Kohlhökerstraße Meilenstein für Hochhaus in Bremen-Mitte

Der Bau des geplanten Hochhauses in der Kohlhökerstraße rückt näher. Die Deputation befasst sich mit dem Bebauungsplan und der Abriss des Bundesbankgebäudes ist beantragt.
12.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Meilenstein für Hochhaus in Bremen-Mitte
Von Pascal Faltermann

Es ist ein umstrittenes Vorhaben: Das geplante Hochhaus in Bremen-Mitte spaltete die Meinungen und erhitzte die Gemüter. Das ehemalige Bundesbankgebäude steht seit März 2016 leer und soll abgerissen werden. Zwischen Kohlhökerstraße, Salvador-Allende-Straße und Imre-Nagy-Weg sollen zwei neue Gebäude entstehen mit circa 180 Wohneinheiten und einer Tiefgarage. Nicht mehr so hoch, wie anfangs angedacht, aber es wird entstehen.

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan dazu ist an diesem Dienstag Thema in der städtischen Baudeputation. Sicherlich wird es erneut Diskussionen geben, aber aller Voraussicht nach werden die Abgeordneten den Plan beschließen. „Das ist dann vorläufig ein Schlussstrich unter diesem Kapitel“, sagt Falk Wagner (SPD), Baupolitiker und Sprecher der Deputation.

Lesen Sie auch

Das ganze Verfahren zieht sich seit Jahren hin. Zu den Plänen gab es zahlreiche Stellungnahmen von den Fraktionen in den Beiräten, der Architektenkammer und sonstigen Trägern öffentlicher Belange. Zudem wurde ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Nun soll alles abgestimmt sein und die Deputation das Vorhaben beschließen. Damit wäre dann Planungsrecht geschaffen. Heißt: So darf gebaut werden. „Das wäre ein Meilenstein“, sagt Stadtplaner Wim Petry aus der Baubehörde. Für das Baurecht muss dann noch die Bürgerschaft zustimmen, was in der Regel aber nur Formsache ist. Der Abriss ist vom Investor Evoreal bereits beantragt und soll nach dem Deputationsbeschluss erteilt werden. Im März könnte der Abbruch beginnen, damit im Herbst gebaut werden kann.

Evoreal will an dem Standort ein Angebot schaffen, das unterschiedliche Wohnungsgrößen für unterschiedliche Haushaltsgrößen und Einkommen anbietet. Größter Streitpunkt war die Höhe des Gebäudes. Ursprünglich sollte der Neubau 14 Geschosse und 43 Meter hoch sein, was ein neuer Höchstpunkt in dem Gebiet gewesen wäre.

Lesen Sie auch

Nach Einspruch von Landesdenkmalpfleger Georg Skalecki und vielen Diskussionen mit der Politik einigte sich das Bauressort mit dem Investor auf elf Stockwerke. Zwei Gebäude auf dem Areal sollen erhalten, 30 Prozent der entstehenden Einheiten mit öffentlichen Mitteln aus der sozialen Wohnraumförderung geschaffen werden. „Diese 54 Sozialwohnungen stehen dem Ostertor gut zu Gesicht“, sagt SPD-Politiker Falk Wagner. Der Ortsteil gehört zu den teuersten in Bremen.

Gegen diese Pläne machten Anwohner und die Bürgerinitiative „Kein Hochhaus im Viertel“ mobil. Sie kritisieren die geplante dichte Bebauung, die ihrer Meinung nach nicht an das Umfeld angepasst ist. Außerdem treten sie dafür ein, Bäume und das Kunstwerk, die Kugeln vor dem Bundesbankgebäude, zu erhalten.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+