Tipps für Radfahrer

Eine App zeigt die schönsten Rundtouren durch Bremen

Bremen hält für Radtouristen eine Vielzahl von Angeboten bereit. Die Infrastruktur für Radler ist allerdings ausbaufähig, sagt Jens Joost-Krüger, Leiter des Landesprojektes "Bike it".
19.08.2018, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Eine App zeigt die schönsten Rundtouren durch Bremen
Von Ralf Michel

Der Radtourismus boomt“, sagt Jens Joost-Krüger, Leiter des bei der Wirtschaftsförderung Bremen angesiedelten Landesprojektes „Bike it“. Und Bremen habe längst darauf reagiert. Nicht nur mit umfangreichen Angeboten der Bremer Touristik-Zentrale (BTZ), sondern auch mit dem vor vier Jahren ins Leben gerufenen Fahrradprojekt zur Förderung der Fahrradkultur und hier insbesondere der App "Bike Citizens" – eine Fahrradnavigations-App, die sich jeder Radler kostenlos aus dem Internet herunterladen kann.

Die App kennt unter anderem sechs touristische Rundtouren für Radler durch Bremen und Bremerhaven. „Wir wollten dabei Routen anbieten, die nicht zwangsläufig aus der Stadt herausführen, sondern es ermöglichen, entspannt durch die Stadt zu radeln“, erklärt Joost-Krüger. Und betont, dass es dem Projekt nicht nur um Fahrradtouristen ginge. „Unser Interesse dient allen Touristen. Wir wollen, dass sich auch Gäste, die ohne Rad gekommen sind, auf den Sattel schwingen.“

Probleme bereite dabei allerdings der Zustand der Infrastruktur für Radfahrer. „Die müsste an vielen Stellen angepasst werden“, sagt Joost-Krüger. Breitere Radwege, Schutzstreifen für Radler auf den Fahrbahnen sowie dringend erforderliche Verbesserungen an besonderen Gefahrenstellen wie etwa im Bereich Steintor/Ostertor seien hierfür Ansatzpunkte. „Wir brauchen in Bremen eine konsequentere Ausrichtung der Verkehrspolitik an den gewachsenen Anforderungen der Infrastruktur für Radfahrer.“

Aktuelles Zahlenmaterial zum Fahrradtourismus in Bremen liegt nicht vor. Die letzten Zahlen, die die Bremer Tourismus-Zentrale nennen kann, datieren aus dem Jahr 2009. Damals wurden für Bremen etwa 45 Millionen Tagesreisen aufgeführt, davon 2,4 Millionen Fahrradtouristen. In diesem Jahr führt die BTZ in Zusammenarbeit mit der Hochschule eine Gästebefragung durch, die auch eine Bewertung der Angebote und Infrastruktur für Radler in Bremen aus touristischer Sicht enthält. Die Ergebnisse der Studie werden Anfang 2019 erwartet.

Im Ranking der beliebtesten deutschen Radregionen taucht ein Stadtstaat wie Bremen erwartungsgemäß nicht unter den ersten Zehn auf (das Tabellenbild hier ähnelt dem der Fußballbundesliga – 2017 ganz vorn war Bayern und dies zum siebten Mal in Folge), aber zumindest ist der Weser-Radweg laut Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) nach dem Elberadweg weiterhin der zweitbeliebteste Radfernweg in Deutschland.

In seiner Radreiseanalyse 2018 nennt der ADFC deutschlandweit in mehreren Bereichen steigende Zahlen. 64 Prozent der Rad fahrenden Bevölkerung hat 2017 mindestens einen Tagesausflug mit dem Fahrrad von zu Hause aus unternommen. Das entspricht 167 Millionen Tagesausflügen und damit elf Prozent mehr als 2016 (150 Millionen). Radkurzreisen, darunter versteht der ADFC Reisen mit maximal zwei Übernachtungen, unternahmen 7,6 Millionen Menschen. Im Vorjahr waren es 7,5 Millionen.

Unverändert bei zehn Prozent blieb dagegen bezogen auf die Gesamtbevölkerung ab 18 Jahren der Anteil derer, die in den vergangenen drei Jahren mindestens eine Reise mit drei Übernachtungen machten. Allein für 2017 betrachtet lag dieser Wert bei 6,2 Prozent oder 4,3 Millionen Menschen. Das waren deutlich weniger als 2016, als 5,2 Millionen zu Buche standen.

Durchschnittlich sind Radreisende 48 Jahre alt, fast jeder zweite davon liegt zwischen 45 und 64 Jahren. In der Liste der Motive für Radreisen steht "Natur erleben" mit 74 Prozent an der Spitze, gefolgt von "neue Regionen kennenlernen" (71), "aktiv Sport treiben" (68) und "etwas für die Gesundheit tun" (57).

Wer ausländische Radtouristen anlocken möchte, sollte laut ADFC vor allem darauf achten, dass seine Radwege gut in Schuss sind, Natur und Landschaft erlebbar machen und an Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

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