Bremer Zahlen: Parzellen im Stadtgebiet

Nachfrage nach einem Kleingarten in der Großstadt steigt

Immer mehr Leute wollen einen eigen Garten in der Großstadt. Das belegt eine Studie des Bundes. Auch in Bremen ist die Nachfrage nach einem Garten wegen Corona enorm gestiegen.
27.07.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Nachfrage nach einem Kleingarten in der Großstadt steigt
Von Elena Matera
Nachfrage nach einem Kleingarten in der Großstadt steigt

Insgesamt befinden sich in Bremen, nach Auskunft des Gartenfreunde Bremen, 18.000 Parzellen.

Patrick Pleul

Der eigene Garten in der Großstadt – immer mehr Menschen wollen sich diesen Traum verwirklichen. Das zeigt eine Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) aus dem Jahr 2018. Die Nachfrage nach Kleingärten ist demnach in den vergangenen Jahren deutschlandweit stark gestiegen, die Wartelisten für eine Parzelle werden immer länger.

Die Mehrzahl der Kleingärtner in Deutschland ist laut BBSR unter dem Dach des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde (BDG) und seinen 19 Landesverbänden organisiert: Mehr als 910 000 Pächterinnen und Pächter in gut 14 000 Vereinen bewirtschaften 44.000 Hektar Kleingartenflächen in fast 16 000 Anlagen deutschlandweit.

18.000 Parzellen in Bremen

In Bremen verzeichnet der Landesverband der Gartenfreunde Bremen gut 17.000 Kleingärten. Die Mitglieder sind in 100 Kleingartenvereinen in Bremen und Bremerhaven organisiert. Außerdem gibt es laut BBSR viele Kleingärtnerorganisationen und nicht organisierte Kleingärtner außerhalb des BDG. In Bremen existieren demnach insgesamt gut 18.000 Parzellen. Die Stadt liegt damit auf dem sechsten Platz bundesweit.

Laut der Gartenfreunde Bremen ist die Nachfrage nach einem Kleingarten in diesem Jahr besonders angestiegen – der Grund: Corona. „Das fällt schon sehr stark auf. Wir haben bei unserem Verein in diesem Jahr dreimal so viele Bewerbungen wie noch im Jahr zuvor“, sagt Peter Dörge, stellvertretender Vorsitzender des Kleingärtnervereins am Werdersee. Mehr als 300 Anfragen lägen derzeit für einen Garten vor, davon seien 75 aktive Bewerber, die auch ein entsprechendes Bewerbungsformular ausgefüllt haben.

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Foto: Grafik Weser Kurier

Es gebe sogar einen Verein in Bremen, bei dem bis zu 800 Menschen auf der Warteliste stehen. „90 Prozent der Bewerber sind mittlerweile Familien mit Kindern“, sagt Dörge. „Der Generationswechsel ist deutlich spürbar.“ Das bestätigen auch die Zahlen der Studie des BBSR. Das Durchschnittsalter der Mitglieder in den befragten Vereinen und Verbänden hat sich in den vergangenen Jahren verringert und liegt mittlerweile bei 56 Jahren. 2013 lag das Durchschnittsalter bei 60 Jahren.

Laut BBSR wird ökologisches Gärtnern für Pächter und Vereine immer wichtiger. Ein weiterer Trend ist außerdem die gemeinschaftliche Nutzung der Kleingärten. Immer mehr Familien, Kitas, Schulen und Altersheime teilen sich Parzellen.

Wohnen und Kleintierhaltung verboten

Wer einen Kleingarten in einem Bremer Verein pachten will, muss sich an die Gartenordnung des Landesverbands der Bremer Gartenfreunde halten. Lauben dürfen demnach nicht größer als 24 Quadratmeter sein, Hecken und Zäune zum Weg dürfen nicht höher als 1,10 Meter sein und ein Drittel der Gartenfläche muss für den Anbau von Obst, Gemüse oder Kräutern genutzt werden. Auch das Wohnen und die Tierhaltung ist im Kleingartengebiet verboten.

Ein Kleingarten ist im Durchschnitt 370 Quadratmeter groß. Die jährliche Pacht liegt laut BDG bei etwa 17 Cent pro Quadratmeter. Zu den zusätzlichen Kosten gehören außerdem ein Mitgliedsbeitrag bei dem jeweiligen Kleingärtnerverein, Stromkosten, kommunale Abgaben und Versicherungen. Je nach Größe koste ein Garten somit zwischen 200 und 400 Euro pro Jahr.

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