Ausstellung „Türen zum Land der Amazighen“ zeigt Menschen und Kultur im Café Gabriely Marokkanische Ansichten

Tenever. Marokko – mit einer Fotosaustellung im Café Gabriely möchten das Mütterzentrum Osterholz-Tenever, Transnational Corridors, gefördert durch das Auswärtige Amt, und die Diakonie Bremen den Blick wieder auf die Schönheit der Landschaften, auf die Menschen mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern und auf die Kultur des Landes richten.
22.02.2017, 00:00
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Von EDWIN PLATT

Tenever. Marokko – mit einer Fotosaustellung im Café Gabriely möchten das Mütterzentrum Osterholz-Tenever, Transnational Corridors, gefördert durch das Auswärtige Amt, und die Diakonie Bremen den Blick wieder auf die Schönheit der Landschaften, auf die Menschen mit ihren ausdrucksstarken Gesichtern und auf die Kultur des Landes richten.

Zur Eröffnung ist eine bunt gemischte Besucherschar gekommen: Dort sitzt der Damenkreis aus Stammgästen um den großen Tisch, Jürgen Stein, stellvertretender Geschäftsführer der Diakonie Bremen, ist mit Rachid L‘Aoufir von Transinternational Corridors aus Berlin im Gespräch. Daneben steht der marokkanische Honorarkonsul Volker Kröning, der über seine Funktion als Konsul hinaus bekennt: „Ich bin Osterholzer und Teneveraner seit 42 Jahren.“ Sarah Lott und Christa Brämsmann vom Mütterzentrum kontrollieren, ob alle Gäste da sind. Nicht zuletzt, weil Yasar Kocas Fotos einer Marokko-Reise, gerahmt und durch das Siegel des Auswärtigen Amtes aufgewertet, überreicht bekommt. Kocas war mit Jugendlichen des Alkoholfreien Jugendcafés und des Jugendbeirats Osterholz 2016, mit Unterstützung von Transinternational Corridors und der Diakonie, auf einer Marokko-Reise.

Wer nicht dabei ist, das ist das kleine Team, das die Fotografien zur Ausstellung geliefert hat. Nadja Zängerlein und Marco Entchev, beide 26 und Münchner, haben sich in Südmarokko umgesehen, dem Landstrich zwischen Saharawüste, Atlasgebirge und dem Atlantischen Ozean, dem Landstrich der Amazighen, hier auch Berber genannt. Festgehalten auf den Fotos sind zerfurchte, sonnengegerbte Gesichter, die Selbstbewusstsein ausstrahlen, Fotos junger Menschen in fremdartiger Kleidung mit wachem Blick, Fotos von wildem Spiel und Sport auf Pferderücken über wehendem Wüstensand. Bilder, die Positives vermitteln, Neugier und Fernweh wecken, Bilder, die verbinden wollen. Möglich wurde die Reise als Miniprojekt, mit einem Stipendium von Transinternational Corridors und mit der Absicht, Völkerverbindendes der Jugend zu fördern.

„Hier sind Dinge möglich, die woanders nicht möglich sind“, lobt Jürgen Stein das Mütterzentrum für sein Engagement. Rachid L’Aoufir berichtet, dass es nicht einfach war in dieser Zeit, den Austausch möglich zu machen. Einerseits, weil zwei junge Leute gefunden werden mussten, die gut fotografieren können und bereit waren, nach Marokko zu reisen, andererseits, weil für zwei deutsche Jugendliche in Marokko möglichst private Unterkünfte gefunden und Kontakte geknüpft werden mussten. Die Ausstellung wird einen Monat lang im Café Gabriely hängen und dann nach Hannover und Berlin weiterziehen, erklärt Rachid L’Aoufir. Konsul Volker Kröning ist es, der verbindende Worte findet, die viele Aspekten aufgreifen. Ulrike Rüben, Cellistin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, hat sich, durch Fotos inspiriert, Sätze aus der G-Dur Cello-Suite von Johann Sebastian Bach ausgesucht.

Interreligiöse, interkulturelle, internationale Aufgaben sieht Volker Kröning nicht nur für die Jugendlichen dieses Fotoprojektes. Erwachsenwerden heiße lernen, sagt Kröning. Durch seine Lage hatte und hat Marokko eine offene Kultur. Viele Menschen aus anderen Ländern zogen durch das Land oder blieben auf dem Weg von Afrika nach Europa oder von Europa nach Afrika in Marokko, und das über Jahrhunderte.

Volker Kröning spricht von der Stärke heutiger Marokkaner, davon, dass sie andere Kulturen neben sich und im eigenen Land bestehen lassen können, ohne ihre eigene Identität infrage zu stellen, überzubewerten oder gar aus Angst aggressiv gegen Ausländer zu werden. Genau gegen solche Tendenzen richten sich die Diakonie Bremen mit ihren Völker verbindenden Projekten und der Jugendaustausch, den Transnational Corridors fördert. Und im Mütterzentrum Osterholz-Tenever gibt es dafür ebenfalls keinen Platz. „Die Vielfältigkeit Marokkos zeichnet die Gesichter mit den arabischen, berberischen und französischen Einflüssen des Landes“, sagt Kröning, und ergänzt: „Der König von Marokko, Mohammed, ist Sohn einer Berberin, westlich orientiert und gilt als Schutzpatron der Christen und der Muslime.“

Die Fotoausstellung „Türen zum Land der Amazighen in Südmarokko“ ist bis zum 14. März im Café Gabriely, Otto-Brenner-Allee 44-46, zu sehen. Telefon: 460 35 69.
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