Verbindung in die Bremer Überseestadt BSAG stellt Pläne für Linie 5 vor

Wer vom Hauptbahnhof in den südlichen Teil der Überseestadt will, muss im ÖPNV mit der Buslinie 20 fahren. Das soll sich ändern mit einer neuen Straßenbahnlinie.
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Christiane Mester

Ab April kommenden Jahres soll die neue Straßenbahnlinie 5 tagsüber zwischen Hauptbahnhof und Überseestadt verkehren. Im Bereich der Bahnhofsvorstadt führt die Ausweitung des Angebots zum Wegfall einer Haltestelle: Ein neuer Halt soll „Daniel-von-Büren-Straße“ und „Doventorsteinweg“ ersetzen. Die Pläne dafür stellte die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) nun dem Verkehrsausschuss des Beirats Mitte vor.

Mit der neuen Straßenbahnlinie sollen die Fahrgäste künftig ohne Umsteigen zwischen Hauptbahnhof und dem südlichen Teil der Überseestadt verkehren können. Bisher ist das nur mit der Buslinie 20 möglich und klappt zur Hauptverkehrszeit nur selten pünktlich. Aufgrund der angespannten Verkehrssituation geht es für die Busse in der Überseestadt oftmals nur im Schneckentempo vorwärts.

Lesen Sie auch

Die Linie 5 soll einfach am Stau vorbei fahren. Das soll auch Autofahrer zum Umsteigen auf den öffentlichen Personennahverkehr bewegen. Von der Straße auf die Schiene, lautet die Devise im Berufsverkehr. Vor den Toren der Überseestadt ist diese Angebotserweiterung allerdings mit einer Einschränkung verbunden: In der Bahnhofsvorstadt sollen die Haltestellen „Daniel-von-Büren-Straße“ und „Doventorsteinweg“ entfallen und durch einen neuen Anfahrtspunkt ersetzt werden. Die geplante Haltestelle soll im Verlauf der Daniel-von-Büren-Straße auf Höhe der Kreuzung Bilsestraße entstehen. Fahrgäste, die bislang noch an der „Daniel-von-Büren-Straße“ ein- und aussteigen, werden es künftig ein paar Meter weiter zur Haltestelle haben.

Bahnen fahren häufiger

Die BSAG betont die Vorteile: Läuft alles nach Plan, verkehren die Bahnen dort bald häufiger, sagt Angebotsplaner Lars Degen. Das entlaste die Linie 10, die vor Ort von vielen Schülern genutzt wird. Vier Schulen befinden sich im näheren Umkreis. Vor allem zu Stoßzeiten bekommen viele BSAG-Kunden auf dieser Strecke nur noch Stehplätze. Aktuell verkehren die Bahnen zwischen Hauptbahnhof und Bahnhofsvorstadt im Zehn-Minuten-Takt. Künftig würden sie alle 20 Minuten von den Fahrzeugen der neuen Linie 5 unterstützt werden.

„Wo jetzt innerhalb einer Stunde sechs Bahnen pro Fahrtrichtung verkehren, sollen es dann neun sein“, rechnet der BSAG-Planer vor. Zwar stelle das Verkehrsunternehmen seinen Betriebsablauf bereits auf die anvisierte Taktung ein, den Auftrag, diese tatsächlich genau so zu fahren aber, habe die BSAG bislang noch nicht erhalten. Es hake an der Finanzierung und man rechne in den nächsten Wochen mit einer Zusage, sagt Degen. Zuständig sei der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) – ein Zusammenschluss von sechs Landkreisen und vier Städten im Raum des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN).

Lesen Sie auch

Die Linie 5 soll ab April kommenden Jahres auf dem Fahrplan stehen. Die neue Haltestelle noch nicht. „Die Baugenehmigung steht noch aus“, erläutert Wiebke Stolz, BSAG-Infrastrukturplanerin, den Verfahrensstand auf Nachfrage. „Solange die neue Haltestelle noch nicht da ist, werden die vorhandenen weiter bedient“, sagt Stolz. Frühestens im Sommer kommenden Jahres soll laut BSAG mit den Bauarbeiten begonnen werden, spätestens im Herbst.

Die neue Haltestelle direkt an das Gleisbett setzen

Im Beteiligungsverfahren, in dem auch der Beirat Mitte als Träger öffentlicher Belange gehört wird, ist noch nicht angelaufen. Nach jetzigem Stand ist geplant, die neue Haltestelle zwischen beiden Fahrbahnrichtungen direkt an das Gleisbett anzusetzen. Die Streckenführung soll so bleiben. Platz für den Wartebereich soll eine Fahrbahnverengung liefern. Auf einer Seite wird die Daniel-von-Büren-Straße dann auf einer Länge von 40 Metern einspurig werden.

Mit dem Bauvorhaben befasse sich der Beirat, sobald die Detailpläne vorliegen, erklärt Ortsamtsleiterin Hellena Harttung. Dann werde vor allem der Fußgängerüberweg geprüft werden, der zur Haltestelle führt. Die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler dort müsse gewährleistet sein. Die BSAG will eine bereits vorhandene Querung nutzen und den Wartebereich direkt daneben bauen. „An dieser Stelle gibt es bereits eine Fußgängerampel“, sagt die BSAG-Vertreterin.

Wer aus dieser Richtung auf die Haltestelle zuläuft, für den ist der bestehende Überweg der kürzeste Weg, um zur Haltestelle zu gelangen. Anders verhält es sich für den, der von der anderen Seite, aus Richtung der Falkenstraße, kommt. Von dort aus gesehen liegt der Fußgängerübergang hinter dem Wartebereich. Zur Ampel zu laufen, wäre also ein Umweg. Absperrungen sollen verhindern, dass Fahrgäste die unsichere Abkürzung über die Fahrbahn nehmen, sagt Beiratssprecher Michael Rüppel (Grüne). Insgesamt bewerte das Stadtteilparlament das Vorhaben jedoch durchweg positiv. „Die Überseestadt mit der Linie 5 anzuschließen, ist eine gute Sache“, so Rüppel.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+