Kommentar über das Bremer Theater

Kleine Oper

Auch das Theater Bremen kann keine Spielzeit wie ansonsten spielen. Doch die Experimente, zu denen es nun gezwungen ist, könnten auch Chancen bieten, meint Iris Hetscher.
20.06.2020, 05:00
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Kleine Oper
Von Iris Hetscher
Kleine Oper

Theaterintendant Michael Börgerding bei der Vorstellung der neuen Spielzeit.

Karsten Klama

Am Goetheplatz ist man vorsichtig: Während andere Bühnen die komplette Spielzeit 2020/21 anpreisen, informiert das Theater Bremen über die Zeit bis zum Jahreswechsel. Sowieso ist nur eine heruntergedimmte Version dessen möglich, was bisher als Theatererlebnis definiert war, sozusagen kleine statt große Oper in allen Bereichen.

Das ist gewöhnungsbedürftig, vielleicht aber stärker für die Künstler als für das Publikum. Das ist per se neugierig und bekommt nun Formate zu sehen, die es bisher entweder nicht gab oder die als Notlösungen galten. Drama, bei dem die Kunst weniger Schauspieler sich bewähren muss. Und vom Regisseur bei aller Kargheit in eine sinnliche Form gegossen wird. Eine auf die Länge eines Fußballspiels gekürzte „Zauberflöte“, „begehbare Hörspiele“.

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Das Theater ist zu diesem Laborzustand derzeit verdonnert; er ist keinesfalls sein neues Ideal. Doch warum sollten geglückte Experimente nicht Eingang finden in einen Post-Corona-Spielplan? Als weitere Bremen-spezifische Bausteine neben dem, was jetzt schmerzlich vermisst werden wird: das Bürgertheater, der Chor, Alize Zandwijks formidables Körpertheater.

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