Standort-Debatte in Bremen

SPD und Grüne für Mahnmal am Tiefer-Treppenaufgang

Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) und die Grünen-Abgeordnete Kai Wargalla sehen Vorteile im Alternativ-Standort für das Mahnmal in der Nähe der Arkaden an der Tiefer. Formal entscheidet der Beirat Mitte.
02.07.2021, 19:20
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
SPD und Grüne für Mahnmal am Tiefer-Treppenaufgang
Von Nina Willborn
SPD und Grüne für Mahnmal am Tiefer-Treppenaufgang

Am Treppenaufgang an der Tiefer wäre der geplante Schacht mit Fenstern oben und an der Seite rund sieben Meter tief.

Christina Kuhaupt

Die Entscheidung, wo das Mahnmal zur Erinnerung an den Raub jüdischen Eigentums erinnern soll, wird voraussichtlich im frühen Herbst fallen. Formal wählt der Beirat Mitte in Absprache mit dem Senat den Standort aus, auf der inhaltlichen Ebene wird das Votum der jüdischen Gemeinde eine große Rolle spielen.

Schlachte-Stufen oder Treppenaufgang bei den Tiefer-Arkaden: Im Vergleich der beiden Orte, die aus baulicher Sicht geeignet wären, erweist sich der Treppenaufgang möglicherweise als der bessere. So haben sich zumindest Bürgermeister und Kultursenator Andreas Bovenschulte (SPD) sowie die Grünen-Abgeordnete Kai Wargalla als Vorsitzende der Deputation positioniert. "Die Ergebnisse der Prüfung zeigen, dass der alternative Tiefer-Standort sehr gut als Erinnerungsort für das Mahnmal geeignet ist", sagte Wargalla.

Auch die Initiatoren der Mahnmal-Idee um Henning Bleyl und Künstlerin Evin Oettingshausen favorisieren den Tiefer-Standort - sie hatten zusammen mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde die anfangs skeptische Behörde und die Deputation von der Prüfung dieser Möglichkeit überzeugt. Zu den Pro-Argumenten zählt, dass er in künstlerischer Hinsicht besser geeignet ist und der Bau dort im Vergleich zu den Schlachte-Stufen (Mahnmal plus nötige Rampe rund 830.000 Euro) mit etwa 440.000 Euro günstiger wäre.

Beide Varianten würden nicht alleine aus dem Kulturetat bezahlt werden, ein privater Anteil über Spenden ist vorgesehen. Aus Sicht von Bleyl sprechen auch historische Gründe für die Tiefer: Die Arkaden dienten bis nach dem Krieg als Kranplattform für das Entladen von Binnenschiffen - eine inhaltliche Verbindung zum Transport des geraubten Mobiliars, der zu großen Teilen auf dem Wasserweg geschah.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+