Shoppen nach Anmeldung Senat erlaubt Terminshopping in Bremen

Der Bremer Senat hat am Dienstag eine Einkaufsregelung mit Terminvergabe beschlossen. Gleichzeitig bereiten Bund und Länder vor ihrer Konferenz am Mittwoch einen Fahrplan für weitere Lockerungen vor.
02.03.2021, 20:28
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Senat erlaubt Terminshopping in Bremen
Von Jürgen Hinrichs

Bund und Länder wollen an diesem Mittwoch einen Fahrplan beschließen, wie es in der Pandemie zu weiteren Öffnungen kommen kann – der Bremer Senat hat dazu bereits am Dienstag einen Beschluss gefasst. Demnach wird Shoppen nach dem Prinzip „Date & Collect“ erlaubt – also das Einkaufen im Laden für eine Person oder einen Haushalt und nach Terminvergabe.

Die Regelung muss noch durch die Bürgerschaft und wird deshalb erst in den nächsten Tagen in Kraft treten. Sie ist überholt, wenn der Inzidenzwert stabil niedrig bleibt und im Einzelhandel, aber auch in Einrichtungen wie Museen, Kinos und Theater weitere Öffnungsschritte möglich sind. Das erste Mal gibt es dafür eine Strategie. Niedergelegt ist sie in einem Beschlussentwurf für die Bund-Länder-Konferenz.

Shopping in Bremen: Maximal ein Haushalt ist erlaubt

Beim Terminshopping gilt nach Mitteilung des Senats eine 1:1-Regel: Die Kundengruppe darf aus maximal einem Haushalt bestehen und wird von der Verkäuferin oder dem Verkäufer die ganze Zeit über begleitet. Es dürfen so viele Kundengruppen das Geschäft betreten wie Personal vorhanden ist, allerdings unter dem Vorbehalt, dass die Hygiene- und Abstandsvorschriften eingehalten werden. Zur Nachverfolgung einer möglichen Infektion müssen die Inhaber Namenslisten führen. „Andere Bundesländer führen das Terminshopping jetzt auch ein“, kündigt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) an. Die Entscheidung für eine richtige Öffnung könne hingegen nur auf Bund-Länder-Ebene getroffen werden.

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Nach einer Umfrage unter den Geschäftsleuten im Bremer Viertel freuen sich zwei Drittel der Befragten über das vom Senat beschlossene Einkaufsmodell. "Viele denken, lieber so etwas als gar nichts", sagt Norbert Caesar, Vorsitzender der Interessengemeinschaft "Das Viertel". Allerdings werde damit hauptsächlich Läden geholfen, die mit dem einzelnen Kunden einen hohen Umsatz machten. "Wir verstehen die Maßnahme als Versuch des Senats, dem Handel unter die Arme zu greifen und einen erweiterten Geschäftsbetrieb auch bei einer Inzidenz über 35 zu ermöglichen“, so Caesar. Keinesfalls dürfe das aber dazu führen, die richtige Öffnung des Handels auf die übernächste Ministerpräsidentenkonferenz zu vertagen. Die Auslastung der Geschäfte sollte, wie schon einmal, an eine bestimmte Quadratmeterzahl pro Kunden gebunden sein.

Die Bremer Handelskammer begrüßt den Senatsbeschluss als „ersten wichtigen Schritt" für den Einzelhandel. „Es liegen gute Hygienekonzepte vor, die den Einkauf weitestgehend risikofrei ermöglichen“, erklärt Kammer-Chef Matthias Fonger. Studien hätten gezeigt, dass der Einzelhandel kein Infektionstreiber ist. Fonger hofft, dass in Bremerhaven durch sinkende Inzidenzzahlen möglichst bald ebenfalls "Date & Collect" möglich sein wird. Allerdings sei es aus Sicht der Handelskammer dringend nötig, dass über diesen Anfang hinaus bei der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin über weitere Öffnungsperspektiven für den Einzelhandel – ebenso wie für die anderen vom Lockdown betroffenen Branchen – entschieden werde.

Handelsverband erwartet Öffnungsperspektive

Wie sehr der Druck wächst, im Handel zu Lockerungen zu kommen, machte am Dienstag auch der Verbund der norddeutschen Industrie- und Handelskammern deutlich. „Wir erwarten, dass den besonders betroffenen Branchen wie dem Einzelhandel, den Dienstleistungen, dem Tourismus, der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche sowie der Kulturwirtschaft in der Bund-Länder-Konferenz eine Öffnungsperspektive aufgezeigt wird„, erklärt die IHK Nord. Neben dem Inzidenzwert sollten dabei weitere Indikatoren berücksichtigt werden. „Wir gehen davon aus, dass ein neuerlicher Ausfall des Ostergeschäfts für viele Unternehmen nicht mehr verkraftbar sein wird.“

In dem Papier, über das an diesem Mittwoch beraten wird, sind Öffnungsschritte vorgesehen, die teils regional abgestuft werden und abhängig von den jeweiligen Sieben-Tage-Inzidenzen sind. Schon von kommender Woche an könnten wieder Treffen des eigenen mit einem weiteren Haushalt möglich sein, beschränkt auf fünf Personen, Kinder nicht mitgezählt. Im Einzelhandel, bei Museen, Theater, Kinos und der Außengastronomie hängt die Lockerung davon ab, wie dauerhaft die Inzidenzzahl 35 unterschritten wird. Eine Zwischenstufe könnte dem Entwurf zufolge das sein, was der Senat beschlossen hat: "Date & Collect". Zusammenfassend heißt es: „Für die nächsten Wochen und Monate wird es bei stabilem Infektionsgeschehen einen Vierklang geben: Impfen, Testen, Kontaktnachvollziehung und Öffnungen.“

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