Vandalismus verärgert die Umweltbehörde

Tulpenbeete in den Wallanlagen mutwillig verwüstet

Große Teile des Tulpenbeetes vor der Wall-Mühle wurden verwüstet, Blumenzwiebeln herausgerissen und geklaut. Der zentrale Platz ist anfällig für Zerstörung. Ärger gibt es auch um Verpackungsmüll.
17.05.2021, 20:45
Lesedauer: 2 Min
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Tulpenbeete in den Wallanlagen mutwillig verwüstet
Von Sigrid Schuer
Tulpenbeete in den Wallanlagen mutwillig verwüstet

Viele Pflanzen und Blumen wurden aus den Beeten in den Wallanlagen gerissen. 

Frank Thomas Koch
Vandalismus in den Wallanlagen - die Tulpenwiese muss neu angelegt werden

Viele Pflanzen und Blumen wurden aus den Beeten in den Wallanlagen gerissen. 

Foto: Frank Thomas Koch

Noch am Muttertag erfreuten sich viele Menschen an dem Tulpenfeld, das vor der Mühle am Wall in der Innenstadt blühte. Umso erschreckender war für die Spaziergänger das Bild, das sich am vergangenen Wochenende bot: Rund ein Drittel der Bepflanzung, die von Gärtnermeister Ralf Mischke und seinem 25-köpfigen Gärtner-Team vor einigen Wochen angelegt wurde, war niedergetreten oder sogar gar herausgerissen und liegen gelassen worden. Kerstin Doty, die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Umweltbetriebs Bremen, bestätigt das Bild der Verwüstung: "Schon in der vergangenen Woche haben uns Anrufe von verärgerten Bürgerinnen und Bürgern erreicht, die das beobachtet hatten".

Auch das Gärtnerteam, das seit Beginn dieser Woche damit beschäftigt ist, die Sommerbepflanzung vorzubereiten, musste feststellen, dass die Blumenzwiebeln mutwillig herausgerissen und die Tulpen niedergetrampelt worden waren. Dementsprechend erschrocken zeigt man sich beim Umweltbetrieb Bremen über das Ausmaß der Zerstörungswut. "Da wurden einfach die Blumenzwiebeln ausgegraben und mitgenommen, ohne dass wir dafür eine Erlaubnis gegeben hätten. Das ist schon echt schlimm. So etwas haben wir bis jetzt noch nicht erlebt. Aber zum Glück sind nicht alle Menschen so", sagt Doty. Dieser zentrale Platz sei wohl anfällig für Zerstörungen, mutmaßt sie und hofft nun, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Der Rest der noch vorhandenen Blumenzwiebeln werde nun bis zu ihrer Wiederverwendung aufbewahrt.

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Dabei habe Gärtnermeister Ralf Mischke für die Sommerbepflanzung "viel Herzblut aufgebracht", wie Sprecherin Doty erklärte, und sich etwas Besonderes einfallen lassen: Neben bienenfreundlichen Blumen werden in dem begehbaren Beet 14 Bäume gepflanzt, darunter die Sommerlinde, die Eberesche oder der Bergahorn nebst Informationstafeln. Die Bäume sollen später an verschiedenen Orte der Wallanlagen umgepflanzt werden. Das Besondere: Jeder von ihnen ist schon einmal zum Baum des Jahres gekürt worden.

Einen weiteren Grund zum Ärger bot am Wochenende der Müll-Vandalismus in der grünen Oase im Herzen Bremens. Um viele Abfallbehälter lagen wahllos Fast Food-Verpackungen verstreut, halbe Menüs wurden offen liegen gelassen. Mit der Folge, so berichten es jedenfalls Augenzeugen, dass schon tagsüber viele Ratten unterwegs waren auf der Suche nach Nahrung. Auf die Frage, warum es diese Müll-Probleme beispielsweise nicht im Hamburger Park Planten un Blomen gebe, sagte Torben Kapp, Sprecher der Bremer Stadtreinigung, bereits vor einigen Wochen: "Das ist eher ein Marathon als ein Sprint. Wir finden es sehr ärgerlich und vor allem schade, dass so mit dem öffentlichen Raum in Bremen umgegangen wird."

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Foto: Frank Thomas Koch
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