Tipps für Familien und Lehrkräfte Wie das E-Learning gelingen kann

Auch wenn die Schulen schrittweise wieder öffnen: Für viele Kinder und Jugendliche steht auch in den kommenden Wochen Homeschooling an. Ein Lehrer gibt Tipps für Lehrkräfte und Eltern, wie das gelingen kann.
28.04.2020, 20:11
Lesedauer: 2 Min
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Wie das E-Learning gelingen kann
Von Lisa-Maria Röhling

Bis in den Schulen wieder Normalbetrieb herrscht, werden noch einige Wochen vergehen. Auch der aktuellste Beschluss der Kultusminister sieht vor, dass neben dem schrittweisen Wiedereinstieg in den Unterricht außerdem digitale Alternativen genutzt werden sollen. Das heißt: Für zahlreiche Kinder und Jugendliche gilt weiterhin Homeschooling, um Unterrichtsinhalte zumindest teilweise nachzuholen. Wie das gelingen kann, erklärt Andre Sonnenburg, der Schulleiter der Oberschule Habenhausen, wo bereits seit vielen Jahren intensiv mit dem digitalen Lernportal Itslearning und digitalen Endgeräten gearbeitet wird.

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Für Lehrkräfte: „Lehrerinnen und Lehrer sollten die Möglichkeiten von Itslearning komplett ausschöpfen“, sagt Sonnenburg. Das bedürfe zwar einiger Vorbereitung, allerdings könne ein für Itslearning entwickeltes Curriculum, wie auch in analogen Unterrichtsstunden, immer wieder verwendet werden. Zudem habe das Landesinstitut für Schule auf dem Portal inzwischen zahlreiche Kurzvideos hochgeladen, die eine Art Anleitung für die verschiedenen dort hinterlegten Funktionen sind. „Da ist jeder Handlungsschritt erklärt.“ Grundsätzlich empfiehlt Sonnenburg, dass Lehrkräfte die Kapazitäten von Itslearning nutzen, statt Arbeitsblätter per PDF zu verschicken.

„Was man dort machen kann, ist sehr viel individueller und auch kreativer“, sagt er. In Itslearning können demnach verschiedene Kurse gegründet werden, in denen wiederum sogenannte Lernpfade angelegt werden. Diese setzen sich aus einzelnen Lerneinheiten zusammen, die mit Unterrichtsstunden vergleichbar sind. „Das funktioniert wie in einem Computerspiel, in dem man sich verschiedene Level freischaltet.“ Das könne mit dem Schauen von Lernvideos, Lösen von Aufgaben oder interaktiven Übungen geschehen. Weil die Lehrkräfte diese Lernumgebung anpassen, können Links, Erklärungen oder andere Inhalte nach Bedarf eingefügt werden. Besonders gut sei, dass diese Lernpfade auch auf das Können der Schülerinnen und Schüler angepasst werden können.

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Für Kinder:
„Das Wichtigste ist: Ruhe bewahren“, sagt Sonnenburg. Auch wenn sich die Funktionen von Itslearning nicht sofort erschließen, gelte es, immer weiter zu probieren. Auch Fragen an die Lehrkräfte seien über E-Learning möglich. „Man muss nicht alles selber klären“, sagt Sonnenburg. Außerdem empfiehlt er, das Angebot von des Portals ­Sofatutor zu nutzen, ein sicheres Werkzeug für Recherchen. „Das ist eine fundierte Quelle“, sagt Sonnenburg. Die Oberschule bemüht sich laut Sonnenburg in diesen Tagen auch, Schülerinnen und Schüler mit Material zu versorgen, die keinen Zugang zu digitalen Endgeräten haben. Material wird deshalb auch analog ausgegeben, zusätzlich verleiht die Oberschule inzwischen iPads an die Kinder, die keine Laptops oder andere Geräte zu Hause haben. „Für das analoge Lernen gelten die meisten Tipps natürlich auch“, ergänzt Sonnenburg.

Für Eltern: Gezwungenes Arbeiten am Vormittag, bei dem unbedingt eine bestimmte Menge an Lernstoff durchgepaukt werden muss? Das hält Sonnenburg für unnötig. „Homeschooling muss nicht immer vormittags stattfinden“, findet er. Wichtig sei, dass Familien eine eigene Struktur finden, die in den gemeinsamen Tagesablauf passt. An diese gelte es aber auch, sich zu halten, Lerninhalte entsprechend einzuteilen und dann den vereinbarten Rhythmus einzuhalten.

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