"Dringende Empfehlung“ von BSAG und VBN In Bussen und Bahnen sollen Fahrgäste in Bremen Mundschutz tragen

Eine Maskenpflicht gibt es vorerst nicht im öffentlichen Nahverkehr. Der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) und die Bremer Straßenbahn AG haben sich auf eine „dringende Empfehlung“ geeinigt.
18.04.2020, 08:00
Lesedauer: 3 Min
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In Bussen und Bahnen sollen Fahrgäste in Bremen Mundschutz tragen
Von Pascal Faltermann

In Bussen und Bahnen sollen Fahrgäste ab sofort einen Mundschutz tragen. Auf diese dringende Empfehlung haben sich die Verantwortlichen des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) und der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) am Freitag geeinigt. Im Gegensatz zu Sachsen, was als erstes Bundesland eine Mund-Nasenschutz-Pflicht einführte, wird in Bremen nur der ausdrückliche Rat erteilt. Bei Bussen gilt weiterhin, dass nur von hinten eingestiegen werden darf. Auch wenn es in den Fahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) nach den beschlossenen Lockerungen in der Corona-Krise bald wieder voller werden dürfte, setzten die Verkehrsträger auf die Vernunft der Menschen.

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„Grundsätzlich verweisen wir auf die Eigenverantwortung jedes und jeder Einzelnen, das Möglichste dafür zu tun, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“, sagt VBN-Sprecher Eckhard Spliethoff. Sollte ein Fahrzeug zu voll sein, müssten die Fahrgäste prüfen, ob auch die Fahrt danach genutzt werden könne. Abstand also als oberstes Gebot. Die Empfehlung, dass Fahrgäste eine Masken tragen sollen, werde von VBN und BSAG unterstützt. „Wir wissen aber auch, dass es derzeit nicht genügend Mund-Nasen-Masken für alle Menschen gibt“, so Spliethoff. Kon­trollen gebe es somit nicht. Die Verkehrsbetriebe wollen aber Informationen aushängen, Durchsagen machen und digitale Kanäle nutzen, um die Kunden zu informieren.

Maßnahmen sollen mit allen abgestimmt werden

Da sich die Situation aufgrund der teilweisen Lockerungen geändert habe, werde versucht, die Maßnahmen mit allen Beteiligten bestmöglich abzustimmen. Das bestätigt auch Andreas Holling, Pressesprecher der Bremer Straßenbahn AG: „Viele Fragen sind nicht allein von der BSAG zu beantworten, sondern werden diskutiert, um einheitliche Regelungen zu finden.“

Die Ausbreitung der Covid-19-Pandemie und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen haben zu erheblichen Fahrgastrückgängen geführt (wir berichteten). Bei den Bartickets wie Einzelfahrscheinen und Monatskarten sind die Verkäufe um 70 bis 90 Prozent eingebrochen, hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mitgeteilt. Gleichzeitig sei der Bahnverkehr vom Angebot her annähernd unverändert geblieben, sagt Spliethoff. Auch bei den städtischen Verkehrsunternehmen sei das Angebot größtenteils nur marginal verringert worden. Die BSAG fahre derzeit etwa 85 Prozent ihres normalen Angebotes, heißt es von dem Bremer Unternehmen. In Delmenhorst werde bis heute nach unverändertem Fahrplan gefahren, so Spliethoff. Ziel sei es, ein entsprechend hohes Angebot auf Straße und Schiene zu bekommen, damit bei zunächst noch reduzierter, aber steigender Nachfrage der Abstand weitgehend gewährleistet werden könne.

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„Einige Verkehrsunternehmen haben darüber hinaus reagiert und jeden zweiten Sitzplatz gesperrt, um damit Vorsorge zu treffen, dass Fahrgäste nicht zu eng aneinander sitzen“, sagt Spliethoff. Bei der BSAG ist das noch nicht der Fall. Um Bus- und Bahnfahrer zu schützen, sollen die Fahrgäste nicht nur in den hinteren Türen einsteigen. Die 31 kommunalen und privaten Verkehrsunternehmen, die im VBN zusammengeschlossen sind, arbeiten zudem daran, entsprechende Scheiben am Fahrerplatz nachzurüsten. Damit wieder vermehrt Ticketkontrollen durchgeführt werden können, soll das entsprechende Personal geschützt werden. Dafür werde aber noch einem Plan gearbeitet.

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Kürzere Reinigungsintervalle

Desinfektionsmittelspender werden laut VBN und BSAG nicht in den Fahrzeugen installiert. Allerdings seien die Intervalle der Reinigungen verkürzt beziehungsweise die Intensität der Reinigung erhöht worden. Die BSAG hat darüber hinaus beschlossen, mit ihren Fahrzeugen an jeder Haltestelle zu halten und die Türen zu öffnen, sodass kein Haltewunschknopf mehr gedrückt werden müsse. Einlasskontrollen an den Ein- und Ausstiegen gibt es bislang nicht, werden aber diskutiert, so Spliethoff.

Menschenansammlungen an Haltestellen könnten im Zweifelsfall nicht verhindert werden, auch hier werde an die Vernunft und Geduld der Fahrgäste appelliert. „Es sind alle aufgefordert, sich auch selbst zu schützen, indem Abstände gewahrt werden“, sagt Spliethoff.

Bis die Schulen schrittweise wieder starten, sollen zudem Regeln für Schüler definiert werden. Das hänge aber von der Entscheidung der jeweiligen Behörden ab, welche Schulen und welche Klassen wann und in welchem Umfang mit dem Unterricht beginnen werden. Ein weiterer Hinweis: Kunden sollen möglichst Fahrscheine per Smartphone über die kostenlose Fahrplaner-App buchen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen gibt es online unter www.vbn.de/corona und www.bsag.de

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