Ehemaliger Bremer Senatsbaudirektor gestorben Trauer um Eberhard Kulenkampff

Der ehemalige Bremer Senatsbaudirektor und Gewoba-Geschäftsführer Eberhard Kulenkampff ist im Alter von 93 Jahren gestorben.
08.09.2021, 19:01
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Trauer um Eberhard Kulenkampff
Von Monika Felsing

Er war Bremer durch und durch: Eberhard Kulenkampff ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Der in Namibia geborene Spross einer Bremer Kaufmannsfamilie hat die Hansestadt geliebt, bedichtet und mitgeprägt wie wenige seiner Zeitgenossen. Auch wenn er und seine Frau, die Malerin Nathalie Thomkins, die meiste Zeit des Jahres in Umbrien verbrachten, blieb er in Bremen verankert. Er war ein Freigeist, selbst als Senatsbaudirektor (1974-1987) und als Geschäftsführer der Gewoba. Und was er nicht mit Durchsetzungswillen erreichte, gelang ihm mit Teamgeist und stillem Charisma.

Vor allem aber war er ein Lebenskünstler, ob er nun an Stickbildern arbeitete, die er auch in Bremen ausgestellt hat, oder als Senatsbaudirektor. Ob am Domshof, an der Domsheide, dem Liebfrauenkirchhof und dem Teerhof, der Ansiedlung von Mercedes in Sebaldsbrück und am Technologiepark an der Universität – an vielem hat er in seiner Amtszeit mitgewirkt. Nicht alles ließ sich durchsetzen: Daniel Libeskind baute für die Bremer Philharmonie kein „Musicon“.

Zu Kulenkampffs Nachlass zählt mehr als alles andere der Stolz auf diese Stadt. Mit zwei Jahrzehnten Verzögerung sangen 2017 bei „Bremen so frei“ 4500 Menschen Lieder über Bremer Geschichte und Gegenwart. „Bremen ist schon etwas unglaublich Besonderes", hat Eberhard Kulenkampff damals gesagt. "Schließlich ist es ein ziemlicher Luxus, dass wir unser eigener Herr sind." Zu den Ehrungen, die er erhalten hat, zählt die "Bremer Auszeichnung für Baukultur", die er nicht angenommen hätte, wäre das Team nicht auch gewürdigt worden. Kulenkampff, der auch eng mit Kulturstaatsrat Dieter Opper zusammengearbeitet hatte, wurde mit den Sätzen zitiert: "Kunst kann man alleine machen, Kultur aber nicht. Das machen alle zusammen."

Der neuen Bremer Architektur konnte er wenig abgewinnen. Ob das Dudler-Gebäude am Hauptbahnhof oder der Neubau von "Kühne+Nagel": Das sei immer das Gleiche. "Total uniform", sagte er in einem Interview mit dem WESER-KURIER. "Mich lässt so eine Architektur völlig kalt." In seiner Vorstellung war eine Stadt mehr als ihre Gebäude, ein Raum, in dem es Freiheit und Begrenzung gibt, Spielräume und Möglichkeiten, sich zu begegnen und aufeinander zuzugehen. Ein Ort hanseatischer Kultur.

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