Feuerwerk auf der Kippe Bremen weist mehr Böller-Verbotszonen aus

Weil Niedersachsen ein flächendeckendes Komplettverbot für Silvesterfeuerwerke erlassen hat, gerät Bremen in Zugzwang. Sonst könnte es zu einem Feuerwerks-Tourismus aus dem Umland kommen.
16.12.2020, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Bremen weist mehr Böller-Verbotszonen aus
Von Timo Thalmann

Der Bremer Senat hat weitere Verbotszonen für Feuerwerk an Silvester festgelegt. Sie betreffen den Vegesacker Bahnhofsplatz bis zur Alten Hafenstraße, die Fußgängerzone in Vegesack, den Bereich der Grohner Düne sowie Teile des Bremer Viertels. Schon zuvor war der Bereich um das Rathaus, der Schnoor und der Bahnhofsvorplatz in der Bremer Innenstadt als Verbotszone ausgewiesen worden. Bei der Festlegung der Areale seien auch Überlegungen hinsichtlich der polizeilichen Ressourcen für eine Kontrolle eingeflossen, heißt es aus dem Innenressort.

Unabhängig von diesen ausgewiesenen Verbotszonen gilt ein entsprechendes Verbot ohnehin im Umkreis von 150 Metern von Reet- und Fachwerkhäusern sowie Tanklagern und Tankstellen. Auch in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen und im Umkreis von 1,5 Kilometern von Flugplätzen sind Knaller und Raketen untersagt.

Lesen Sie auch

Ob es bei den jetzigen Festlegungen bleibt, ist unsicher. Nachdem Niedersachsen am Dienstag ein landesweites Komplett-Verbot erlassen hat, könnte Bremen unter Zugzwang geraten. Denn jetzt ist direkt hinter der Bremer Landesgrenze nicht nur der Verkauf von Pyrotechnik untersagt, sondern auch „das Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen“. So steht es in der jüngsten niedersächsischen Corona-Verordnung. Ob Bremen trotz seiner Verbotszonen grundsätzlich eine Insel innerhalb Niedersachsens bleibt, auf der Silvesterböller aus Vorjahresbeständen genutzt werden dürfen, konnte das Innenressort bis Redaktionsschluss nicht abschließend beantworten.

Info

Zur Sache

Hilfen für die Branche

Die Bremerhavener SPD fordert vom Senat, den Feuerwerkshersteller Comet aus der Seestadt finanziell zu unterstützen. „Es kann nicht sein, dass ein Unternehmen mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch alle Maschen aller Überbrückungs- und Unterstützungsprogramme fällt“, sagte Bremerhavens SPD-Chef Martin Günthner. Nach dem Aus für den Feuerwerksverkauf hatte Comet gewarnt, dass dem gesamten Wirtschaftszweig die Insolvenz drohe.

Unterstützung kam von der Bremer CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Wir müssen diesem und anderen Feuerwerksherstellern in der gleichen Weise helfen wie allen anderen im Jahr 2020 geschlossenen Branchen“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher Carsten Meyer-Heder. Er werde sich im Bund dafür einsetzen, forderte aber auch Mittel aus dem Bremen-Fonds.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+