Warnung vor Islamisten Experten: Terrorgefahr bleibt

Anschläge in Paris und Kopenhagen, ein blutiger Polizeieinsatz in Belgien, Terrorwarnung in Braunschweig und Bremen. Die Bedrohung durch islamistische Gewalt bleibt, sagen Experten.
01.03.2015, 00:00
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Experten: Terrorgefahr bleibt
Von Jan Raudszus

Anschläge in Paris und Kopenhagen, ein blutiger Polizeieinsatz in Belgien, Terrorwarnung in Braunschweig und Bremen. Die Bedrohung durch islamistische Gewalt bleibt. Schuld ist die geografische Nähe zum Konflikt in Syrien, sagt Matenia Sirseloudi.

Die Wissenschaftlerin forscht an der Universität Bremen über Terrorismus. „Die gewaltbereiten Islamisten betrachten Europa und Deutschland inzwischen als Angriffsziel.“ Die Nähe mache den Zugang einfach.

Ähnlich sieht das Nigel Inkster, der beim International Institute for Strategic Studies in London die Abteilung für transnationale Bedrohungen leitet: „Die Hauptursache ist der Islamische Staat. Was wir hier beobachten können, ist eine Reaktion auf die Koalition gegen ihn.“ Auch Deutschland unterstützt kurdische Truppen im Irak mit Waffen und Ausrüstung. „Ziel ist es, den Willen der beteiligten Staaten zu brechen.

Dafür soll Druck auf die verantwortlichen Politiker aufgebaut werden“, sagt Inkster. Es sei schwer zu beurteilen, inwiefern die Anschläge direkt vom Islamischen Staat geleitet würden oder die Attentäter durch die Propaganda der Organisation inspiriert seien. Allerdings befürchtet Inkster, dass die Anzahl der aus Syrien gelenkten Gewalttaten zunehmen werde.

„Die Lage wird so bleiben“, glaubt auch Sirseloudi. „Wir werden uns daran gewöhnen müssen und es wird weitere Warnungen geben. Deutschland ist und bleibt Ziel.“ Inkster sagt, dass der Islamische Staat seine Bemühung verstärken wird, sollte er unter Druck geraten. Besonders, wenn der Westen eine entscheidende Rolle spiele. „Ich glaube nicht, dass es eine einfache Lösung für das Problem gibt.“ Neben einer angemessenen Ausstattung der Sicherheitsbehörden sei eine umfassende Strategie wichtig, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Faktoren einbinde.

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