Spendenaktion Weihnachtshilfe Eine schöne Bescherung für Tausende Kinder

Die Weihnachtshilfe des WESER-KURIER, des Sozialressorts und der Sparkasse Bremen existiert seit 20 Jahren. Anlass genug für einen Rückblick auf die Tätigkeit des Vereins und die Hilfsbereitschaft der Bremer.
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Eine schöne Bescherung für Tausende Kinder
Von Silke Hellwig

Die Satzung formuliert den Zweck der Weihnachtshilfe schlicht und präzise: „Der Verein gewährt selbstlos in Not und Bedrängnis geratenen Menschen im Falle nachgewiesener Bedürftigkeit Unterstützung.“ Formuliert wurden dieser Satz und diese Satzung vor 20 Jahren. Am 24. August 1998 wurde die Grundlage der künftigen karitativen Tätigkeiten beschlossen, damit war der Verein „Spendenaktion Weihnachtshilfe der Bremer Tageszeitungen AG“ geboren.

Der Verein hilft seitdem dort, wo Behörden nicht oder nur teilweise helfen können. Genauer: Es sind Bremer und Fast-Bremer aus dem Umland, die helfen. Sie springen da ein, wo die Leistungskataloge und Möglichkeiten des Staates enden. Ob es ein neuer Schreibtisch für ein Schulkind ist, besondere Möbel für kranken Nachwuchs oder ein Fahrrad – gewiss ist, dass die Familien, die sich an die Weihnachtshilfe wenden, Unterstützung brauchen können. Das Sozialressort prüft die Anträge und entscheidet über die Vergabe der Spendengelder.

Man mag sich nicht mit fremden Spendenprojekten schmücken, deshalb: Der Gedanke zur Gründung der Weihnachtshilfe wurde importiert. Seit 1975 gibt es in Hannover eine gleichnamige Aktion, die ebenfalls maßgeblich von der dort ansässigen Tageszeitung getragen wird, der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Darauf wurden Christoph Hoppensack, damals Staatsrat im Ressort für Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales, und Andrea Frenzel-Heiduk, Referentin der Sozialbehörde, aufmerksam. Sie trugen die Idee zur Bremer Tageszeitungen AG.

Bilanz aus 20 Jahren ist beeindrucken

Vieler Worte bedurfte es nicht, erinnert sich Andrea Frenzel-Heiduk. Die Verantwortlichen, darunter der damalige Chefredakteur Volker Weise, waren schnell Feuer und Flamme für die Spendenaktion. Seitdem wird der Verein von dieser Zeitung, dem Sozialressort und der Sparkasse Bremen getragen. Die Bilanz aus 20 Jahren ist beeindruckend.

Die Weihnachtshilfe ist eine Erfolgsgeschichte; ein Beweis für große bremische Herzen, für Hilfsbereitschaft und Gemeinsinn. Die Bremer ließen sich nicht lumpen, ob Einzelpersonen oder Vereine, ob Firmen oder ­Institutionen: Jahr für Jahr wurden durchschnittlich mehr als 200 000 Euro gespendet; Millionen Euro wurden also über die Jahre ausgeschüttet. Schon im April 1999 bilanzierte diese Zeitung aus dem ersten Jahr der Weihnachtshilfe eine sechsstellige Summe, „weit mehr als wir zu hoffen gewagt hatten“, heißt es in dem Artikel.

Und weiter: „Viermal hat der Ausschuss getagt, der über die vielen Anträge auf Unterstützung zu entscheiden hatte, und für die drei – für den WESER-­KURIER Volker Weise sowie Marketing-Chef David Koopmann und Andrea Frenzel-Heiduk – war es nicht immer leicht: Ist es gerechtfertigt, jemandem 500 Mark zu geben, weil er seine Notlage anschaulich und überzeugend geschildert hat, einen anderen aber, der nicht dazu in der Lage ist, leer ausgehen zu lassen? Jeder Antrag wurde deshalb, soweit wie möglich, überprüft.“

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17 Jahre lang engagierte sich Andrea Frenzel-Heiduk für die Weihnachtshilfe – bis sie sich aus Bremen verabschiedete. „Unser Team war mit Herzblut dabei. Es war viel Arbeit zusätzlich, aber die Arbeit wurde gerne gemacht“ – für die gute Sache. In den Anträgen seien oft Schicksale geschildert worden, die niemanden kalt lassen könnten, sagt sie. Besonders ergreifend sei es, „wenn Kinder die Lage der Familie aus ihrer kindlichen Sicht schildern“.

Über die Jahre habe sich verdeutlicht, „wie sich Armut betonieren kann“. Viele Familien stellten Jahr für Jahr neue Anträge. „Sie beginnen dann mit den Worten ,Ich weiß nicht, was ich schreiben soll, unsere Lage hat sich nicht verbessert.‘“ Bei Besuchen der Familien, die zur Spendenakquise porträtiert wurden, „bekam man einen Einblick in Lebenswelten, der manchmal über das hinausging, was man wegstecken kann“.

Aber nicht nur das Team im Sozialressort engagierte und engagiert sich bis heute, um jeden Cent genau und zügig dort ankommen zu lassen, wo er dringend nötig ist. Auch in vielen sozialen Einrichtungen wird beim Ausfüllen der Anträge umfangreiche Hilfe gewährt, dazu gehören Kindergärten, Mütter- und Familienzentren oder auch das Haus der Zukunft in Bremen-Nord.

Auch Kinder engagierten sich

Die Aktionen, die sich Bremer alleine oder gemeinsam zur Unterstützung der Weihnachtshilfe einfallen ließen, sind und waren vielfältig. Es ist unmöglich, alle zu nennen, hier deshalb nur eine Auswahl: Shanty-Chore sangen für den guten Zweck, eine Friseurmeisterin schnitt mit ihrem Team Bedürftigen kostenlos die Haare, der Zirkus Roncalli spendierte den Erlös von Vorstellungen, das GOP Theater lud benachteiligte Familien ein.

Einnahmen aus Skatturnieren wurden der Weihnachtshilfe überlassen, Werder spendete Tickets und Trikots, Schausteller überreichten Schecks. Das Theater Bremen organisierte Extra-Vorstellungen. Das Waldau-Theater spendete Karten, eine Gala-Vorstellung „Palazzo im Park“ wurde der Weihnachtshilfe zugedacht, Juwelier Wempe versteigerte ihr zuliebe einen Diamanten, das Café Knigge verkaufte Weihnachtshilfe-Torten und, und, und.

Auch Kinder engagierten sich für Gleichaltrige, ob Fünftklässler der Schule an der Ronzelenstraße oder die jungen Sängerinnen und Sänger der Bremer Kinder- und Jugendkantorei. Die Bremische Evangelische Kirche motivierte Kindergärten, Einnahmen von Basaren an die Weihnachtshilfe zu spenden. Beim Bremer Lichtermeer konnten Laternen für die Spendenaktion erworben werden. Sportvereine trieben Spenden auf.

Mehrere Tausend Kinder wurden bedacht

Die Konditoreninnung Bremen/Oldenburg unterstützt den Verein beinahe von Anbeginn an durch Torten-Gutscheine, die Bremer Philharmoniker sind im 16. Jahr fester Bestandteil der Aktion: Das Benefizkonzert in der Glocke zog im Laufe der Jahre eine Reihe namhafter Künstler nach Bremen. Helen Schneider und Katja Ebstein sangen, Schauspieler Ulrich ­Noethen, Senta Berger, Christian Quadflieg lasen Weihnachtliches vor. Der einstige ­„Tagesschau“-Sprecher Wilhelm Wieben war zweimal in Bremen zu Gast, um sich am Benefizkonzert zu beteiligen. Der Flensburger Künstler Hans-Ruprecht Leiß malte für den Kirchentag 2009 in Bremen ein Bild, das als Plakat auch zugunsten der Weihnachtshilfe verkauft wurde.

Im Laufe der Jahre konnten mehrere Tausend Kinder bedacht werden. Stellvertretend für viele andere ein Auszug aus einer Reihe von Briefen, von Kindern und Eltern, mit Zeichnungen oder ohne, die im Sozialressort eingingen: „Lieber Weihnachtsengel, Dankeschön für mein Fahrrad (...) Das war das beste Weihnachten.“ Manche Empfänger seien sogar mit selbst gebackenen Keksen vorbeigekommen, um sich zu bedanken, erzählt Andrea Frenzel-Heiduk. Daran wird sich vermutlich nichts ändern. Die Zahl der Anträge ist gestiegen. Jahr für Jahr gehen Kinder leer aus, trotz der Unermüdlichkeit der vielen Helfer, trotz der Hilfsbereitschaft vieler Bremer. Spenden sind weiterhin höchst willkommen.

Info

Zur Sache

Weitere Aktionen

Für die Weihnachtshilfe kann das gesamte Jahr über gespendet werden, online kann die Aktion über www.sparkasse-bremen.de/spendenportal bedacht werden.

In den nächsten Tagen finden außerdem noch einige Aktionen zugunsten der Weihnachtshilfe statt:

▸ der Bücherflohmarkt am 1. Dezember von 10 bis 17 Uhr in der Leserakademie des WESER-KURIER, Martinistraße 31

▸ das Benefiz-Adventskonzert in der Glocke mit den Bremer Philharmonikern und dem Knabenchor Hannover am 4. Dezember ab 20 Uhr. Es sind noch wenige Karten erhältlich

▸ das Weihnachtssingen im Stadion am Panzenberg am 22. Dezember ab 18.30 Uhr

▸ das Bremer Weihnachtssingen im Metropol­theater am 23. Dezember ab 18 Uhr.

Tickets gibt es im Pressehaus Bremen und in den regionalen Zeitungshäusern, auf www.nordwest-ticket.de und unter 04 21 / 36 36 36. Weitere Informationen auch unter www.weihnachtshilfe.weser-kurier.de

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