Leichnam aus Unisee geborgen

Erster Badetoter in Bremen

Am heutigen Freitagmorgen haben Taucher der Feuerwehr Bremen im Stadtwaldsee in Horn-Lehe eine leblose Person aufgefunden. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um die vermisste Person handelt.
26.07.2019, 10:03
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Erster Badetoter in Bremen
Von Elena Matera
Erster Badetoter in Bremen

Die Feuerwehr hat einen Leichnam aus dem Unisee geborgen, offenbar handelt es sich um den vermissten 29-Jährigen.

studio b bremen

Die Feuerwehr Bremen hat am Freitagmorgen den ersten Badetoten in diesem Jahr aus dem Stadtwaldsee, auch Unisee genannt, geborgen. Die Ermittler der Polizei Bremen vermuten, dass es sich bei dem Leichnam um den 29-jährigen Mann handelt, der am Donnerstag in einer großen Suchaktion im und am Unisee gesucht wurde. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist bislang unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Bislang gibt es laut Polizei Bremen allerdings keine Hinweise auf ein Fremdverschulden.

Badegäste hatten der DLRG-Station am Unisee am Donnerstagnachmittag gemeldet, dass eine männliche Person im See vom FKK-Strand aus hinaus geschwommen sei. Der Mann hat laut Information der Polizei erst mit den Armen gerudert und ist daraufhin untergegangen.

„Unsere Rettungsschwimmer wurden von den Badegästen sofort alarmiert“, sagt Martin Reincke, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). „Unsere Retter haben dann die ersten Maßnahmen eingeleitet.“ Die DLRG-Retter seien unter anderem mit dem Boot auf den See gefahren. Schnorchler und Rettungsschwimmer hatten sich bereit gemacht und mit der Suche im See begonnen. Schnorchler konnten vor allem die flachen, helleren Wasserstellen absuchen. Parallel wurde die Feuerwehr, der Rettungsdienst und die Polizei alarmiert.

Als die Einsatzkräfte eintrafen, beteiligten sich an der Suchaktion unter anderem Rettungstaucher der Feuerwehr und ein Hubschrauber des Rettungsdienstes. Mit einem Megafon wurden die Badegäste aufgefordert, den Unisee zu verlassen. Laut Feuerwehr haben sich rund 50 Badegäste am Donnerstag vorbildlich verhalten: Sie bildeten eine Menschenkette, um das Wasser im Strandbereich Stück für Stück abzusuchen – ohne Ergebnis. Die Polizei fand derweil am Badestrand persönliche Gegenstände der vermissten Person, darunter auch die Ausweispapiere. Die Beamten konnten somit feststellen, dass es sich mutmaßlich um einen um die 30 Jahre alten Mann handelt. Die Suche nach dem Mann blieb zunächst erfolglos und wurde am Donnerstagabend schließlich abgebrochen. Am frühen Freitagmorgen wurde die Suche fortgesetzt – dieses Mal ohne die DLRG. „Wir dürfen bei einer Bergung nicht beteiligt sein“, sagt Reincke. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Bremen fanden schließlich die Leiche des Mannes und konnten sie bergen.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und die DLRG-Retter hatten es laut Reincke bei der Suche nicht leicht. Durch die Blaualgenblüte im Unisee sei das Wasser besonders trüb gewesen. „Als Rettungstaucher fühlt und tastet man sich durch das Wasser“, sagt Reincke. „Das ist die besondere Herausforderung eines Rettungstauchers.“ Taucher seien bei solchen Suchaktionen stets angeleint. Sie werden dann mit der Leine dirigiert.

„Unsere Rettungsschwimmer haben an der DLRG-Station am Donnerstag sofort reagiert“, sagt Reincke. Doch der Unisee sei groß. „Die Rettungsstation liegt relativ weit vom FKK-Strand entfernt. Da benötigt man einige Minuten.“ Reincke ist betrübt. „Das ist ein ganz tragisches Unglück“, sagt er. „Wir wissen immer noch nicht genau, wer die Person ist und warum sie ertrank. Unsere Gedanken sind ganz bei den Angehörigen.“

Der geborgene 29-Jährige aus dem Unisee ist der erste Badetote in diesem Jahr in Bremen. Im vergangenen Jahr gab es insgesamt neun Tote. An acht Bremer Badeseen gibt es DLRG-Stationen. Rund 30 000 Helferstunden haben die Retter im vergangenen Jahr geleistet, 17 Menschen konnten sie retten. „Wir geben immer unser Bestes“, sagt Reincke. „Jeder Verunglückte ist einer zu viel.“

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