3. Bremer Grillmeisterschaft Die Bremer Grillkönige kommen aus Syke

Das Team „BBQ Monster“ aus Syke hat die Bremer Landesgrillmeisterschaft 2019 gewonnen. Ein Pokal, 1500 Euro und ein Ticket für die Deutsche Grillmeisterschaft sind der Lohn.
15.09.2019, 19:17
Lesedauer: 3 Min
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Die Bremer Grillkönige kommen aus Syke
Von Detlev Scheil

An den Grillgeräten fließt viel Männerschweiß. Und das nicht nur, weil Holzglut und Gasflammen große Hitze verbreiten. Denn auch die hohe Konzentration und der Zeitdruck machen sich bemerkbar. Brennt etwas an, ist der Ofen schnell aus, der Traum vom Meistertitel ausgeträumt.

Es ist nicht zu übersehen: Die Bremer Landesmeisterschaft im Grillen, die zum dritten Mal im Rahmen der Messen Hanselife und Grillgut hauptsächlich von Männern ausgetragen wird, ist für die 14 teilnehmenden Teams eine ernste Sache. Die Aufgabe hat es in sich: auf dem Grill ein viergängiges, pfiffig kombiniertes Menü zubereiten und die einzelnen Gänge im Stundentakt abgeben. Und die Konkurrenz ist stark. Eine ganze Reihe reiner Wettbewerbs-Teams aus dem norddeutschen Raum ist am Start.

Geschmack statt Chichi

Titelverteidiger aus dem Vorjahr ist das Syker Team „BBQ Monster“ mit Jérôme Raatz (33), Thorsten Lilkendey (40), Sebastian Schwenen (41), Michael Meyer (46), Christian Brassat (29) und Ana Maria Schwenen (39). „Wir wollen wieder gewinnen und setzen auf Geschmack statt Chichi“, sagt Sebastian Schwenen.

Und der Jubel will am späten Sonntagnachmittag nicht enden, denn es klappt tatsächlich: „BBQ Monster“ wird Bremer Landesmeister 2019. Ein stattlicher Pokal, 1500 Euro Geldprämie und ein Ticket für die Deutsche Grillmeisterschaft sind der Lohn. Auf dem zweiten Platz landet das Team „Ran an den Grill“ aus Valluhn in Mecklenburg-Vorpommern, den dritten Rang belegt „Northern Hellfire“ aus Norderstedt in Schleswig-Holstein. „BBQ Monster“ war auch bereits bei den Deutschen Grill-Meisterschaften in Fulda erfolgreich und landete zur eigenen Überraschung auf dem zweiten Platz. Damit verbunden ist das Recht, 2020 an der Weltmeisterschaft im Grillen teilzunehmen.

In Deutschland wird nach Angaben des Branchenverbandes inzwischen jährlich mehr als eine Milliarde Euro für Grillgeräte, -brennstoffe und -zubehör ausgegeben. Sebastian Schwenen ist sich sicher, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist: „Da geht noch was, wie der Blick in die Vereinigten Staaten zeigt.“ Von den praktischen Gasgrills hält der Syker Grill-Experte, der einen Grill-Catering-Service betreibt, übrigens nicht besonders viel. Das Team „Monster BBQ“ benutzt lieber Holzkohle-Kugelgrills. „Sie versprechen bessere Aromen“, sagt Schwenen.

Hohe Ansprüche

Die vier Gänge beim Landeswettbewerb bestehen aus einem Appetizer, sprich drei mundgerechten Stücken, mit Beilage, einem Steak-Sandwich mit Beilage, einem Hähnchengericht mit Beilage und einem Dessert mit Beilage. Einige Zutaten wie Rindersteaks und Hähnchenschenkel werden den Teams zugeteilt, anderes müssen sie sich selbst besorgen: Was die Wettkämpfer daraus machen, ist ihnen überlassen. Die „Monster“-Griller stellen an sich selbst hohe Ansprüche. So werden zum Beispiel die Hähnchenschenkel nicht einfach so gegrillt, sondern daraus werden mundgerechte „Pralinen“ gemacht. Sprich, der Knochen wird herausgelöst, die Haut abgelöst und die Fettschicht unter der Haut weggekratzt. Dann wird das Fleisch wieder in die hauchdünne Haut eingewickelt, mariniert und sorgsam gegrillt.

Norbert Blaschke aus Brandenburg, als „Grillmarschall“ der German Barbecue Association (GBA) beim Bremer Landeswettbewerb oberster Hüter der Wettbewerbsregeln, erklärt den 26 Jurymitglieder, worauf sie bei der Bewertung zu achten haben. Denn es kommt nicht nur darauf an, ob es schmeckt oder nicht. „Bewertet werden fünf Kriterien“, so Blaschke, „der optische Gesamteindruck des Gerichts, der Garzustand und der Geschmack des Hauptbestandteils, der Geschmack der Beilage und die geschmackliche Harmonie insgesamt.“

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Sven Krenz macht seine Aufgabe als Juror Spaß. „Es ist sehr interessant, und man bekommt neue Anregungen für die eigenen Grillabende“, sagt der Borgfelder, der via Verlosungsaktion des WESER-KURIER den Jurorenplatz ergatterte.

Bereits am Sonnabend lief der Wettbewerb um den Titel „Bremer Publikumskönig“. Dabei wurden Probierportionen an das Publikum verteilt, das mit einer Wertungskarte seinen Favoriten wählen konnte. Die meisten Stimmen erhielt das Team „Beefti Boys“ aus Hannover und Sulingen.

Am Sonntag demonstrierten vor den Toren der Messe „Grillgut“ einige Aktive der Tierrechtsorganisation Peta. Hinter jedem Stück gegrilltes Fleisch stecke ein Tier, mahnte die Peta-Gruppe.

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