Einzelhandel vor Weihnachten Wie Bremer Geschäfte ihre Waren trotz Lockdown anbieten

Eine Ausrede, zu Weihnachten nur selbst gestrickte Socken – so erfreulich sie auch sind – zu verschenken, ist der neue Lockdown. Der Bremer Einzelhandel schafft stattdessen Alternativangebote.
18.12.2020, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Wie Bremer Geschäfte ihre Waren trotz Lockdown anbieten
Von Rebecca Sawicki

Deutschland macht dicht. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen schließen die Geschäfte, die ­Infektionszahlen sind zu hoch. Am Dienstag waren viele ­Bremerinnen und Bremer noch einmal in der Innenstadt. Vor manchen Geschäften bildeten sich lange Schlangen, trotz Nieselregens. Seit Mittwoch allerdings sind die Eingangstüren der Geschäfte geschlossen. Eine Ausrede, zu Weihnachten nur selbst gestrickte Socken – so erfreulich sie auch sind – zu verschenken, ist das jedoch nicht. Denn der Einzelhandel in Bremen und im Umland schafft stattdessen Alternativangebote.

„Kaufen kann man immer noch, auch in Bremen“, erklärt Sabine Pietruske. Sie hat mit ihrem Geschäftspartner Tobias Mittmann bereits im vergangenen Lockdown begonnen, Geschäfte zusammenzutragen. „Kauf in Bremen“ heißt ihr Projekt, das unter kauf_in_bremen bisher auf Instagram angelaufen ist. Das Ziel im neuen Jahr ist es, ein Angebot zu schaffen, durch das Kunden online bei vielen verschiedenen Bremer Einzelhändlern bestellen können. „Für das Weihnachtsgeschäft ist das jetzt leider zu kurzfristig“, sagt sie. Trotzdem bieten auch schon aktuell viele Geschäfte die Möglichkeit, Produkte aus ihrem Sortiment zu bestellen.

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So zum Beispiel das Hausratgeschäft Caesar im Viertel: Bestellt werden kann hier per E-Mail. „Innerhalb der Stadtgrenzen liefern wir alles aus, was bestellt wird“, sagt Anne-­Catherine Caesar. Aber auch für Menschen außerhalb der Stadtgrenzen werde das Geschäft eine Lösung finden. „Sobald ganz sicher ist, dass die Geschäfte zum Abholen geöffnet bleiben dürfen, werden wir auch das Click-und-Collect-Prinzip anbieten“, sagt die Geschäftsführerin.

Eine solche Alternativlösung bieten viele der Bremer Unternehmen an. Eine Auflistung findet sich unter plattform-bremen.de. Die Seite wurde von Verena Plug ins Leben gerufen und listet neben den Geschäften auch Gastronomiebetriebe auf, die einen Außer-Haus-Verkauf anbieten. „Unterstützt regionale Unternehmen“, ist eine Aufforderung auf der Webseite.

Selbiges wünscht sich auch Alexandra Rempe, die Besitzerin der Buchhandlung Storm in der Innenstadt. „Hier können die Kunden weiterhin alles kaufen. Sie können nur nicht mehr ins Geschäft kommen“, sagt Rempe. Das Team ihrer Buchhandlung sei weiterhin zu den normalen Öffnungszeiten für die Kunden da. Bestellt werden könne telefonisch oder per Mail, aber über den ­Onlineshop. „Dort wird alles angeboten, was unser Großhändler im Lager hat. Die Kunden können sich die Waren entweder von uns bringen lassen oder bei uns ab­holen“, sagt Rempe. Bundes- und Weltweit verschicke der Laden die Bestellungen außerdem per Post. „Da können wir aber jetzt schon nicht mehr garantieren, dass alles bis Heiligabend da ist“, erklärt die Buchhändlerin.

Mit Abholangeboten und Lieferservice arbeiten auch Branchenriesen wie Thalia, aber eben auch andere lokale Buchhändler in Bremen und der Region. „Abholangebote sind gerade für die kleinen Buchhandlungen superwichtig“, meint Thomas Koch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Sie profitierten dabei vom engen Kontakt zu ihren Stammkunden. Eine weitere Möglichkeit, den Einzelhandel vor Ort zu unterstützen und ein passendes Weihnachtsgeschenk parat zu haben, ist der Weservoucher. Dieser von WESER-­KURIER, Wirtschaftsförderung Bremen und der Bremer Sparkasse ins Leben gerufene Gutschein gilt für alle teilnehmenden Geschäfte und ist unter www.weservoucher.de erhältlich.

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Auch die Stadt Bremen bietet einen Überblick über die Geschäfte, die aktuell Gutscheine oder Abholoptionen anbieten. Ähnlich wie bei der Seite Verena Plugs, lässt sich auch dort nach verschiedenen Quartieren und Branchen suchen.

Das Geschäft von Stefanie Giese könnte möglicherweise nach dieser Woche vorerst von der Liste entfernt werden. Die Besitzerin der Spielerei behält es sich vor, ihr Geschäft ab der Weihnachtswoche geschlossen zu halten. „Ich finde die Maßnahmen der Regierung nachvollziehbar. Es wäre verantwortungslos, wenn sich die Kunden bei uns in der Abholer-Schlange anstecken würden“, sagt sie. In der Vorweihnachtswoche allerdings seien Bestellungen noch Möglich. „Wir arbeiten aktuell ohnehin noch Bestellungen ab. So lange wir da sind, können wir das Geschäft auch offenlassen“, erklärt Giese das Vorgehen. Bestellt werden könne per E-Mail, Telefon oder Whatsapp. Die Ware werde anschließend entweder geliefert, könne aber nach Absprache auch abgeholt werden.

Info

Zur Sache

Wo Suchende fündig werden

Eine Liste von Bremer Läden, die aktuell ausliefern oder Produkte abholen lassen, finden sich auf den Webseiten

www.plattform-bremen.de

www.spot-bremen.de/verbindet

www.tosamen.org

www.moinsticker.de/locals

Wer lieber auf eine Gutscheinlösung setzen möchte, bekommt diese auf

www.weservoucher.de

Die Handelskammer hat ihr Portal wieder freigeschaltet, um Geschäften im Lockdown zu helfen unter

www.jetzt-kaufen-in-bremen.de

Für Menschen, die wegen der aktuellen Situation nicht ihr Haus verlassen wollen, gibt es außerdem Hilfsangebote. So bieten die Freiwilligen Agentur und der WESER-KURIER eine Einkaufshilfe an. Informationen gibt es unter

www.freiwilligen-agentur-bremen.de/­corona-einkaufshilfen

Außerdem können sich Betroffene auch einen Radkurier buchen. Informationen gibt es auf der Seite

www.radkurier24.com/fahrradkurier-­bremen

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