Kritik am Bürgermeister Bremer Gastronomen fordern Corona-Stufenplan

In einem Interview hatte Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) Stufenplänen und Exitstrategien eine Absage erteilt und stattdessen auf bundesweite Lösungen gepocht. Für die Haltung wird er nun kritisiert.
05.02.2021, 05:00
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Bremer Gastronomen fordern Corona-Stufenplan
Von Maren Beneke

Die Bremer-Gastro-Gemeinschaft kritisiert Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) für dessen Äußerung, sich nicht an der Diskussion über mögliche Stufenpläne für Corona-Lockerungen beteiligen zu wollen. Es sei „nicht nachvollziehbar“, dass Bovenschulte sich der Debatte um Exitstrategien entziehe, teilte der Verein am Donnerstag mit. „Es scheint so, als wenn der Bürgermeister sich um eine Positionierung zur Perspektive derjenigen Branchen, die im Lockdown Sonderopfer bringen, herumwindet“, hieß es weiter.

Im Gespräch mit der „Welt“ hatte Bovenschulte Stufenpläne zuvor zwar als Diskussionsgrundlage bezeichnet, insgesamt sehe er diese aber eher skeptisch. Stattdessen sprach er sich klar für bundesweit abgestimmte Lösungen aus.

Bovenschulte machte das am Beispiel von Ladenöffnungen fest: Würden in einem Bundesland die Geschäfte öffnen, während sie im benachbarten Land noch zu seien, dann würden alle Menschen dorthin fahren, um einzukaufen. „Das bringt niemanden weiter“, so der Bürgermeister. „Wir brauchen bundesweit einheitliche Regelungen. Und darüber reden wir am 10. Februar.“

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Die Bremer-Gastro-Gemeinschaft hielt nun dagegen, dass es bei einem Stufenplan um „Planbarkeit, Verlässlichkeit und Perspektive“ gehe. Die Gastronomen forderten eine gelenkte Arbeitsgruppe, in der alle Informationen unbürokratisch und transparent zusammenliefen, wo bewertet werde und daraus Rückschlüsse für mögliche anstehende stufenweise Veränderungen – egal in welche Richtung – diskutiert und transportiert würden. „Letztlich fordern wir nichts weiter als die Inkraftsetzung eines demokratischen Prozesses, der auch eine Vermittlung gegebenenfalls schwieriger Maßnahmen an die Menschen in unserem Bundesland erleichtern würde“, hieß es weiter.

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