Laut „Spiegel“-Bericht

Miri-Abschiebung sorgt für Ärger

Die Abschiebung des Clan-Bosses aus Bremen in den Libanon hat beim dortigen Generalstaatsanwalt Unmut hervorgerufen. Das geht laut „Spiegel“ aus einem Vermerk des Bundeskriminalamts hervor.
17.07.2019, 17:04
Lesedauer: 1 Min
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Miri-Abschiebung sorgt für Ärger
Von Nina Willborn

Die Abschiebung von Clan-Chef Ibrahim Miri in den Libanon hat in dortigen Justizkreisen für politische Verstimmungen gesorgt. Laut Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ gibt es einen Vermerk des Bundeskriminalamts (BKA) darüber, dass sich der libanesische Generalstaatsanwalt gegenüber einem BKA-Verbindungsmann bei einem Treffen am 12. Juli darüber beschwerte, dass die Justiz nichts von den Plänen der Deutschen gewusst habe.

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Der Generalstaatsanwalt habe demnach seine „tiefe Verärgerung“ über die Abschiebung zweier Intensivtäter zum Ausdruck gebracht. Nun erwarte er einen Bericht mit Details und Hintergründen zu der Aktion vom BKA, heißt es in dem Bericht. Die zweite Person, die in der Nacht zum 10. Juli zusammen mit Miri im Flieger gesessen hat und ebenfalls abgeschoben wurde, soll nach Informationen des WESER-KURIER nicht aus Bremen, sondern aus Berlin stammen. Miri selbst soll im Libanon auf freiem Fuß sein, weil gegen ihn in dem Land nichts vorliege. Das hatten kurz nach seiner Ankunft libanesische Justizkreise angegeben. In Bremen war der Clan-Chef zuletzt 2014 wegen bandenmäßigen Handels mit Drogen zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt ­worden. Er musste allerdings nur einen Teil seiner Strafe absitzen und war gegen den Willen der Staatsanwaltschaft im Dezember 2018 freigekommen. Gegen seine Abschiebung kann Miri auch aus dem Libanon Rechtsmittel einlegen oder versuchen, seine Sperre für eine Wiedereinreise zu verkürzen.

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