene Kreationen fix und fertig in Flaschen abgefüllt zu kaufen.

Foto: Roland Scheitz

Mundgerecht in Flaschen abgefüllt

Für den besonderen Kick auf der Zunge sorgen natürliche Ingredienzien wie verschiedene Fruchtpürees und frisch gepresste Säfte. Aber Ippen bietet auch Klassiker wie Mai Tai oder Whisky Sour an. Von seinem Kooperationspartner, der Union Brauerei mundgerecht in Flaschen abgefüllt. So könnten die Cocktails fix und fertig zu Hause serviert werden, betont Mario Ippen.

Der Pop-up-Store, Vor dem Steintor 94-96, firmiert unter dem Namen: „Beer meets Cocktails“. Der Laden ist donnerstags und freitags von 16 bis 20 Uhr geöffnet sowie sonnabends von 12 bis 18 Uhr. Die Buddelcocktails können online auf der Internetseite www.lemonloungecocktaildelivery.de bestellt werden, sind aber auch in dem Spirituosen-Fachgeschäft von Julius Kalbhenn, Schüsselkorb 12, erhältlich.

Alles so schön hyggelig hier. Vor drei Wochen hat Anastasia Duin ihren kleinen Laden „Fritz Franz“ am Schwarzen Meer 7 eröffnet. Das Herz der gebürtigen Lettin schlägt für skandinavische Wohnaccessoires. Denn sie strahlen das „Hyggelige“, also das, was die Dänen gemeinhin als „gemütlich“ bezeichnen, aus. „Ich kann nur das verkaufen, was ich selber mag“, lautet ihre Devise. Das kommt offenbar auch in Bremen gut an. Seit drei Wochen betreibt sie ihren Laden nach eigenen Angaben mit gutem Erfolg.

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Im Februar, noch bevor die große Corona-Welle anrollte, zog sie aus familiären Gründen, wie sie sagt, von der Isar an die Weser. Die Zeit des ersten Lockdowns sei schon hart gewesen, sagt sie. Aber nun floriere das Geschäft. „Die Leute können nicht verreisen und da suchen sie nach etwas Schönem, mit dem sie sich es zu Hause nett machen können“, sagt Duin. Eben hyggelig. Das ist auch das dänische Design. So hangelt sich der hölzerne Kult-Affe von Kay Bojesen am Schaufenster entlang.

Goldglänzende Elche

Von der Kopenhagener Firma Broste stammen die goldglänzenden Elche. Hyggelig sind auch die schwarz-weißen Decken mit Tannenmotiv, in Lettland aus Bio-Baumwolle gefertigt und natürlich auch die in Hamburg aus einem Kaschmir-Woll-Mix produzierten Mützen in Gute-Laune-Bonbon-Farben wie rosarot oder fliederfarben. Dazu werden Kerzen in Regenbogen-Farben für dunkle Tage verkauft.

Aber Praktisches gibt es auch: Wie Rollen mit den wiederverwendbaren Küchentüchern „Kiss my kitchen“, die in der Maschine gewaschen werden können und später ökologisch kompostierbar sind. Der Bestseller, sagt Duin, sei die etwas andere adventliche Gruppe aus Porzellan des dänischen Labels Dottir. Nicht nur in die Vorweihnachtszeit passt das Ensemble aus zwei Porzellan-Tannenbäumen samt Eichhörnchen und Hirsch, umrahmt von vier weißen Kerzen. Noch einen Hingucker gibt es hier zu sehen: Die expressiven Frauen-Porträts der Bremer Künstlerin Alexandra Reut.

Fritz Franz, Am Schwarzen Meer 7, hat wochentags von 10 bis 13.30 und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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